Interview
„Für mich schließt sich ein Kreis“ – Daniel Kreutzer hat an der Brehmstraße angefangen und hört dort auf.

„Für mich schließt sich ein Kreis“ – Daniel Kreutzer hat an der Brehmstraße angefangen und hört dort auf.

Young

„Für mich schließt sich ein Kreis“ – Daniel Kreutzer hat an der Brehmstraße angefangen und hört dort auf.

Düsseldorf. Am 17. Februar steigt das Abschiedsspiel für DEG-Legende Daniel Kreutzer. Mit der WZ spricht er über die Organisation und seine Verbindung zur Brehmstraße, über Chris Valentine und Hans Zach.

Herr Kreutzer, wie lebt es sich ohne Eishockey?

Daniel Kreutzer: Überraschend gut. Klar, wenn man beim Spiel ist, juckt es, aber ich habe viel zu tun. Ich kümmere mich um das Abschiedsspiel und die Vorbereitung auf die Umschulung. Da entscheidet sich bald, in welche Richtung es geht.

In welche soll es gehen?

Kreutzer: Ich habe letztes Jahr mit Sportmanagement angefangen, jetzt würde ich gern als Umschulung das Studium Fitness- und Sportfachwirt machen. Das ist eine Mischung aus Management und Trainer. Dann kann ich es mir offen halten, in welche Richtung ich später gehe.

Da ist das Abschiedsspiel ja das ideale Training, um die andere Seite des Profi-Eishockey kennenzulernen.

Kreutzer: Definitiv, deswegen war es mein Wunsch, dass ich das mit Frank Reichert und Stefan Prill zusammen selber organisiere, dass ich dabei viel lerne, was die Organisation angeht, von der Logistik bis zum Merchandising.

Ist Ihnen dieses Spiel auch so wichtig, weil Sie keine Verabschiedung bei Ihrem letzten Spiel hatten?

Kreutzer: Auf jeden Fall. Das Spiel gegen Augsburg wäre noch viel emotionaler gewesen, wenn ich gewusst hätte, dass es das letzte ist. Das war kein richtiger Abschluss, deswegen freue ich mich auf das Abschiedsspiel. Und ich denke, dass das eine geile Sache wird. Wer da nicht dabei ist, wird es bereuen, denn es wird das letzte Mal sein, dass die Brehmstraße voll sein wird und dass die ganzen alten Stars auflaufen.

Namen bitte.

Kreutzer: Einige sind ja schon bekannt wie Tore Vikingstad oder Uli Hiemer. Jetzt steht fest: Peter Lee wird kommen und spielen. Chris Valentine will kommen, aber nicht spielen. Ich habe ihn aber überredet, dass er doch spielt, zumindest in Überzahl. Generell hat niemand abgesagt, alle freuen sich drauf.

Die Teams heißen „Daniels Friends“ und „Allstars“. Wer ist denn Allstar und darf nicht Ihr Freund sein?

Kreutzer: (lacht) Das hat damit nichts zu tun. Auch die Allstars sind meine Freunde, aber das sind die, mit denen ich bei der DEG gespielt habe. Ich werde Hälfte Hälfte spielen. Die Friends werden übrigens in speziellen Füchschen-Alt-Trikots spielen. Die Allstars spielen in speziellen DEG-Trikots. Beide gibt es zu kaufen.

War immer klar, dass Sie Ihr Abschiedsspiel an der Brehmstraße machen?

Kreutzer: Selbstverständlich! Für mich schließt sich der Kreis. Ich bin dort aufgewachsen, im Restaurant meiner Eltern. Da habe ich nur meine Hausaufgaben gemacht, etwas gegessen – und bin dann runter aufs Eis. Da bin ich Profi geworden, habe im alten Tempel schöne Jahre verbracht. Da passt für mich einfach alles zusammen.

Die Fans sehen das ähnlich. Über 6000 Karten sind verkauft, mehr als bei der 80-Jahr-Feier vor zwei Jahren. Überrascht Sie das?

Kreutzer: Ich hatte da überhaupt keine Vorstellung. Aber dass es jetzt so ein großer Andrang ist, hätte ich nicht gedacht. Und nicht, dass es so schnell geht.

Wie viele Fans dürfen überhaupt rein?

Kreutzer: 9000 – das ist die maximale Kapazität. Stadionsprecher wird Volker Boix sein, es kann keinen anderen geben.

Und in den Drittelpausen gibt es die berühmt-berüchtigte Kreutzer-Wurst?

Kreutzer: Ja sicher. Kreutzer-Wurst nach Kreutzer-Rezept. An den bekannten Ständen mit den alten Karten, mit Bockwurst und Mettbrötchen.

Haben Sie den Tag schon vor Augen?

Kreutzer: Ich bin erstmal überwältigt von der Resonanz. Das zeigt mir, dass ich irgendetwas richtig gemacht haben muss in meiner Karriere. Wie der Tag sein wird, das kann ich mir noch nicht vorstellen. Aber es wird ganz sicher sehr emotional. Am Ende werde ich wahrscheinlich denken, dass er viel zu schnell vorbeigegangen ist.

Sie haben die ganzen alten Recken ja persönlich eingeladen. Wie war es, am Telefon mit ihnen zu sprechen?

Kreutzer: Eigentlich habe ich ja mit fast allen immer wieder Kontakt gehabt. Aber was ich wirklich sagen muss: Ich habe mich zuletzt mit Chris Valentine getroffen, der war hier in Düsseldorf. Da hat die Chemie sofort wieder gestimmt. Ich hatte gar nicht mehr in Erinnerung, wie sympathisch er ist. Auf dem Eis war er immer so ein bisschen muffelig. Aber privat ist er einfach klasse. Das war ein sehr schöner Abend. Als er 1984 zur DEG kam, habe ich ihn ja auch als Vierjähriger vom Flughafen abgeholt. Da schließt sich also auch wieder ein Kreis. Ich versuche, ihn dazu zu überreden, auch zu spielen. Er will es eigentlich nicht. Aber ein bisschen vor dem Tor herumstehen, wird er schon schaffen.

Was ist mit den Trainern? Wird der „Alpenvulkan“ Hans Zach auch bei Ihrem letzten Hallo rauchen?

Kreutzer: Er wird kommen, auf jeden Fall! Jede der beiden Mannschaften wird zwei Trainer haben, Hans ist natürlich dabei.

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer