Das Düsseldorfer Eishockey-Team schlägt Bremerhaven mit 4:0. Deren 2000 mitgereiste Fans feiern trotzdem.

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Die DEG setzte sich gegen Fischtown durch.

Die DEG setzte sich gegen Fischtown durch.

Birgit Häfner

Die DEG setzte sich gegen Fischtown durch.

Düsseldorf. Als sich die Hamburg Freezers im Sommer 2016 aus der Deutschen Eishockey Liga zurückzogen, ging die Angst um im Ligabüro in Neuss. Wird man schnell Ersatz finden? Und wird das auch einer sein, der die Liga bereichert und für positive Schlagzeilen sorgt?

Nun, knapp eineinhalb Jahre danach, lassen sich beide Fragen mit „ja“ beantworten. Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven mögen einen kuriosen Namen und eine eher kleine Halle haben. Sie sind auch nicht dafür bekannt, den heimischen Nachwuchs zu fördern, sondern setzen vor allem auf Nordamerikaner mit deutschen Vorfahren, aber sie haben sich den Respekt der Konkurrenz redlich verdient. Weil sie es in ihrer Premieren-Saison trotz des kleinsten Etats der Liga bis ins Viertelfinale geschafft hatten und auch jetzt wieder auf Play-off-Kurs sind. Und weil ihre Fans überall gute Laune verbreiten.

Das war vor allem am Sonntag der Fall. Da fuhren gleich 2000 Pinguins-Anhänger mit Bussen, Autos und gar mit einem Schiff nach Düsseldorf und sorgten so für die größte Auswärtsfahrt der Vereinsgeschichte. Zu lachen hatten sie am Abend allerdings nichts. Wie immer, wenn es gegen die DEG geht. Im sechsten Vergleich zwischen den beiden Teams gab es die sechste Niederlage für den Neuling. 4:0 (0:0, 2:0, 2:0) stand es nach 60 einseitigen Minuten Eishockey für die Düsseldorfer, die damit verhinderten, dass ihr Abstand auf einen Play-off-Platz nach nicht mal der Hälfte der Saison zu groß wird.

Das lag vor allem an Mathias Niederberger, der zum ersten Mal nach seiner Verletzung von Beginn an im Tor stand und eine ganz starke Leistung zeigte. 23 Paraden hatte der gebürtige Düsseldorfer am Ende auf seinem Statistikzettel stehen und damit seinen ersten Shutout der Saison gefeiert. Das war auch ein Zeichen an all die Zweifler, die dem wechselhaft in die Spielzeit gestarteten Torhüter nicht mehr zutrauen, die alleinige Nummer eins zu sein. Und es war auch ein Zeichen an den nachverpflichteten Dan Bakala, dass er den Kampf um den Startplatz annimmt.

Jeremy Welsh bestätigt seinen Aufwärtstrend durch ein Überzahltor zum 1:0

„Man darf jetzt trotzdem nicht zu euphorisch werden“, sagte Niederberger, der allerdings erst spät richtig gefordert wurde. Das erste Drittel gehörte klar der DEG, die rauskam wie die Feuerwehr, fast jeden Zweikampf gewann und die Gäste minutenlang in deren Zone drückte. Nur echte Chancen wollte es nicht geben – entsprechend auch keine Tore.

Tor: Mathias Niederberger (Dan Bakala)
Abwehr: Brandon Burlon, Stephan Daschner - Henry Haase, Bernhard Ebner - Nicklas Mannes, Marco Nowak - Johannes Huß
Angriff: Maximilian Kammerer, Alexander Barta, Spencer Machacek - Eduard Lewandowski, Lukas Laub, Alexej Dmitriev - Jeremy Welsh, Darryl Boyce, John Henrion - Leon Niederberger, Marcel Brandt, Manuel Strodel

Tor: Jaroslav Hübl (Tomas Pöpperle)
Abwehr: Mike Moore, Nicolas B. Jensen - Wade Bergman, Cody Lampl - Chris Rumble, Kevin Lavallée - Bronson Maschmeyer
Angriff: Jan Urbas, Cory Quirk, Björn Svennson - Mike Hoeffel, Rylan Schwartz, Jordan Owens - Ross Mauermann, Jason Bast, Jordan George - Tobias Kircher, Christoph Körner, Marian Dejdar

Schiedsrichter: Michael Klein (Stuttgart) und André Schrader (Dorsten)

Zuschauer: 8069

Tore: 1:0 (30:35) Welsh (Henrion, Boyce/5-4), 2:0 (35:35) Machacek (Kammerer, Haase); 3:0 (52:43) Barta (Daschner), 4:0 (55:33) Lewandowski (4-6)

Strafminuten: DEG 8 - Bremerhaven 12

Erst im zweiten Abschnitt änderte sich das, als der ehemalige Bremerhavener Jeremy Welsh per Schlagschuss in Überzahl traf (31.). Das war gleich doppelt wichtig: Erstens läuft es mit einem Mann mehr ja überhaupt nicht, zweitens bestätigte Welsh damit seinen persönlichen Aufwärtstrend, der mit seinen ersten beiden Saisontoren am vergangenen Mittwoch in Mannheim (4:5) begonnen hatte.

Fünf Minuten später traf Spencer Machacek zum 2:0 und gab damit seinem Trainer Recht. Der hatte wegen der Torflaute der vergangenen Spiele seine Topreihe Dmitriev-Barta-Kammerer gesprengt. Dmitriev raus, Machacek rein. Als Barta im letzten Drittel auf 3:0 stellte, war das Spiel auch schon entschieden. Eduard Lewandowski traf noch ins leere Tor zum 4:0, der Rest war eine einzige Feierei: Die Düsseldorfer bejubelten die Sieger, die Bremerhavener sich und ihre Mannschaft. Und die beiden Fan-Gruppen applaudierten sich gegenseitig.

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