Nach der Niederlage in Mannheim war der Volkszorn groß. „Noch ist nichts passiert“.

Eishockey
Derzeit sind nicht alle Fans der DEG mit (genug) Geduld und Zuversicht ausgestattet.

Derzeit sind nicht alle Fans der DEG mit (genug) Geduld und Zuversicht ausgestattet.

Birgit Häfner

Derzeit sind nicht alle Fans der DEG mit (genug) Geduld und Zuversicht ausgestattet.

Düsseldorf. Die Welt scheint dieser Tage ja etwas aus den Fugen geraten zu sein. Wer all die Krisenherde, Spannungen, Anschläge und Naturkatastrophen verfolgen will, kann schon mal den Überblick verlieren. Insofern war es eine beruhigende Nachricht, als Christof Kreutzer Donnerstagnachmittag verkündete: „Es bricht nicht der Dritte Weltkrieg aus, wenn wir am Wochenende null Punkte holen.“

Geht es nach Kreutzer, Trainer und Gesicht der Düsseldorfer EG, ist auch die Welt seines Eishockey-Vereins ein wenig aus den Fugen geraten. Und das nicht etwa, weil der an den ersten beiden Wochenenden der neuen Saison nur drei Punkte eingefahren hat und auf dem vorletzten Platz rangiert. Es geht Kreutzer um die Art und Weise, wie damit umgegangen wird.

Es sind ja gerade mal 180 Minuten Wettkampf-Eishockey gespielt, es folgen noch mindestens 2940. Auch in den vergangenen beiden Spielzeiten sei die DEG schlecht aus den Startlöchern gekommen, sagte Kreutzer und fügte leicht angesäuert an: „Mannheim hatte nach zwei Spielen gar keinen Punkt. Heißt das, dass die jetzt kein Meister mehr werden können?“

Natürlich nicht. Dass sie das können, bewiesen sie nicht zuletzt am Freitag, als die Adler die DEG nach allen Regeln der Kunst zerlegten und 4:1 gewannen. Das hatte auch Kreutzer nicht gefallen, aber welche Stimmung sich danach unter manchen DEG-Fans breit machte, ist für ihn unverständlich. Nun sollte man Kommentare im Internet nicht immer so ernst nehmen, aber der Groll und die wüsten Beschimpfungen gegen die eigene Mannschaft waren schon überraschend. Als die sich einige Tage mit einem ebenso fröhlichen wie bierseligen Gruppenfoto vom Münchener Oktokberfest auf Facebook meldete, war es nicht viel anders.

Ebner und Gawlik fehlen gegen Bremerhaven und München

Man kann eine Niederlage bei einem der reichsten und besten Teams der Deutschen Eishockey Liga ja auch einfach akzeptieren. Man kann die in weiten Teilen wirklich grauenhafte Leistung als schwarzen Tag abtun, der halt mal vorkommt. Gerade, wenn ein Team, das seine Gegner selten dominiert und immer am Limit spielen muss, drei Leistungsträger ersetzen muss. Aber das passierte nicht.

Insofern ist es nun spannend zu beobachten, wie das nach dem Auswärtsspiel am Freitag beim Neuling aus Bremerhaven und dem Heimspiel gegen den Deutschen Meister aus München sein wird. Ob es nur Einzelfälle waren oder die Erwartungshaltung im DEG-Umfeld nach zwei guten Spielzeiten wirklich unrealistische Ausmaße angenommen hat. Kreutzer schwante in der Hinsicht schon Böses: Würde er vor dem Spiel gegen das nominell schwächste Team der Liga ein paar Fans fragen, käme bestimmt als Antwort: „Ist ja klar, das gewinnt ihr 5:1.“ Aber das sei überhaupt nicht so klar.

Erst recht nicht, nachdem sich am Donnerstag Christoph Gawlik verletzte. Was der Stürmer genau hat, ist noch nicht klar. Für das Wochenende wird er aber wohl ausfallen. Ähnlich sieht es bei Verteidiger Bernhard Ebner aus, der bereits in Mannheim fehlte, in dieser Woche wieder trainieren sollte, aber noch nicht so weit ist.

© WhatsBroadcast

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