Entlassen
Lance Nethery ist nicht mehr Sportlicher Leiter bei der DEG. Foto: Fredrik von Erichsen

Lance Nethery ist nicht mehr Sportlicher Leiter bei der DEG. Foto: Fredrik von Erichsen

dpa

Lance Nethery ist nicht mehr Sportlicher Leiter bei der DEG. Foto: Fredrik von Erichsen

Düsseldorf (dpa) - Beim Eishockey-Krisenclub Düsseldorfer EG ist der Ausverkauf im vollen Gange. Mit sofortiger Wirkung hat der Club der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) den Vertrag mit ihrem Sportlichen Leiter Lance Nethery aufgelöst.

Zugleich gab Nationalspieler Patrick Reimer seinen Wechsel im Sommer zu den Nürnberg Ice Tigers bekannt. Dorthin wechselt auch Abwehrspieler Marco Nowak. Ebenfalls bei den Franken im Gespräch ist Torjäger Evan Kaufmann. Bereits fix soll auch der Weggang von Simon Danner zu den Grizzly Adams Wolfsburg sein. Als wahrscheinlich gilt zudem der Abgang von Trainer Jeff Tomlinson.

Am Ende der Ära Nethery steht statt eines Meistertitels ein personeller Totalumbruch beim achtmaligen deutschen Meister. «Wir bedauern, dass die gemeinsame Vision einer neunten Meisterschaft, die wir 2005 gemeinsam formuliert haben, nicht in Erfüllung gegangen ist», sagte DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp am Mittwoch zur Trennung von Nethery. Nun sei es Zeit für einen Neuanfang. «Wir werden uns sportlich neu orientieren und mit einer veränderten DEG die Saison 2012/13 bestreiten.»

Für den wohl vor dem Abschied stehenden Trainer Tomlinson ist Christof Kreutzer als Ersatz im Gespräch. Der 44 Jahre alte Bruder der DEG-Ikone Daniel Kreutzer war bis 1997 bei den Düsseldorfern aktiv und als Spieler an fünf Meisterschaften beteiligt. «Die Bereitschaft von meiner Seite ist da», sagte Kreutzer der «Rheinischen Post». Möglicherweise wird schon an diesem Donnerstag der Nachfolger von Nethery vorgestellt. Als Kandidat gilt Walter Köberle. Der frühere Nationalspieler und Olympia-Dritte von 1976 ist seit 2005 Teamleiter und gilt als «Mister DEG».

Auch für Nethery ist der Neuaufbau unausweichlich. «Ich trage die Idee eines Neuanfangs der DEG mit», sagte der Kanadier, dessen Abgang spätestens zum Saisonende bereits klar war. «Für die Zukunft ist das Konzept, auf eine jüngere und preisgünstigere Mannschaft zu setzen, das richtige Signal.» Und wohl auch alternativlos.

Noch kämpft der Club um die finanzielle Absicherung der weiteren DEL-Zugehörigkeit. Die DEG Metro Stars sind nach der Kündigung des Hauptsponsors Metro auf der Suche nach neuen Geldgebern. Noch sollen rund zwei Millionen Euro im Budget fehlen.

Mit einem in Aussicht gestellten Sondersponsoring hat die Stadt Düsseldorf eine Unterstützung von insgesamt mehr als eine Million Euro für dieses Jahr zugesagt. Die Zusage ist aber damit verbunden, dass die DEG bis 1. Mai ein tragfähiges Finanzkonzept vorlegt. Ein privater Gönner spendete 700 000 Euro, auch die Rockband «Tote Hosen» engagieren sich für den Traditionsclub.

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