Der DEG-Verteidiger spielt erstmals im Ausland. Zunächst geht es dem Kanadier darum, sich an Land und Eisfläche zu gewöhnen.

Eishockey
Brandon Burlon beim Training an der Brehmstraße. Der Kanadier kam im Sommer aus der zweitklassigen AHL nach Deutschland.

Brandon Burlon beim Training an der Brehmstraße. Der Kanadier kam im Sommer aus der zweitklassigen AHL nach Deutschland.

Birgit Häfner

Brandon Burlon beim Training an der Brehmstraße. Der Kanadier kam im Sommer aus der zweitklassigen AHL nach Deutschland.

Düsseldorf. Für den Sprung nach Europa brauchen nordamerikanische Eishockey-Spieler zwei Sachen: Mut und ein Eingeständnis. Mut, weil man ja nicht nebenbei auf einen fremden Kontinent mit anderer Kultur und anderer Sprache zieht. Ein Eingeständnis, weil der neue Karriere-Weg den endgültigen Abschied vom alten Kindheitstraum NHL bedeutet. Und das kann wehtun.

Brandon Burlon, 27, neuer Verteidiger bei der Düsseldorfer EG, hatte seinen Moment der Erkenntnis vor einigen Monaten: „Ich war an dem Punkt, dass es keinen interessanten Job in Nordamerika gab. Dann kam das Angebot, für ein Jahr nach Düsseldorf zu gehen“, sagt er. Zu bereuen scheint er es nicht. Wer ihn beim Training beobachtet, sieht einen motivierten Mann. Einen, der Spaß hat und viel mit den Kollegen spricht.

Dass der Gang nach Europa eine Art Karriereknick ist, verschweigt er dennoch nicht: „Jedes Kind träumt von der NHL“, sagt er. Doch obwohl er 2008 in der alljährlichen Talente-Schau bereits in der zweiten Runde von den New Jersey Devils gezogen wurde, schaffte er es nie in die beste Liga der Welt. Stattdessen spielte er sechs Jahre in der zweitklassigen AHL. Dort, wo die Gehälter nicht sechs- oder gar sieben-, sondern lediglich fünfstellig sind. Dort, wo noch deutlich rauer gespielt wird. Und dort, wo stundenlange Busreisen durch die Weiten Nordamerikas und tagelange Auswärtsreisen zum Standard gehören.

Burlon freut sich auf eine gute Liga und einen hohen Lebenstandard

Damit ist es für Brandon Burlon nun vorbei. Als das Angebot aus Düsseldorf kam, hätten ihn Freunde und Familie zwar vor einem „Kulturschock“ im alten Europa gewarnt, er habe sich aber erst mal „bei ein paar Eishockey-Kollegen“ über Liga und Verein, über Land und Leute informiert. „Und alle haben mir gesagt, dass ich gut hier hinpassen würde. Hier wird gutes Eishockey gespielt, der Lebensstandard ist hoch.“

Das beruhte natürlich auf Gegenseitigkeit. „Wir haben uns viel umgehört, über seine spielerischen Qualitäten und über seine charakterlichen Eigenschaften“, sagt Niki Mondt, der Sportliche Leiter. Das, was sie hörten, gefiel ihnen. Der Verteidiger habe „einen guten Charakter und spielt immer für die Mannschaft“, sagt Trainer Mike Pellegrims. „Und all die Leute, denen wir vertrauen, haben gesagt, dass er auf die europäische größere Eisfläche passt“, ergänzt Mondt.

Geburtstag 5. März 1990 in Nobleton, Ontario (Kanada)

Position Verteidiger

Größe 1,82 Meter

Gewicht 86 Kilogramm

Rückennummer 7

College 2008 bis 2011 University of Michigan (NCAA)

Profikarriere 2011 bis 2016 Albany Devils (AHL), 2016 bis 2017 Tucson Roadrunners (AHL), seit 2017 Düsseldorfer EG (DEL)

Statistik (AHL) 325 Spiele, 22 Tore, 83 Vorlagen

Das hofft auch Burlon, der einen schnellen Pass aus der eigenen Zone spielen und sich als guter Schlittschuhläufer in die Offensive einschalten soll: „Wahrscheinlich habe ich hier etwas mehr Zeit mit dem Puck. Und es dauert, bis die anderen Jungs ankommen und mich checken. Also werde ich nicht so oft gecheckt, das ist schon mal schön“, sagt er lachend.

Worauf er sich sonst noch freut: „Dass man meistens im eigenen Bett schläft. Man ist hier nicht oft in Hotels oder für fünf oder zehn Tage von zu Hause weg. Da freue ich mich drauf und hoffe, dass ich besser erholt bin.“ Das würde der DEG helfen. Und seinen Mut belohnen, im alten Europa den Neustart gewagt zu haben.

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