Das Team um Timo Boll steht im Finale der Champions League. Dort geht es nun gegen Orenburg mit Ovtcharov und Samsonov.

TISCHTENNIS
Timo Boll hatte mit zwei Siegen wieder entscheidenden Anteil am Sieg im Halbfinale gegen Chartres ASTT. F: Horstmüller

Timo Boll hatte mit zwei Siegen wieder entscheidenden Anteil am Sieg im Halbfinale gegen Chartres ASTT. F: Horstmüller

Timo Boll hatte mit zwei Siegen wieder entscheidenden Anteil am Sieg im Halbfinale gegen Chartres ASTT. F: Horstmüller

Düsseldorf. Kamal Achanta ballte die Faust, hinter der Bande fielen sich Trainer Danny Heister, Manager Andreas Preuß und Achantas Mannschaftskollegen in die Arme. Bereits nach dem dritten Einzel um kurz nach 15 Uhr durfte am Samstag im Tischtenniszentrum am Staufenplatz gejubelt werden. Der Sieg des Inders über Damien Eloi war der zweite der beiden benötigten Einzelsiege im Halbfinal-Rückspiel der Tischtennis-Champions-League. Am Ende setzte sich der Rekordmeister wie schon im Hinspiel mit 3:1 gegen Chartres ASTT durch und zog erstmals seit 2011 wieder ins Finale ein.

„Kamal ist unser Mann für die speziellen Aufgaben. Wenn einer gegen Elois unkonventionelles Spiel gewinnt, dann er. Und Timo ist eine Klasse für sich, er ist einfach in allen wichtigen Spielen eine Bank“, sagte Manager Preuß anschließend über seine beiden Matchwinner des Nachmittags. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Chartres‘ Spitzenspieler Gao Ning, der wegen einer Erkrankung passen musste, setzte sich Borussias Spitzenspieler Timo Boll im ersten Einzel in vier Sätzen gegen Robert Gardos durch.

Viel fehlte nicht, und Achantas Einsatz im dritten Einzel wäre nur noch von statistischer Natur gewesen. Denn Patrick Franziska war bei seiner Fünfsatz-Niederlage gegen Pär Gerell bereits nah dran am entscheidenden zweiten Punkt für die Gastgeber. Doch der Schwede hielt das Team aus Frankreich mit dem 14:12-Sieg im finalen Satz noch im Spiel. „Auch Patrick hat toll gespielt. Es war die ganze Zeit knapp“, sagte Trainer Heister. Dann ließ Achanta mit seinem Dreisatzerfolg aber keinen Zweifel mehr am Finaleinzug aufkommen.

Manager Preuß sieht Orenburg leicht in der Favoritenrolle

In den Finalspielen im Mai kommt es aus Düsseldorfer Sicht zum Traumfinale gegen Fakel Orenburg. Der russische Spitzenclub mit den ehemaligen Borussia-Spielern Dimitrij Ovtcharov und Wladimir Samsonov behielt im anderen Halbfinale gegen Niederösterreich die Oberhand und steht damit zum fünften Mal in Folge im Endspiel der Champions League.

„Wir haben damit ein wichtiges Saisonziel erreicht. Ich sehe uns gegen Orenburg leicht in der Außenseiterrolle, da neben Ovtcharov auch Samsonov im Moment wieder Top-Tischtennis spielt, aber alles ist möglich. Ich denke schon, dass wir noch ein paar Prozente drauflegen können. Und das werden wir auch müssen. Aber wir haben im Moment einen Teamspirit wie lange nicht mehr, den merkt man wirklich durch und durch“, sagte Preuß.

3:1 Timo Boll – Robert Gardos 3:1 (15:13, 11:6, 7:11, 11:6), Patrick Franziska - Pär Gerell 2:3 (7:11, 11:7, 11:9, 8:11, 12:14), Kamal Achanta – Damien Eloi 3:0 (11:8, 13:11, 11:8), Timo Boll – Pär Gerell 3:0 (11:5, 11:9, 11:8) 

Das erste Finalspiel gegen das russische Topteam aus Orenburg bestreitet die Borussia am zweiten Mai-Wochenende am Staufenplatz. Drei Wochen später fällt die Entscheidung über die europäische Tischtennis-Krone in Russland.

Orenburg steht zum fünften Mal in Folge im Champions-League-Finale. Das vom Energieriesen Gazprom gesponserte Team gewann 2012 und 2013, 2011 hatte die Borussia Orenburg im Endspiel geschlagen.

Nach dem Sieg Achantas setzte Boll unter den Augen von Oberbürgermeister Thomas Geisel und ehemaligen Tischtennisgrößen der Borussia wie Eberhard Schöler, Wilfried Micke und Ralf Wosik den Schlusspunkt mit einem 3:0-Erfolg über Gerell. Boll schraubte mit den beiden Siegen seine beeindruckende Champions-League-Bilanz in dieser Saison auf 13 Siege in 15 Spielen.

„Wir haben alles versucht, aber Düsseldorf war zu stark heute. Und sie haben Timo Boll. Wir brauchten jemanden, der ihn schlagen kann, um zu gewinnen. Aber das ist schwierig und war heute nicht zu schaffen“, sagte Chartres-Trainer Calin Toma anerkennend.

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