35 Minuten lang macht das Eishockey-Team alles falsch und liegt 0:5 zurück, dann kämpft sie sich zurück, verliert aber 4:5.

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Am Mittwoch wollte dem sonst so überragenden Torwart Dan Bakala gar nichts gelingen.

Am Mittwoch wollte dem sonst so überragenden Torwart Dan Bakala gar nichts gelingen.

Am Mittwoch wollte dem sonst so überragenden Torwart Dan Bakala gar nichts gelingen.

Mannheim. Man muss seinem Verein schon auf besondere Weise verbunden sein, um ihm an einem schnöden Mittwochabend hunderte Kilometer hinterherzureisen. Erst recht, wenn es sich um eins dieser 52 Hauptrundenspiele in der Deutschen Eishockey Liga handelt. Trotzdem fanden sich in der Mannheimer Eishockey-Arena Mittwochabend knapp 50 Fans der Düsseldorfer EG ein, um ihre Mannschaft bei den Adlern zu unterstützen. Und wenn man schon mal so weit gereist ist, dann lässt man sich die Stimmung auch nicht von einem lange Zeit unterirdischen Auftritt seiner Lieblinge verhageln. Dann sorgt man notfalls selbst für gute Laune.

Das taten die DEG-Fans auch und riefen in der 35. Minute lautstark „Auswärtssieg, Auswärtssieg“. Zwar hatte ihre Mannschaft gerade ein Tor geschossen, vom besungenen Erfolg in der Fremde war sie aber weiter entfernt als jemals in dieser Spielzeit. Es war lediglich der Treffer zum 1:5 aus Sicht der DEG, die 35 Minuten lang ihre mit Abstand schwächste Saisonleistung zeigte, zu spät aufwachte und am Ende verdient mit 4:5 (0:3, 2:2, 2:0) verlor. Nach 16 Spielen steht sie deswegen nur auf Rang elf.

„Wir wollten gut starten und defensiv gut stehen, das ist aber nicht passiert. Wir haben alle Zweikämpfe verloren“, sagte Trainer Mike Pellegrims und hatte damit nicht im Ansatz übertrieben. Was die DEG 35 Minuten lang anbot, hatte nur noch entfernt mit Profisport zu tun. Zumindest, was das Defensivverhalten anging. Die Mannheimer mussten nicht mal besonders viel richtig machen, um sich reihenweise Großchancen herauszuspielen. Immer wieder tauchten die Adler völlig unbehelligt vor dem Gäste-Tor auf. Und alle paar Minuten flog die Scheibe ins DEG-Tor.

Bakala muss früh raus – Niederberger feiert sein Comeback

Das lag zum Teil auch an Dan Bakala, dem zuletzt so überragenden Torhüter der Düsseldorfer. Bevor der Kanadier an den Rhein gewechselt war, kassierte die DEG indiskutable 3,6 Gegentore im Schnitt. Bakala ließ während seiner ersten fünf Auftritte lediglich 1,6 zu und wehrte 93,9 Prozent der gegnerischen Schüsse ab. Am Sonntag feierte er beim 2:0 gegen Nürnberg gar seinen ersten Shutout. Nur am Mittwoch wollte ihm gar nichts gelingen. Bereits zu Beginn des zweiten Drittels erlöste ihn Pellegrims und wechselte ihn aus. Da stand es 4:0 für eine Mannheimer Mannschaft, die zuletzt wenig mit einem Meisterschaftskandidaten gemein hatte. Aus den vergangenen fünf Spielen hatte es nur einen Sieg gegeben, bis auf Rang acht war sie abgestürzt.

Wie wenig gefestigt die Adler sind, zeigte sich auch in diesem Spiel. Zwar legten sie noch das 5:0 nach, doch mit dem ersten Gegentreffer durch DEG-Kapitän Darryl Boyce brachen sie völlig ein. Plötzlich waren es die Düsseldorfer, die Tempo aufnahmen, Zweikämpfe gewannen, sich vorne festsetzten und Tore schossen. Allen voran Jeremy Welsh.

Der 29 Jahre alte Kanadier war ja bislang eine der Enttäuschungen der Saison. Welsh kam mit der Empfehlung von 16 Toren und 17 Vorlagen in 42 Spielen für Bremerhaven nach Düsseldorf. In den ersten 15 Spielen für seinen neuen Verein hatte er noch gar nicht getroffen und lediglich fünf Tore vorbereitet. Am Mittwoch nun traf er gleich doppelt – kurz vor und kurz nach der zweiten Drittelpause. Und plötzlich wurde es wieder spannend. Mannheim wankte wie ein angeschlagener Boxer, die DEG bekam immer Chancen und machte zwei Minuten vor dem Ende gar das 4:5 durch John Henrion. Doch es reichte nicht mehr.

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