Früher war Eishockey unter freiem Himmel kein so seltenes Ereignis.

Schon fast ehrfürchtig starten Spieler und Trainer das erste Eistraining auf dem frischen Eis der Arena.
Schon fast ehrfürchtig starten Spieler und Trainer das erste Eistraining auf dem frischen Eis der Arena.

Schon fast ehrfürchtig starten Spieler und Trainer das erste Eistraining auf dem frischen Eis der Arena.

Young

Schon fast ehrfürchtig starten Spieler und Trainer das erste Eistraining auf dem frischen Eis der Arena.

Düsseldorf. Noch ist das Dach geschlossen. Das gestrige erste Eistraining der Düsseldorfer EG in der Arena hatte noch nicht viel von einem Freiluftspiel. Und wenn es ganz bitter läuft und auch der morgige Samstag so verregnet ist wie der gestrige Donnerstag, wird sich das nicht mehr ändern. Dann wird aus der Arena zwar Europas größte Eishalle.

Aber wirklich freuen würden das weder die Organisatoren des zweiten „DEL Winter Games“ noch die Eishockey-Spieler der DEG. Und obwohl die Wettervorhersage nichts Gutes erahnen lässt, hoffen alle darauf, den Saisonhöhepunkt vor über 50 000 Zuschauern gegen die Kölner Haie unter freiem Himmel zu erleben.

Selbst in Oberbayern gibt es kaum noch Freiluft-Eisflächen

Für viele Spieler wäre das neben all dem aktuellen Spaß auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. „Da denke ich sofort an die zweite Eisfläche an der Brehmstraße. Da habe ich meine Kindheit verbracht“, sagte DEG-Kapitän Daniel Kreutzer. Und erinnert sich daran, wie er und seine Freunde meist erst mal mit Schaufeln statt Schlägern auf die damals unüberdachte Eisfläche mussten, um Wasser oder Schnee zu schöpfen. „Sonst hätten wir gar nicht spielen können.“

Eishockey im Freien, das habe schon eine besondere Atmosphäre, sagt Kreutzer. „Leider passiert es in Düsseldorf ja nicht mehr so oft, dass die Seen zugefroren sind“.

Einer, der aus Gefilden kommt, in denen Eis und Schnee zu fast jedem Winter gehören, ist Verteidiger Stephan Daschner. Als gebürtiger Ingolstädter, der in der Jugend in Landshut spielte, hat der heute 26-Jährige einen Großteil seiner Kindheit auf Natureis verbracht: „Unten in Bayern passiert es ja häufiger, dass mal ein Teich zufriert. Als Kind, da willst du jederzeit die Schlittschuhe anschnallen und mit den Nachbarskindern die Scheibe durch die Gegend schießen“, sagte Daschner, der mit Verteidiger-Partner Bernhard Ebner bei der DEG den bayerischen Block bildet.

Auch der 24-Jährige aus Schongau kennt das nicht anders: „Ich hatte es zwei Minuten bis zum nächsten See, der früher im Winter immer zugefroren war.“ Aber selbst in seiner oberbayerischen Heimat sei das „wegen der globalen Erwärmung heute nicht mehr so“.

Für Kurt Davis war das Spiel auf Seen ein Stück Normalität

Kurt Davis hat sogar nicht nur mit Freunden draußen gespielt, sondern bereits ein reguläres Freiluftspiel erlebt. „Die haben mal eine Outdoor-Arena gebaut. Ich habe da trainiert und gespielt“, sagte der 28-Jährige aus Plymouth im US-Bundestaat Minnesota. Aufgewachsen in einem Eishockey-verrückten Ort, der von Dezember bis Februar durchgehend Minusgrade erlebt und zahlreiche Seen beheimatet, war auch Davis immer draußen unterwegs. „Als Jugendlicher in Minnesota spielst du ständig auf Teichen und Seen.

Es ist etwas ganz anderes als in der Halle“, sagt der Verteidiger, während sein Blick durch die Arena schweift: „Es ist so groß alles hier, da fühle ich mich richtig klein“, sagt der 1,73-Meter-Mann und lacht. „Langsam gewöhnen wir uns daran, was hier alles passiert. Aber es ist einfach irreal. Einfach großartig.“ Er und seine Mitspieler müssten aufpassen und ihre Emotionen kontrollieren. Sie dürften nicht nervös sein, wenn es morgen um wichtige Punkte geht, sagte Davis, um sich dann einzugestehen: „Wir werden es natürlich trotzdem sein.“

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