Die Düsseldorfer EG zerlegt die Iserlohn Roosters und siegt vor mehr als 13.000 Zuschauern mit 6:1.

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Brandt erzielt das 5:0 für die DEG.

Brandt erzielt das 5:0 für die DEG.

Birgit Häfner

Brandt erzielt das 5:0 für die DEG.

Iserlohn. Es ist erst wenige Tage her, da unterschrieb Kevin Marshall seinen Vertrag und informierte sich im Internet über den Rather Dome: „Ich habe mir die Kapazität und ein paar Fotos der Halle angeguckt und war beeindruckt. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass ich sie direkt voll besetzt erlebe“, sagte der Verteidiger nach dem ersten Spiel für die Düsseldorfer EG und wirkte immer noch ganz beseelt. 13.058 Zuschauer waren gegen die Iserlohn Roosters gekommen und sorgten für eine Atmosphäre, die Marshall so schnell nicht vergessen wird: „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, überall die Lichter, jeder Zuschauer trug Rot und Gelb“, sagte der Kanadier, dessen Team die passende Leistung zeigte und 6:1 (1:0, 5:0, 0:1) gewann.

Das war natürlich der perfekte Abend zum perfekten Zeitpunkt. Erstens waren 5000 Schüler in der Halle, die noch lange von dieser DEG schwärmen werden und ihre Eltern in nächster Zeit nerven dürften, weil sie unbedingt wiederkommen wollen. Zweitens herrschte nach den jüngsten Niederlagen und dem Sturz auf den vorletzten Platz der Deutschen Eishockey Liga ja alles andere als gute Laune unter den Fans.

Das war am Freitag ganz anders. Bereits nach der zweiten Sirene hatten sie in den Feiermodus geschaltet. Etwas anderes wäre nach den wahrscheinlich besten 20 Minuten der Saison aber auch nicht angebracht gewesen. Fünf Tore schoss die DEG im Mittelabschnitt, für die ersten vier brauchte sie nur acht Schüsse und nicht mal sechseinhalb Minuten.

Erst bedankte sich Torjäger John Henrion in Überzahl (!) für seine Vertragsverlängerung, dann traf Lukas Laub, ehe der erneut überragende Alexander Barta, der bereits das 1:0 per Penalty in Unterzahl besorgt hatte, mit dem 4:0 für die Vorentscheidung sorgte. Endgültig gelaufen war das Spiel, nachdem Marcel Brandt und der gewohnt fleißige Leon Niederberger noch vor dem Drittelende auf 6:0 stellten. Beide nach Kontern und aus der fast identischen Position, aus der bereits Laub getroffen hatte.

Entfesselte Düsseldorfer, unterirdische Iserlohner

Das lag natürlich an der wie entfesselt spielenden DEG, das lag aber auch an den Iserlohnern, die eine Leistung zeigten, die nur entfernt mit Profisport zu tun hatte. Kein Einsatz, keine Laufbereitschaft, taktisch meist Harakiri. Fast ein Dutzend Mal durfte die DEG Zwei- oder gar Drei-auf-Eins-Konter fahren. Nichts erinnerte an das Iserlohner Team, das von den jüngsten zehn Spielen acht für sich entscheiden konnte und so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der DEL war. „Wir haben viel zu viele Großchancen zugelassen, und wenn du das gegen ein gutes Team machst, zahlst du den Preis“, kommentierte Trainer Rob Daum.

Tor: Bakala (M. Niederberger)

Abwehr: Burlon, Ebner - Haase, Nowak - Marshall, Daschner, Huß

Angriff: Kammerer, Barta, Dmitriev - Lewandowski, Boyce, Machacek - Welsh, Laub, Henrion - L. Niederberger, Brandt

Tor: Lange (Dahm)

Abwehr: Larsson, Eklund - Schmidt, Bonsaksen - Fischer, Martinovic - Orendorz

Angriff: Friedrich, Weidner, Florek - Brown, Down, Combs - Costello, Turnbull, Salmonsson - Shevyrin, Bassen, Blank

Tore: 1:0 (11:01) Barta (Penalty/4-5), 2:0 (23:49) Henrion (Machacek, Nowak/5-4), 3:0 (25:07) Laub (Machacek, Nowak), 4:0 (29:23) Barta (Kammerer, Burlon), 5:0 (30:14) Brandt (Boyce, L. Niederberger), 6:0 (36:55) L. Niederberger (Brandt), 6:1 (55:37) Schmidt (Brown, Martinovic)

Zuschauer: 13.058

Schiedsrichter: Daniel Piechaczek (Landsberg) und Markus Schütz (Rosenheim)

Strafminuten: DEG 8 - Iserlohn 6

Naturgemäß besser gelaunt war DEG-Trainer Mike Pellegrims: „Ab dem zweiten Drittel haben wir die Zweikämpfe an der Bande gewonnen und die Chancen bekommen. Es war nur ein Sieg, aber es sind wichtige Punkte“, sagte der Trainer, der kurz vor dem Spiel noch umstellen musste, weil Bernhard Ebner das Eis bereits beim Warmmachen humpelnd verließ. Ebner ist nach Tim Conboy und Alexandre Picard der dritte Verteidiger, der ausfällt. Weil sich dazu die Stürmer Rob Bordson, Manuel Strodel und Daniel Weiß gesellen, gab es am Freitag nicht genug Center im Kader. Folglich mussten Alexander Barta, Darryl Boyce und Lukas Laub rotieren. Doch an diesem perfekten Abend konnte nicht mal das die DEG aufhalten.

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