Das in Überzahl schwache Kreutzer-Team verliert das dritte Viertelfinale 2:3.

Eishockey
Im DEG-Powerplay schien das Tor der Hamburger wie vernagelt. Hier scheitert auch Michael Davies (Nr. 9/rotes Trikot).

Im DEG-Powerplay schien das Tor der Hamburger wie vernagelt. Hier scheitert auch Michael Davies (Nr. 9/rotes Trikot).

Birgit Häfner

Im DEG-Powerplay schien das Tor der Hamburger wie vernagelt. Hier scheitert auch Michael Davies (Nr. 9/rotes Trikot).

Hamburg. Als die Schlusssirene ertönte, wollten die Spieler der Düsseldorfer EG einfach nur weg. Ohne sich von den mehr als 800 mitgereisten Fans zu verabschieden, ging das Team von Trainer Christof Kreutzer in die Kabine. Zu tief saß der Frust nach der 2:3-Niederlage bei den Hamburg Freezers, die durch ihren zweiten Heimsieg mit 2:1 im Play-off-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in Führung gingen.

Denn im Gegensatz zum ersten Auswärtsspiel (0:4) am vergangenen Mittwoch, als die DEG nach einem guten Start einbrach und fast 50 Minuten lang kein Mittel fand, war die gestrige Niederlage absolut vermeidbar. Zwar kassierte die DEG erneut ein frühes Gegentor und lag bis weit ins zweite Drittel sogar 0:2 zurück, kämpfte sich dann aber durch einen Doppelschlag wieder heran und war drauf und dran, das Spiel komplett zu drehen.

Dass es am Ende trotzdem nicht reichte, lag besonders an den Specialteams. Beim 6:3-Erfolg am Freitag mit drei Überzahltoren noch der Trumpf, funktionierte bei numerischer Überlegenheit am Sonntag gar nichts. Selbst die beiden Fünf-Minuten-Strafen für die Hamburger brachten nichts ein – während die Freezers ihrerseits zwei der drei Treffer in Überzahl erzielten.

Nur 25 Schüsse sind zu wenig für fast 14 Minuten in Überzahl

„Wir hatten die Chancen, aber wir müssen im Power- Play einfach treffen“, ärgerte sich Ken-André Olimb. Auch Rob Collins machte die fehlende Effizienz bei den Überzahlgelegenheiten für die Niederlage verantwortlich: „Wir haben einfach keinen Weg gefunden“, sagte der Routinier, dessen Team sich im Aufbau und vor allem im Angriffsdrittel ungewohnt viele Fehlpässe leistete und auch deswegen viel zu selten aufs Tor schoss. Nur ganze 25 Versuche zählten die Statistiker – trotz fast 14 Minuten Überzahl.

Doch es war nicht nur das. Die Pleite gegen erneut nicht gerade überragende und meist destruktive Freezers lag auch an Tyler Beskorowany. Der hatte bereits bei den ersten beiden Partien gepatzt, am Sonntag leitete der „DEL-Torwart des Jahres“ mit einem verunglückten Pass das 0:1 ein, beim entscheidenden Treffer 4:30 Minuten vor dem Ende ließ er einen harmlosen Flachschuss bei freier Sicht durch die Beine. Ein absoluter Stimmungskiller für die DEG, die nach dem Ausgleich gegen Ende des zweiten Drittels das Momentum auf ihrer Seite hatte, während den verletzungsgeplagten Gastgebern langsam die Luft auszugehen schien. Doch das dritte Tor wollte trotz Feldüberlegenheit einfach nicht fallen.

Geburtstagskind Rob Collins strahlt dennoch Zuversicht aus

„Hamburg hat in den entscheidenden Momenten etwas mehr gearbeitet“, sagte Trainer Kreutzer, dessen Team am Dienstag (19.30 Uhr/Rather Dome) nun vor der Aufgabe steht, die verpasste Chance schnellstens aus dem Kopf zu bekommen. In der Hauptrunde kamen die Düsseldorfer nach bitteren oder krachenden Niederlagen jedes Mal zurück.

So versprühte Rob Collins nach dem Spiel zumindest etwas Zuversicht: „Wenn wir jetzt gar keine Chancen gehabt hätten, wäre es nicht gut gewesen. Aber wir hatten Chancen“, sagte das Geburtstagskind (37) und fand noch etwas Positives: „Wir haben nach dem 0:2 nicht aufgegeben, weiter hart gearbeitet und sind zurückgekommen. Zwar war es heute ihr Tag, aber am Dienstag wird es wieder unserer sein.“

© WhatsBroadcast

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