Laut dem DEG-Geschäftsführer kommt alles auf den Prüfstand. Das Team soll verjüngt werden. vielleicht kommt ein Sportdirektor.

Eishockey
DEG-Geschäftsführer Stefan Adam ist seit einem halben Jahr im Amt. Bei der gestrigen Pressekonferenz sprach er über die Zukunft beim Eishockey-Erstligisten. Archiv

DEG-Geschäftsführer Stefan Adam ist seit einem halben Jahr im Amt. Bei der gestrigen Pressekonferenz sprach er über die Zukunft beim Eishockey-Erstligisten. Archiv

Birgit Häfner

DEG-Geschäftsführer Stefan Adam ist seit einem halben Jahr im Amt. Bei der gestrigen Pressekonferenz sprach er über die Zukunft beim Eishockey-Erstligisten. Archiv

Düsseldorf. Der Zeitpunkt mag etwas überraschend kommen, da die Düsseldorfer EG trotz acht Punkten Rückstand auf den zehnten Tabellenplatz ihre Ziele in der Deutschen Eishockey Liga noch nicht endgültig aus den Augen verloren hat. Doch darauf konnte Stefan Adam am Mittwoch keine Rücksicht nehmen, er hatte Redebedarf. Über die Mannschaft, die Entwicklung des Vereins und die generelle Zukunft. „Wir sind alle unzufrieden mit der aktuellen sportlichen Situation“, stellte der Geschäftsführer der DEG Eishockey GmbH noch einmal öffentlich klar. Die Erwartungshaltung von außen habe damit aber nichts zu tun. „Es wird auf allen Ebenen ständig analysiert. Dieser Zustand dauert noch an. Und dann werden wir die Entscheidungen treffen, die für die DEG am besten sind.“

Seit einem halben Jahr ist der 43-Jährige nun in Düsseldorf tätig und fand bei seinem Amtsantritt eine wirtschaftlich sowie strukturell „stark überarbeitungswürdige“ Situation vor. Die Lizenz im Sommer bekam die DEG von der DEL nicht im Vorbeigehen, sie war nach dem Theater in der Führungsetage, dem Aus von Gesellschafter Mikhail Ponomarev und finanziellen Einbußen an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bemerkenswert wirkte daher folgender Satz des Geschäftsführers: „Wirtschaftlich haben wir uns stabilisiert und liegen bei Einnahmen und Ausgaben im Plan“, erklärte Adam, der allerdings zugeben musste, noch keinen ganz dicken Fisch an Land gezogen zu haben.

Dass es beim achtmaligen Deutschen Eishockeymeister keine großen Sponsorennamen zu vermelden gibt, liegt zweifellos auch an der Vergangenheit, in der es viele Versäumnisse gab. Elmar Schmellenkamp konnte sich seiner Zeit stets der Unterstützung der Metro gewiss sein, Jochen Rotthaus und Paul Specht brachten letztlich auch nichts Entscheidendes zustande – eine Tatsache, die, obwohl oft gescholten, nicht allein an ihren Personen gelegen hat.

Die DEG habe in den Vorjahren über ihren Verhältnissen gespielt

„Vom Setup her ist bei uns alles auf dem richtigen Weg“, sagte Adam, der aber noch einmal klar machte, dass die DEG in den beiden vorangegangenen Spielzeiten mit zwei fünften Plätzen, einer Halbfinal- sowie einer Viertelfinal-Teilnahme „überperformt“ habe. Frei übersetzt: Die DEG spielte schlichtweg über ihren Verhältnissen – vom Budget und vom generellen Entwicklungsstand des Vereins her. Andere Clubs hätten außerhalb des Eises das drei- oder gar vierfache an Personal zur Verfügung. Und: „Wenn die finanzstarken Teams alles richtig machen, können wir nicht um Titel mitspielen.“

Das wird auch noch dauern. Schnellschüsse sind nicht zu erwarten. Auch die große Situationsanalyse an der Brehmstraße wird noch bis zum und über das Saisonende hinaus laufen. Doch zwei entscheidende Aspekte zeichnen sich bereits ab. Das Team, in der elf Profis 30 Jahre und älter sind, wird verjüngt. Adam sprach von einem „einschneidenden Umbruch“ und sagte: „Kommende Saison möchten wir ein Team haben, das für eine hohe Identifikation steht.“

Am Sonntag (14 Uhr) trifft die DEG im Derby auf die Kölner Haie. Am Dienstagabend traf sich eine DEG-Delegation zu einem besonderen Termin. Vor dem Haus des Haie-Stürmers Philipp Gogulla in Gerresheim versammelten sich Fans und eine Blaskapelle und störten die abendliche Ruhe des Gegners mit einem kleinen Konzert. Gogulla nahm es mit Humor, lobte den Derbygegner für seinen Einfallsreichtum und kündigte an, sich für das vierte Duell beider Clubs selbst etwas einfallen zu lassen.

Zudem bahnt sich die Installation eines Sportdirektors an. Christof Kreutzer, der diese Tätigkeit aktuell zusätzlich zum Posten des Cheftrainers bekleidet, könnte so entlastet werden. Die Transfers des 49-Jährigen in den vergangenen beiden Jahren waren vor allem bei den ausländischen Profis oftmals unglücklich. Das belegen die Beispiele David van der Gulik, Joonas Rönnberg oder auch der in dieser Spielzeit nachverpflichtete Adam Courchaine. Adam machte jedoch klar, dass das Profil eines etwaigen Sportdirektor-Postens erst definiert werden müsse.

Dem Trainerduo sprach der ehemalige Handballer sein Vertrauen aus. „Wir geben uns nicht irgendwelchen Strömungen hin“, erklärte Adam und spielte damit auf Kommentare in den sozialen Netzwerken an, in denen ein Rücktritt oder eine Entlassung Kreutzers gefordert wird. In der Frage steht Adam für Kontinuität, ansonsten steht bei der DEG alles auf dem Prüfstand – auch sämtliche Spielerverträge.

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