Donnerstag startet die 19-jährige Sandra Mikolaschek in den Kampf um die Medaillen.

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Sandra Mikolaschek wird sich gegen einen Medaillengewinn bei den Paralympics nicht wehren.

Sandra Mikolaschek wird sich gegen einen Medaillengewinn bei den Paralympics nicht wehren.

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Sandra Mikolaschek wird sich gegen einen Medaillengewinn bei den Paralympics nicht wehren.

Düsseldorf. Gewöhnlich spielt Sandra Mikolaschek mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei gehört die Tischtennis-Spielerin der Borussia zur absoluten Weltspitze. 18 Mal war sie bereits Deutsche Meisterin, gewann EM-Silber und kam bei der WM 2014 in Peking bis ins Viertelfinale. In der aktuellen Weltrangliste belegt sie Rang fünf. Mit gerade mal 19 Jahren. Dass ihr die verdiente Aufmerksamkeit bislang versagt blieb, liegt daran, dass sie im Rollstuhl sitzt und alle diese Erfolge im Behindertensport feierte.

Heute startet sie ins Paralympische Tischtennis-Turnier von Rio de Janeiro. Und obwohl es ihre ersten Spiele sind, geht sie durchaus ambitioniert ins Rennen um Gold, Silber und Bronze. „Gegen eine Medaille würde ich mich nicht wehren“, sagt sie lachend. „Aber es geht auch darum, die ganzen Eindrücke zu sammeln und zu sehen, was um einen herum passiert.“

Die Rollstuhlfahrerin hat sich vier Jahre lang auf Rio vorbereitet

Sorgen, dass sie der paralympsche Zirkus und die Millionenmetropole Rio ablenken können, hat sie dennoch nicht: „Wenn der Wettkampf losgeht, ist man voll fokussiert, man arbeitet ja vier Jahre darauf hin.“

Drei dieser vier Jahre hat sie im Tischtennis-Zentrum am Staufenplatz verbracht, in das sie im September 2013 zog. Vorher lebte sie bei ihren Eltern in Sachsen-Anhalt. Nun fühlt sie sich wohl in Düsseldorf, hat vergangenes Jahr an der Hulda-Pankok-Gesamtschule Abitur gemacht und jeden Tag Tischtennis gespielt.

Sich vier Jahre lang auf einen Wettkampf vorbereiten, sei hart, gerade in „Phasen, in denen es nicht läuft, dann hat man auch keine Lust auf Training“, sagt Mikolaschek, „aber man rafft sich immer wieder auf, weil einem Tischtennis doch zu viel Spaß macht“.

Dass sie das nun auf der größtmöglichen Bühne mit einem gewaltigen Medienaufkommen tun darf, macht ihr besonderen Spaß. Angst, übernervös in den Wettkampf zu gehen, hat sie nicht: „Wir sind so gut wie nie in den Medien, und dann kommt das alles auf einmal. Das ist gut für den Sport, damit muss man umgehen können.“

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