Durch den 3:0-Sieg über Ochsenhausen ist die Meisterschaft schon sicher.

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Borussia ist die Nummer eins: Christian Süß zeigt hier seine Entschlossenheit.

Borussia ist die Nummer eins: Christian Süß zeigt hier seine Entschlossenheit.

Horstmüller

Borussia ist die Nummer eins: Christian Süß zeigt hier seine Entschlossenheit.

Düsseldorf. Natürlich hatten sie auf Seiten der Borussia nichts vorbereitet. Wer konnte schon ahnen, dass sich die TTF Ochsenhausen erneut mit 0:3 in eigener Halle abfertigen ließen? Diesmal sparten sich die Tischtennis-Profis auch den Ritt auf dem Ochsen im Stadtzentrum und das Bad im Brunnen, mit dem sie zwei Wochen zuvor den Gewinn des Champions-League-Titels gefeiert hatten. Sie machten sich lieber schnell auf den Heimweg, um im Tischtenniszentrum und in der Düsseldorfer Altstadt feiern zu gehen.

Denn der Deutsche Meistertitel ist ihnen nach dem 3:0 im ersten Final-Hinspiel nicht mehr zu nehmen. Dank der besseren Platzierung in der Vorrunde - gewinnt Ochsenhausen das Rückspiel am kommenden Sonntag mit 3:0, gäbe bei ausgeglichenem Punktestand der erste Platz der Borussia gegenüber dem zweiten der Schwaben den Ausschlag.

Das Spiel in der Reisholzer Mehrzweckhalle hat damit zwar sportlich keine Bedeutung mehr, aber erst dann bekommen Timo Boll und seine Kollegen den "Pott" (zum 22. Mal in der Vereinsgeschichte) und die Goldmedaillen. An so ein Ergebnis habe er "höchstens in den kühnsten Träumen" mal gedacht, bekannte Manager Andreas Preuß, muss sich aber jetzt für das Rückspiel einiges einfallen lassen.

Eine (Zurück-)Verlegung in das kleinere Tischtenniszentrum scheint trotzdem kein Thema zu sein. Die Organisation sei zu weit fortgeschritten, die Eintrittskarten beispielsweise sind gedruckt, heißt es. Da wird guter Rat teuer sein. Schon das Hinspiel hatten in der Paul-Heckmann-Sporthalle in Biberach nur 800 Zuschauer verfolgt.

Timo Boll hat seinen Einsatz auch für das Rückspiel angekündigt

"Es tut mir ein wenig leid für die Ochsenhausener, dass wir jetzt zum zweiten Mal vor ihrer Nase feiern. Aber natürlich bin ich froh, dass wir den Sack hier frühzeitig zumachen konnten", sagte Timo Boll. Der Jubel war riesig bei der Borussia, die von rund 50mitgereisten Fans frenetisch gefeiert wurden.

Tiago Apolonia - Dimitrij Ovtcharov 1:3 (9:11, 13:12, 8:11, 11:13); Chuang Chih-Yuan - Timo Boll 0:3 (7:11, 8:11, 9:11); Pär Gerell - Christian Süß 1:3 (16:14, 9:11, 12:14, 5:11)

7. Juni, 13 Uhr, Karl-Hohmann-Straße

Schließlich ist der Düsseldorfer Klub mit dem 22. Meistertitel und dem 51. Erfolg insgesamt neben den Wasserballern von Spandau 04 der erfolgreichste deutsche Verein und rangiert noch vor den Fußballern des FC Bayern München, die bisher 21 nationale Titel verbuchen konnten.

Wegen des auch bei den Borussen vorher nicht für möglich gehaltenen Erfolgs gab es noch keine Planung für eine Feier am Abend. Bis vier Uhr am Montagmorgen feierten sie in der Altstadt im kleinen Kreis. Vielleicht gut so, denn so kann am kommenden Sonntag die große Titel-Party steigen, zu der dann doch die erhofften 2000 Zuschauer kommen könnten.

Zumal Boll durchblicken ließ, auf jeden Fall anzutreten. "Dann können in Düsseldorf auch alle Fans mitfeiern. Außerdem müssen wir noch zwei Spieler verabschieden, das ist bei uns gute Tradition", so Manager Preuß. Neben Ovtcharov (Charleroi) verlässt auch Marcos Freitas (Jülich) den Verein.

"Ich bin überglücklich, dass wir nach der Champions League auch noch den deutschen Titel verteidigen konnten. Ochsenhausen hat mit der Aufstellung alles versucht und alles auf eine Karte gesetzt."

ChristianSüß, Borussia, der den entscheidenden Punkt machte

"Unser Auftritt war sehr stark und souverän. Ochsenhausen hat eine absolute Risiko-Aufstellung gewählt und ist damit gescheitert."

DimitrijOvtcharov, Borussia, zum Verzicht der Gastgeber auf den Rumänen Adrian Crisan

"Wir hatten eigentlich nicht mit einer Entscheidung schon heute gerechnet und nicht einmal Sekt mitgebracht. Vielleicht sollte man über eine Modusänderung nachdenken."

FritzWienke, Borussia-Präsident, der die Meisterschaftsentscheidung gerne wieder spannender hätte

"Man muss es realistisch sehen: Wenn Timo Boll, Christian Süß und Dima Ovtcharov in normaler Form sind, ist das die deutsche Nationalmannschaft, insofern ist es ja gar keine so große Überraschung."

Hans-WilhelmGäb, Ehrenpräsident des Deutschen Tischtennis-Bundes, über "Borussia Deutschland"

 

 

 

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