Das Team von Christof Kreutzer kämpft, macht gegen Iserlohn im Topspiel aber zu viele Fehler.

Eishockey
Die Verteidigung der DEG - hier Bernhard Ebner, Mathias Niederberger und Stephan Daschner - machte gestern zu viele Fehler.

Die Verteidigung der DEG - hier Bernhard Ebner, Mathias Niederberger und Stephan Daschner - machte gestern zu viele Fehler.

Birgit Häfner

Die Verteidigung der DEG - hier Bernhard Ebner, Mathias Niederberger und Stephan Daschner - machte gestern zu viele Fehler.

Düsseldorf. Wenn die Düsseldorfer EG unter dem Trainergespann Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter eine Fähigkeit perfektioniert hat, dann ist es die, nach Rückschlägen stets die richtige Antwort zu haben. Gibt es mal eine krachende Niederlage, folgt sogleich ein Sieg. Dieser Tage kommt es aber meist gar nicht so weit, weil die Rot-Gelben selbst innerhalb eines Spiels den Schalter umlegen können und sich auch aus Rückständen nicht viel machen.

Da war erst vor wenigen Tagen in Nürnberg zu sehen, als die Düsseldorfer mit einem 0:3 ins letzte Drittel gingen, um am Ende noch 4:3 nach Verlängerung zu gewinnen. Und das war auch gestern Abend zu sehen, als die DEG die Iserlohn Roosters zum Topspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) empfing. Auch da startete sie ganz schwach und lag nach dem ersten Abschnitt verdient mit 0:2 zurück. Doch dann zeigte sie sich wie verwandelt und glich zum 2:2 aus. Und selbst das 2:3 zu Beginn des Schlussdrittels machte sie nur 50 Sekunden später vergessen. Erst auf den vierten Treffer der Gäste hatte die DEG keine Antwort mehr und verlor am Ende vor 8169 Zuschauern mit 3:5 (0:2/2:0/1:3).

Damit sind die Düsseldorfer die Tabellenführung der DEL erst mal los. Schocken konnte das aber keinen so richtig. „Uns war klar, dass wir nicht die ganze Saison da oben stehen werden. Jetzt haken wir das ab, fahren am Freitag nach Hamburg und holen uns die drei Punkte zurück“, sagte Manuel Strodel, der zum zwischenzeitlichen 3:3 getroffen hatte und nicht den Eindruck machte, besonders enttäuscht zu sein.

Noch besser war die Laune bei den Sauerländern: „Im ersten Drittel waren wir einen Tick die bessere Mannschaft. Aber wie es so oft verlieren wir mit zwei Toren Vorsprung unsere Linie. Im letzten Drittel haben wir dann wieder weniger Fehler gemacht“, sagte Trainer Jari Pasanen, dessen Team weiter auf Rang drei steht und sogar noch ein Spiel in der Hinterhand hat.

Kritik an Iserlohns Personalpolitik wird immer lauter

Das kommt allerdings nicht bei jedem gut an. Haben die Iserlohner doch nur ganze vier Spieler im Kader, die in Deutschland ausgebildet wurden. Dafür tragen gleich elf Spieler das Trikot der Roosters, die eingebürgert wurden. Sie würden so die Ausländerbeschränkung der Liga umgehen, heißt es immer wieder.

Tor Mathias Niederberger (Bobby Goepfert);
Abwehr Tim Conboy, Kurt Davis - Stephan Daschner, Bernhard Ebner - Corey Mapes, Joonas Rönnberg - Niki Mondt;
Angriff Drayson Bowman, Rob Collins, Daniel Kreutzer - Norm Milley, Ken-André Olimb, Manuel Strodel - Alexej Dmitriev, Eduard Lewandowski, Alexander Preibisch - Chris Minard, Marcel Brandt, Daniel Fischbuch

Tor Chet Pickard (Mathias Lange);
Abwehr Ryan Button, Colten Teubert - Jean-Philippe Coté, Kevin Lavallee - Dieter Orendorz, Denis Shevyrin - Robert Raymond;
Angriff Luigi Caporusso, Jason Jaspers, Brooks Macek - Chad Bassen, Bradley Ross, Cody Sylvester - Boris Blank, Mike York, Nicholas Petersen - Zach Hamill, Marko Friedrich

Hunnius (Berlin) und Rohatsch (Lindau)

8169

0:1 (6:18) Bradley Ross, 0:2 (10:59) Hamill (Bassen), 1:2 (27:26) Collins (Kreutzer, Conboy), 2:2 (29:00) Minard (Milley, Conboy) , 2:3 (40:59) Sylvester (Bassen, Caporusso), 3:3 (41:49) Strodel (Milley, Daschner), 3:4 (49:15) York (Button, Peterson) , 3:5 (59:50) Macek

DEG 14, Roosters 6

Das war in den vergangenen Jahren zwar selten anders, Manager Karsten Mende war immer schon ein Meister darin, deutschstämmige Kanadier über den Atlantik zu locken und sie einbürgern zu lassen. Aber diese Saison fällt es mehr auf, weil die Iserlohner trotz ihres kleinen Etats zu den Topmannschaften der Liga gehören und mehr im Fokus sind. Die Fachzeitung „Eishockey News“ räumte dem Thema „Iserlohn und die Ausländer“ in ihrer aktuellen Ausgabe sogar ihr Titelblatt frei.

Die Fans der Roosters stört das ganze Theater um ihren Kader derweil wenig. Rund 1000 waren gestern nach Düsseldorf gefahren und freuten sich gleich über zwei frühe Tore ihrer Kanadier Bradley Ross und Zach Hamill. Und damit war die DEG noch gut bedient, die im ersten Drittel völlig neben sich stand, zahlreiche falsche Entscheidungen traf, wichtige Zweikämpfe verlor und unnötige Fehlpässe spielte.

Begünstigt wurde das Ganze durch die Schiedsrichter Marian Rohatsch und Sirko Hunnius, die vor allem in Sachen Strafenverteilung eine ganz schwache Leistung zeigten. Allerdings hatten auch die Gäste unter ihnen zu leiden, als Bradley Ross nach 49 Minuten Penalty-reif gefoult wurde, die Schiedsrichter aber Bully im Mitteldrittel gaben. Das war auch beiden Trainern nicht verborgen geblieben, die sich allerdings lachend mit einem „der Schiedsrichter hat immer Recht“ begnügten.

Erst im zweiten Drittel waren die Düsseldorfer im Spiel und zeigten, warum sie zwölf ihrer vergangenen 13 Spiele gewonnen hatten. Doch im letzten Drittel wurden die Fehler zu viel, die DEG hatte keine Antwort mehr.

© WhatsBroadcast

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