In Ulm steht das „Final Four“ um den nationalen Pokal an. Trainer und Manager sehen ihr Team nicht als Favorit.

In Ulm steht das „Final Four“ um den nationalen Pokal an. Trainer und Manager sehen ihr Team nicht als Favorit.
Panagiotis Gionis, Timo Boll und Patrick Franziska (v.l.) wollen in Ulm wieder einen Titel bejubeln. Archiv

Panagiotis Gionis, Timo Boll und Patrick Franziska (v.l.) wollen in Ulm wieder einen Titel bejubeln. Archiv

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Panagiotis Gionis, Timo Boll und Patrick Franziska (v.l.) wollen in Ulm wieder einen Titel bejubeln. Archiv

Düsseldorf. Es mag zum einen an der bisher eher durchwachsenen Saison liegen, dass die Verantwortlichen von Borussia Düsseldorf ihr Team beim „Final Four“ um den nationalen Tischtennis-Pokal am Samstag als Außenseiter sehen. Doch vielleicht fühlt sich der Titelverteidiger in dieser doch ungewohnten Rolle gar nicht so unwohl und möchte die Konkurrenz gar ein wenig verunsichern. „Nach unserem Sieg in Fulda sind wir mit neuem Schwung in das Jahr gestartet. Aber wir sind immer noch ein Stück von unserer Bestform entfernt. Mannschaften wie Saarbrücken stehen nicht ohne Grund deutlich vor uns in der Liga-Tabelle“, sagt Trainer Danny Heister.

Doch die Borussia wäre nicht die Borussia, wenn das Ziel in Ulm nicht klar formuliert wäre – und das ist nichts weniger als der Pokalsieg. „Wir fahren nicht zum Verlieren nach Ulm, sondern wollen den Titel verteidigen“, sagt Manager Andreas Preuß. „Wir haben in Fulda gezeigt, dass wir auch die Top-Teams schlagen können. Was uns jetzt noch fehlt ist die Konstanz. Ich erwarte insgesamt ein offenes Turnier.“

Der 23-malige Pokalsieger trifft in der Universitätsstadt in Baden-Württemberg zunächst auf den TTC Bergneustadt mit den Nationalspielern Steffen Mengel, Ricardo Walther und Benedikt Duda. Gegen den Tabellensechsten der Bundesliga gab es in der Hinrunde einen hart erkämpften 3:2-Auswärtssieg. Seit dem ersten Duell im November hat sich bei der Borussia allerdings etwas Entscheidendes verändert: Timo Boll ist wieder da und nach den Eindrücken vom jüngsten Bundesliga-Spiel in Fulda auf dem Weg zu alter Stärke. „In Ulm muss er bis zu viermal an den Tisch. Ob das operierte Knie das durchhält, wissen wir alle nicht. Aber es ist gut zu wissen, dass er fast wieder der Alte ist. Mit ihm in dieser Form können wir gegen jede Mannschaft gewinnen“, erklärt Preuß.

Im Finale würden Fulda oder Saarbrücken warten

Dass die Titelverteidigung nach dem bisherigen Verlauf der Saison kein Selbstläufer wird, ist auch den Spielern klar. Doch die Rückkehr Bolls verleiht der Borussia wieder jene Stabilität, die dem Team drei Monate lang überwiegend fehlte. Und die Aussagen von Preuß wirken beinahe schon wieder wie eine Kampfansage an die Konkurrenz. Diese besteht neben Bergneustadt aus den anderen beiden Halbfinalisten Fulda-Maberzell und dem Bundesliga-Tabellenführer aus Saarbrücken und will nach drei Triumphen der Düsseldorfer dieser Serie ein Ende bereiten.

„Spielerisch und athletisch muss ich den nächsten Wochen noch zulegen“, schrieb Boll vor wenigen Tagen auf seiner Facebook-Seite, zeigte sich aber trotzdem mit seinem aktuellen Leistungsstand zufrieden. Mit dem genesenen 34-Jährigen soll trotz vermeintlicher Außenseiterrolle der erste Titel des jungen Jahres eingefahren werden. Bleiben alle Spieler endlich einmal über einen längeren Zeitraum gesund, dürfte das erste Halbjahr 2016 die Chance auf zwei weitere Titel bereithalten. Wenn es in Ulm gut läuft, wird die Favoritenrolle als gutes Omen sicher auch in den nächsten Monaten gerne einmal  weitergeschoben.

Halbfinals: Borussia Düsseldorf – TTC Bergneustadt; 1. FC Saarbrücken – TTC Fulda-Maberzell (beide Samstag, ab 11 Uhr, Finale: 14 Uhr)

Timo Boll (GER/Weltrangliste: aktuell nicht gelistet/Alter: 34); Patrick Franziska (GER/41/23); Kamal Achanta (IND/67/33); Panagiotis Gionis (GRE/25/35)

Das „Final Four“ ist im Internet zu sehen: www.sportdeutschland.tv

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