Nach dem Sieg in Berlin steht heute das Derby in Köln an.

EISHOCKEY
Großer Jubel beim im Sonderzug mitgereisten Anhang. Die DEG gewinnt mit 3:2 bei den Eisbären.

Großer Jubel beim im Sonderzug mitgereisten Anhang. Die DEG gewinnt mit 3:2 bei den Eisbären.

Häfner

Großer Jubel beim im Sonderzug mitgereisten Anhang. Die DEG gewinnt mit 3:2 bei den Eisbären.

Ein üppiges Silvester-Menü? Gab es nicht. Alkohol? Erst recht nicht. Der Spielplan der Deutschen Eishockey Liga (DEL) kennt mit den Profis der 14 Teams weder an Weihnachten noch zu Neujahr irgendein Erbarmen. Wo die meisten Menschen ein wenig zur Ruhe kommen, werden die Mannschaften kreuz und quer durch die Republik gehetzt. Die Kölner Haie brachen am ersten Weihnachtsfeiertag auf, weil sie am zweiten Weihnachtsfeiertag schon um 14 Uhr in Straubing angesetzt waren. Da durfte die Düsseldorfer EG zwar zu Hause antreten, musste dann jedoch binnen vier Tagen über Ingolstadt nach Berlin und wieder zurück gen Heimat ein wenig Deutschland-Reise spielen.

Dass der wegen der Olympia-Pause extrem gedrängelte Terminkalender für die miserable Leistung beim 0:4 in Ingolstadt mit verantwortlich sein könnte, ließ die Aussage von Lukas Laub durchaus erahnen. „Manchmal ist man mental irgendwie nicht so bereit, wie man es eigentlich sein sollte“, hatte der Angreifer der DEG nach dem unterirdischen Auftritt an der Donau Müdigkeit durchblicken lassen. Für seinen Mitspieler Manuel Strodel war dann auch klar: „Ich werde an Silvester zu Hause bleiben, ganz ruhig in 2018 hinein feiern und recht früh zu Bett gehen. An Neujahr ist schließlich Training und am Dienstag geht es dann ja schon zu den Kölner Haien.“

In diesen Wochen scheint vieles im Körper nur noch über die Motivation zu gehen. Wie gut für die Spieler der DEG, dass sie da in der schweren Partie beim Auswärts-Angstgegner Eisbären Berlin von rund 800 Fans unterstützt wurden, die sich mit einem Sonderzug auf den Weg an die Spree gemacht hatten. „Diese Unterstützung war definitiv ein Ansporn, wir wollten die Fans unbedingt mit drei Punkten belohnen“, sagte Strodel. Der 25-Jährige selbst war es dann, der mit seinem Treffer knapp sieben Minuten vor der Schlusssirene die Anhänger jubeln ließ. Das Brandenburger Tor fanden die Fans interessant, das Strodel-Tor aber stellte es ganz klar in den Schatten.

Henrion und Strodel drehen das Spiel für die DEG in Berlin

Bis ins zweite Drittel hinein hatte allerdings nichts auf dieses 3:2 (0:2/1:0/2:0) hingedeutet. Viel zu einfach konnten die Eisbären durch Noebels (14.) und Ziegler (19.) auf 2:0 stellen, doch mit dem durch einen Torwartfehler begünstigten glücklichen Treffer von Spencer Machacek (35.) erhielt das Spiel die nicht für möglich gehaltene Wende. In der 46. Minute gelang John Henrion das 2:2, dann ließ Strodel den Düsseldorfer Fan-Block erbeben. „Unser Start war nicht gut. Ab dem zweiten Drittel aber haben wir gezeigt, was für eine Waffe wir sein können“, meinte Strodel.

Die wird auch heute ab 19.30 Uhr (WZ-Liveticker) wieder gezeigt werden müssen, soll bei den Kölner Haien im 218. Rheinischen Derby der 99. Sieg gelingen. An mentaler Müdigkeit dürfte er nicht scheitern. „Das ist die Mutter der deutschen Eishockey-Derbys, in diesem Duell ist alles außer Kraft gesetzt. Es zählt weder was wir vorher gespielt haben, noch was an Programm vor uns liegt oder wie es in der Tabelle aussieht. Düsseldorf gegen Köln hat seine eigenen Regeln und wer für diese Begegnung motiviert werden muss, der ist fehl am Platz“, sagte Manuel Strodel. Geschlafen werden kann schließlich am Donnerstag im Bus. Dann nämlich geht es im gnadenlosen Kalender gleich weiter nach Schwenningen, bevor am Sonntag das erste Heimspiel des Jahres 2018 ansteht.

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