Ein bitteres 0:3 bedeutet wohl das Aus in der Champions League. An ein Wunder glaubt niemand mehr.

Patrick Baum kann sich noch so sehr strecken. Borussias Nummer 2 unterlag am Sonntag dem Ex-Düsseldorfer Dimitrij Ovtcharow mit 1:3.
Patrick Baum kann sich noch so sehr strecken. Borussias Nummer 2 unterlag am Sonntag dem Ex-Düsseldorfer Dimitrij Ovtcharow mit 1:3.

Patrick Baum kann sich noch so sehr strecken. Borussias Nummer 2 unterlag am Sonntag dem Ex-Düsseldorfer Dimitrij Ovtcharow mit 1:3.

Hajo Lange

Patrick Baum kann sich noch so sehr strecken. Borussias Nummer 2 unterlag am Sonntag dem Ex-Düsseldorfer Dimitrij Ovtcharow mit 1:3.

Düsseldorf. Borussia Düsseldorf ist auf europäischer Ebene nur noch zweitklassig. Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gingen die Tischtennisprofis mit 0:3 gegen Titelverteidiger TTC Orenburg unter und bestätigten damit das sportliche Desaster der Vorrunde, die sie als siegloser Gruppenletzter abgeschlossen hatten. Nur durch ein formales Vergehen (von Chartes) waren sie noch in die Runde der letzten Acht gerutscht, dürften diese unverhoffte Chance aber wohl nicht nutzen können.

Zu schlecht ist die Ausgangsposition vor dem Rückspiel am kommenden Freitag in Russland (0:3 und 4:9 Sätze). Manager Andreas Preuß musste nach der nun deutlich bestätigten „Wachablösung“ in der europäischen Königsklasse die verdiente Niederlage eingestehen: „Wir haben ihnen das Leben so schwer wie möglich gemacht. Aber natürlich will man dann nicht nur zweieinhalb Stunden voll dagegenhalten, sondern auch gewinnen. Das ist uns heute hier leider nicht geglückt.“

Boll und Baum vergeben eininge Chancen, um das Blatt zu wenden

Der Schlüssel war wohl die Auftaktpleite von Timo Boll gegen Ex-Borusse Vladimir Samsonov – wenn schon die Nummer eins nicht die Nummer zwei des Gegners besiegen kann, ist danach einfach nur noch wenig möglich. Der Düsseldorfer leistete sich im ersten Satz nach 9:7-Führung zwei leichte Fehler und verlor den Durchgang. Zwar holte Boll den zweiten Satz und kam auch immer wieder aus der Bedrängnis zurück. Aber „Vladi“ hatte vor den Augen seines einstigen Borussia-Erfolgstrainers Mario Amizic und Ex-Mannschaftskollege Jörg Roßkopf (Bundestrainer) das nötige Glück mit Netzrollern und Kantenbällen und behielt in den entscheidenden Momenten die Ruhe. „Vladi hat sehr gut gespielt und war am Ende den Tick besser“, sagte Boll.

Auch Patrick Baum lieferte sich ein packendes Duell gegen Dimitrij Ovtcharov, ließ aber ebenfalls einige Chancen umgenutzt und brachte schließlich im vierten Satz eine 9:5-Führung nicht ins Ziel. Kamal Achanta ließ kurz Hoffnung aufkommen bei 2:0 Sätzen, Gegner Alexej Smirnov konnte aber entscheidend nachlegen und besiegelte den deutlichen Hinspielerfolg der Gäste.

Großer Andrang macht auch die Organisation nicht zum Kinderspiel

Nicht nur sportlich, auch organisatorisch war die Borussia beim selbst erklärten „Spiel des Jahres“ an ihre Grenzen gestoßen. Wegen der großen Nachfrage wurde ein Teil der Ehrengäste in der zum zweiten „Vip-Raum“ umgewandelten Kantine versorgt. Der Vorverkauf war drei Tage zuvor eingestellt worden, allerdings dürften sich deutlich mehr als die angegebenen 1100 Zuschauer in die Halle gequetscht haben. Zumindest konnten die Borussia-Verantwortlichen von Glück reden, dass auf der Staufenplatz-Fläche kein Zirkus oder eine ähnliche Veranstaltung stattfand. Denn so blieb das übliche Parkplatz-Chaos aus.

0:3

Timo Boll - Vladimir Samsonov 1:3 (9:11, 11:8, 9:11, 7:11); Patrick Baum - Dimitrij Ovtcharov 1:3 (10:12, 11:8, 12:14, 9:11); Kamal Achanta - Alexey Smirnov 2:3 (13:11, 11:3, 9:11, 6:11, 6:11)

1100 (ausverkauft)

Nach dem Ergebnis vom Sonntag liegt die nächste Veranstaltung dieses Kalibers im Tischtennis-Zentrum mehr als ein halbes Jahr in der Zukunft. Es sei denn, der Borussia gelingt mit einem glatten Sieg und nur drei abgegeben Sätzen am Freitag ein Tischtennis-Wunder.

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