Die DEG siegt 6:2 in Iserlohn, weil sie aus wenig viel macht und einen ganz starken Torhüter hat.

EISHOCKEY
Tim Conboy (M.) bejubel sein erstes Saisontor. Es war der Schlusspunkt zum 6:2 der DEG in Iserlohn.

Tim Conboy (M.) bejubel sein erstes Saisontor. Es war der Schlusspunkt zum 6:2 der DEG in Iserlohn.

Häfner

Tim Conboy (M.) bejubel sein erstes Saisontor. Es war der Schlusspunkt zum 6:2 der DEG in Iserlohn.

Iserlohn. Eishockey kann ein komischer Sport sein. Und auch ein ungerechter. Wer könnte davon derzeit besser erzählen als die Düsseldorfer EG? Am Donnerstag in Augsburg hatte sie die deutlich besseren Chancen, ging am Ende aber mit 2:4 als Verlierer vom Eis. Drei Tage später erlebten die Düsseldorfer in Iserlohn 40 Minuten lang das Gegenteil. Die Roosters hatten immer wieder den Torschrei auf den Lippen, während es die Gäste nur selten vor das gegnerische Gehäuse schafften. Heraus kam aber ein souveränes 6:2. Der erste Sieg nach fünf Niederlagen in Folge. Und ein fast schon existenzieller im Kampf um die Play-off-Plätze der Deutschen Eishockey Liga.

„Es musste heute sein“, sagte Stürmer Alexej Dmitriev hinterher und meinte damit nicht nur den Umstand, dass die Iserlohner selbst gehörig kriseln und auf dem letzten Platz stehen. Drei der kommenden vier DEG-Gegner stehen auf den ersten drei Tabellenplätzen. Umso wichtiger war es, davor den Umschwung zu schaffen, mit Effizienz vor dem Tor und einer kämpferisch tadellosen Leistung. Daniel Weiß sprach nicht zu Unrecht von „22 Mann, die sich den Arsch aufgerissen haben“.

Nicht mal die beiden frühen Tore geben der DEG Sicherheit

Ein „Sieg der ganzen Mannschaft“ sei das gewesen, fand auch Mathias Niederberger. Sechs verschiedene Torschützen, elf von zwölf Stürmer mit mindestens einem Scorerpunkt. Selbst Verteidiger Tim Conboy hatte erstmals seit November 2014 (!) getroffen. Dass Torhüter Niederberger dennoch der Mann des Spiels war, sagte viel aus über den Spielverlauf. Nicht mal die frühen Treffer durch Daniel Weiß und Alexander Barta gaben der angeschlagenen DEG Sicherheit. Immer wieder musste Niederberger in höchster Not retten und hatte am Ende 39 Paraden gezeigt.

Bis ins zweite Drittel war aber auch er zwei Mal machtlos gewesen. Fast hätte er beim Stand von 3:2 gar ein drittes Mal hinter sich greifen müssen, was das Spiel komplett hätte drehen können. Doch unmittelbar nach seiner Glanztat gegen Greg Rallo erzielte Dmitriev das 4:2 und zog den Sauerländern damit den Zahn. Spätestens als Drayson Bowman noch vor der zweiten Sirene auf 5:2 erhöhte, war das Spiel entschieden.

Im Schlussabschnitt durften sich die Iserlohner dann von ihrem wütenden Publikum beschimpfen und verhöhnen lassen, die DEG brachte den Sieg locker über die Zeit. Was Trainer Christof Kreutzer als Indikator dafür sah, dass „die Moral stimmt“. Jeder vertraue dem anderen, „wenn wir unseren Weg gehen, können wir die Play-offs erreichen“.

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer