Bekenner-Paket und Trikot: Die Toten Hosen helfen dem Verein. Campino bekam Gesangsausbildung an der Brehmstraße.

DEG
Alles aus Liebe: Gitarrist Breiti (l.) und Sänger Campino mit dem Aufwärm-Trikot, welches das Hosen-Logo ziert. dpa-

Alles aus Liebe: Gitarrist Breiti (l.) und Sänger Campino mit dem Aufwärm-Trikot, welches das Hosen-Logo ziert. dpa-

Henning Kaiser

Alles aus Liebe: Gitarrist Breiti (l.) und Sänger Campino mit dem Aufwärm-Trikot, welches das Hosen-Logo ziert. dpa-

Düsseldorf. Der Medienandrang in der Geschäftsstelle an der Brehmstraße war gewaltig: Mehr als 100 Journalisten inklusive TV-Sender von Sat 1 bis ZDF waren dabei, als die Toten Hosen verkündeten, warum und wie sie der kriselnden DEG helfen wollen. Nämlich mit einem gelb-roten Totenkopf-Trikot, das die DEG-Profis zum Warmmachen tragen und das Fans für 79 Euro kaufen können. Und der Übernahme eines Bekenner-Pakets für 10 000 Euro, das u.a. Business-Seats im Dome beinhaltet.

„In der Fortuna-Euphorie haben wir und viele Düsseldorfer gar nicht mitbekommen, dass die DEG in Not geraten ist“, sagte ein gut gelaunter Campino. In den ersten beiden Lebensjahren habe er fast gegenüber dem Eisstadion an der Windscheidstraße gewohnt, Breiti habe er dann mit 12 in der Schule kennengelernt – und auf den Stehrängen an der Brehmstraße. „Dort habe ich quasi meine Gesangsausbildung erhalten“, erinnerte sich Campino an die legendäre Stimmung mit Liedern von „Kling Glöckchen“ über den Schneewalzer bis zum nicht beißenden Kölner Thunfisch. „Da kann man nicht achselzuckend zuschauen, wie so ein Verein untergeht.“

Breiti feuerte mit elf Jahren das erste Mal die DEG an

Breiti ging mit acht erstmals zur Fortuna, drei Jahre später sah er am Brehmplatz DEG gegen Landshut und war gelb-rot infiziert. „Ich bin sozialisiert worden mit Namen wie Schneitberger, Köberle, Makatsch und habe dann alle Höhen und Tiefen live miterlebt.“ Der Gitarrist zieht bewusst Parallelen zur Fortuna: „Die war vor ein paar Jahren auch fast tot – und heute ist sie in der Stadt absolut angesagt.“ Dann eine wuchtige Parole: „Düsseldorf ist ohne DEG genauso undenkbar wie ohne Fortuna.“ Das F95-Trikot mit dem Totenkopf der Hosen avancierte bekanntlich schnell zum Kultobjekt und Verkaufsschlager, „es ist uns sogar bei Konzerten in Buenos Aires begegnet“, erzählt Breiti. Sicher, das DEG-Modell, dessen Erlös voll in die Klubkasse fließt, sei zunächst mal nur ein „symbolischer Startschuss“, der hoffentlich viele andere Helfer motiviere. Aber Kaufargumente fand Campino gleich reichlich: „Man kann Solidarität zeigen oder es verschenken.“ Und eine „Sat-1-kompatible“ Reklame lieferte er launig dazu: „Es ist auch ein schönes Präsent von Männern, die zu Hause was gut zu machen haben.“

Zwar erschallt bei den DEG-Heimspielen ab sofort wieder die Hosen-Version des Altbierliedes. In die Musik-Auswahl für die DEG-Kabine will sich Campino aber lieber nicht einmischen: „Ne, da übernehme ich keine Verantwortung, wenn’s danach auf dem Eis schief geht.“

» Mehr dazu: Sport S. 7 u. 9

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