Wochenlang trafen die Düsseldorfer das Tor kaum. Nun gewinnen sie 6:3 in Köln und 7:1 gegen Hamburg. Und in der Tabelle sind die Haie sogar überholt.

Wochenlang trafen die Düsseldorfer das Tor kaum. Nun gewinnen sie 6:3 in Köln und 7:1 gegen Hamburg. Und in der Tabelle sind die Haie sogar überholt.
Kapitän Daniel Kreutzer jubelt mit Travis Turnbull. Der US-Amerikaner traf im ersten Drittel gleich zweimal innerhalb von 35 Sekunden.

Kapitän Daniel Kreutzer jubelt mit Travis Turnbull. Der US-Amerikaner traf im ersten Drittel gleich zweimal innerhalb von 35 Sekunden.

Birgit Häfner

Kapitän Daniel Kreutzer jubelt mit Travis Turnbull. Der US-Amerikaner traf im ersten Drittel gleich zweimal innerhalb von 35 Sekunden.

Düsseldorf. So ganz konnte sich auch Norm Milley nicht erklären, was da gerade passiert war. „Eishockey ist schon ein lustiger Sport“, sagte der DEG-Stürmer. „In den letzten Wochen haben wir ja auch nicht schlecht gespielt, aber die Tore nicht gemacht. Jetzt spielen wir ein richtig gutes Spiel in Köln, und schon haben wir Selbstvertrauen und machen die Tore“, sagte der erfahrene Kanadier, der nach ganz schwachen Wochen gerade förmlich explodiert. Bereits am Freitag beim spektakulären 6:3-Derbysieg der Düsseldorfer EG bei den Kölner Haien, hatte sich Milley wie ausgewechselt präsentiert und zwei Treffer durch harte Arbeit und kluge Pässe vorbereitet. Sonntag, beim nicht minder aufregenden 7:1 über die Hamburg Freezers, traf der 35-Jährige selbst und wirkte danach befreit wie seit Wochen nicht.

Turnbulls Doppelschlag stellt die Weichen auf Sieg

Das galt aber nicht nur für den Techniker, der vor der Saison aus Wolfsburg kam. Das gilt nach diesem Wochenende für die komplette Mannschaft. Nur ganze 42 Tore hatte die nach 20 Spieltagen geschossen und war damit das mit Abstand offensivschwächste Team der Deutschen Eishockey Liga. Nun kamen 13 Treffer in nur zwei Spielen hinzu. Nach dem Saisonrekord am Freitag in Köln, legte das Team von Trainer Christof Kreutzer am Sonntag einfach noch einen neuen Rekord nach.

Und es war vielleicht kein Zufall, dass nun ausgerechnet die punkteten, die seit Wochen in der Krise steckten. So wie Travis Turnbull, der in den ersten 21 Spielen der Saison nur ein einziges Törchen auf dem Statistikzettel stehen hatte. Am Sonntag gegen Hamburg traf er binnen 35 Sekunden zwei Mal - und leitete damit den Kantersieg ein. Denn bis der US-Amerikaner das 2:0 sowie das 3:0 gemacht hatte, waren die Gäste aus der Hansestadt keinesfalls das schlechtere Team gewesen. Im Gegenteil: Die ersten Minuten gehörten eindeutig ihnen. „Da hat uns (Torwart) Mathias (Niederberger) gerettet“, sagte Trainer Kreutzer, der sich hinterher auch artig bei den Fans für die Unterstützung bedankte.

Vergangene Woche war das noch anders gewesen. Nach dem 0:3 gegen Wolfsburg hing bei der DEG der Haussegen schief. Wer sich am Sonntag im Dome umschaute, sah ausschließlich blendend gelaunte DEG-Fans und -Spieler. Da konnte Abwehrchef Tim Conboy, der an diesem Wochenende nach vierwöchiger Verletzung zurückgekehrt war, noch so sehr mahnen, „dass wir noch lange nichts erreicht haben“.

Die gute Stimmung ließ sich niemand durch realistische Einschätzungen der Begebenheiten vermiesen. Zu souverän präsentierten sich die Düsseldorfer, die nach dem Anschlusstreffer der Hamburger zu Beginn des letzten Drittels direkt die passende Antwort hatten. Ganze zweieinhalb Minuten brauchten sie, um aus dem 3:1 ein 6:1 zu machen. Und als auf dem Videowürfel dann noch die Tabelle eingeblendet wurde, in der die DEG die Kölner Haie überholt hat, war dieses Düsseldorfer Eishockey-Wochenende endgültig perfekt.

Tor: Niederberger (Bick); Abwehr: Conboy, Davis - Ebner, Daschner - Schüle, Rönnberg - Mapes Angriff: Fischbuch, Collins, Kreutzer - Milley, Olimb, Strodel - Turnbull, Lewandowski, Preibisch - Minard, Brandt, van der Gulik

Tor Heeter (Franzreb); Abwehr: Schubert, Roy - Sullivan, Tiffels - Klassen, Liwing; Angriff: Flaake, Jakobsen, Davies - Oppenheimer, Dupuis, Müller - Mitchell, Madsen, Schmidt - Sertich, Zientek

1:0 (5:14) Schüle (Olimb), 2:0 (16:46) Turnbull (Conboy, Kreutzer), 3:0 (17:21) Turnbull (Lewandowski, Preibisch), 3:1 (46:12) Oppenheimer (Roy, Sertich/5-4), 4:1 Lewandowski (46:51) Preibisch, Turnbull, 5:1 (48:47) Milley (Schüle), 6:1 (49:28) Olimb (Conboy), 7:1 Collins (Davis, Lewandowski/5-4)

Schiedsrichter: Rohatsch / Schimm, Zuschauer: 6146, Strafminuten: Düsseldorfer EG 10 – Hamburg 8

Wie wichtig Tim Conboy für die Düsseldorfer EG ist, wurde an diesem Wochenende deutlich. Seit Wochen schienen es manche der Rot-Gelben etwas schleifen zu lassen. Doch seitdem der ebenso emotionale wie beinharte Abwehrchef zurück ist, tritt das ganze Team komplett anders auf. Zur Freunde der Fans konnte die DEG am Sonntag kurz vor dem ersten Bully verkünden, dass der 33-Jährige seinen Vertrag um zwei Jahre bis zum Ende der Spielzeit 2018 verlängert hat.

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