Der vom Erfolg verwöhnte Klub erlebte ein bewegtes Jahr – drei Titel wieder möglich.

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Vor allem in der ersten Hälfte des Jahres hatte Timo Boll oft Grund zum Jubel. Seine Erkrankung bremste ihn in der zweiten Hälfte aus.

Vor allem in der ersten Hälfte des Jahres hatte Timo Boll oft Grund zum Jubel. Seine Erkrankung bremste ihn in der zweiten Hälfte aus.

dpa

Vor allem in der ersten Hälfte des Jahres hatte Timo Boll oft Grund zum Jubel. Seine Erkrankung bremste ihn in der zweiten Hälfte aus.

Düsseldorf. Der Borussia droht der Sturz vom höchsten Thron in das tiefste Tal der Erfolglosigkeit. So glanzvoll die erste Hälfte des auslaufenden Tischtennis-Jahres war, so bitter verlief die zweite Hälfte. „In diesem Jahr haben wir die schönsten Momente unserer 50-jährigen Erfolgsgeschichte erlebt, aber auch mit den größten Verletzungssorgen zu kämpfen gehabt“, sagte Manager Andreas Preuß.

Gelungener Jahresauftakt

Im Januar gewann die Borussia in Stuttgart zum 20. Mal den DTTB-Pokal. Sowohl im Halbfinale (3:1 gegen TTC Fulda) als auch im Finale (3:0 gegen die TTF Ochsenhausen) waren die Düsseldorfer dabei so dominant gegen die nationale Konkurrenz, dass es Angst machen musste.

Totaler Triumph

Im Mai holte die Borussia zum dritten Mal in Folge den Titel in der europäischen Champions League, im Juni wurde sie erneut Deutscher Meister. Es war der 57. Titel für die Tischtennis-Asse vom Staufenplatz, die damit alle drei Titel verteidigten. Borussia-Manager Andreas Preuß hatte extra ein Wort dafür erfinden müssen: „Double-Triple“. .

Vielversprechende Verlängerung

Die neue Saison hatte noch gar nicht begonnen, da sorgte die Borussia für die erste große Schlagzeile: Timo Boll verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2014. Die deutsche Nummer eins war Anfang des Jahres auch die Nummer eins in der Welt, Boll erfüllte sich im Mai den Traum von einer Medaille bei der Einzel-WM (Bronze), wurde im Herbst zum 15. Mal Europameister und brachte sogar ein Buch heraus.

Verdiente Ehre

Timo Boll wurde Dritter bei der Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres, zum dritten Mal in Folge als Nordrhein-Westfalens als bester Sportler gewählt sowie bei der „Nacht des Düsseldorfer Sport“ Ende November als Düsseldorfs Sportler des Jahres ausgezeichnet. Als Mannschaft wurde die Borussia Zweiter (Düsseldorf) und Vierter (NRW).

Fatale Verletzungsmisere

Bei der Pokal-Endrunde am 6./7. Januar in Stuttgart will die Borussia in drei Spielen von Viertelfinale bis Finale den Titel verteidigen. Viertelfinal-Gegner ist aber ausgerechnet der 1. FC Saarbrücken, souveräner Tabellenführer in der Tischtennis-Bundesliga.

Am 8. Januar tritt die Borussia zum Rückrundenauftakt beim SV Plüderhausen an.

Bolls so langwierige wie rätselhafte Viruserkrankung im Spätherbst war nur ein Teil der Verletzungsmisere, die den Klub seit dem Sommer verfolgte. Christian Süß hatte sich bei einem Showturnier im Juni ein Stück Knorpel im Knie abgerissen und spielte erst am 21. November wieder für die Borussia. Auch János Jakab musste sich einer Operation unterziehen (Schulter), kehrte zu Saisonbeginn ins Team zurück, litt aber bis zuletzt unter den Folgen. Zu allem Überfluss verletzte sich Patrick Baum beim Abschlusstraining vor dem letzten Champions-League-Gruppenspiel in Istres, so dass der Rekordmeister in der laufenden Saison bislang in keinem Spiel in Bestbesetzung antreten konnte.

Bittere Enttäuschung

In der Champions League ereilte den Titelverteidiger das Aus in der Vorrunde. Der dritte Rang in der Gruppe bedeutete noch die Europapokalteilnahme im ETTU-Pokal, was den erneuten Gewinn von drei Titeln noch möglich macht. In der Tischtennis-Bundesliga gab es vier Niederlagen in neun Hinrundenspielen. Als Dritter wäre die Borussia derzeit noch Play-off-Teilnehmer.

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