Der 34-Jährige ist beim „Final Four“ in Ulm wieder der Sieggarant. Nach dem 3:0 im Halbfinale über Bergneustadt holt der Spitzenspieler den entscheidenden Punkt zum 3:2 im Finale gegen Fulda-Maberzell.

Tischtennis
Timo Boll war einmal mehr der überragende Spieler im Pokal-Finale.

Timo Boll war einmal mehr der überragende Spieler im Pokal-Finale.

dpa

Timo Boll war einmal mehr der überragende Spieler im Pokal-Finale.

Am Ende sah alles wieder so einfach aus. Timo Boll hatte im entscheidenden fünften Einzel des Pokalfinales gegen Ruwen Filus gerade seinen ersten Matchball verwandelt und streckte beide Arme zum Jubel in die Höhe, ehe er von den Mitspielern umarmt wurde. Für die Tischtennis-Profis von Borussia Düsseldorf beginnt das Jahr 2016 damit so, wie es sich Spieler, Trainer und Manager vorgestellt hatten – mit einem Titelgewinn. Doch der vierte Pokaltriumph in Folge und der 24. insgesamt war am Ende ein hartes Stück Arbeit.

Nach dem 3:0 im Halbfinale gegen Bergneustadt sahen die 3500 Zuschauer beim „Final Four“ in Ulm eine Borussia, die im Endspiel gegen den TTC Fulda-Maberzell bereits im dritten Einzel zwei Punkte vor der Titelverteidigung stand. Doch die Hessen kämpften sich zurück in die Partie. Jonathan Groth behielt gegen Düsseldorfs Abwehrspezialist Panagiotis Gionis im fünften Satz die Nerven und Wang Xi fertigte anschließend Patrick Franziska ab. Also musste es wieder einmal Timo Boll richten, der von Trainer Danny Heister etwas überraschend an Position zwei aufgeboten wurde.

Und der 34-Jährige spielte im alles entscheidenden Match gegen Ruwen Filus beinahe wieder so, als hätte es die dreimonatige Pause wegen seiner Knie-Verletzung niemals gegeben. 11:6, 12:10, 12:2 - insbesondere der dritte Satz war eine Demonstration.

„Das Phänomen Timo Boll“, jubelte Manager Andreas Preuß nach dem Triumph und wollte eigentlich gar nicht mehr sagen. „Wenn ein Spieler im Finale mit 0:1-Sätzen und 6:10 zurückliegt, und dieses Spiel noch dreht, fehlen einem einfach die Worte“, erklärte Preuß und spielte damit vor allem auf Bolls Leistung im ersten Final-Einzel gegen Wang Xi an, als der Rekord-Europameister Fuldas Topspieler in Schach hielt und trotz erkennbarer Müdigkeit nach dem Nationalmannschaftslehrgang alle seine drei Einzel gewann.

Fulda verliert zum sechsten Mal ein nationales Finale gegen Borussia

„Ich bin total glücklich. Nach dem fürchterlichen zweiten Halbjahr 2015 war das nun der perfekte Start und der Lohn für wirklich harte Arbeit. Den Titel haben wir uns verdient, aber ich bleibe dabei, wir waren nicht der Favorit“, sagte Heister nach dem 65. Titelgewinn der Vereinsgeschichte. Und vielleicht war der Niederländer sogar ein bisschen froh, dass es im Finale gegen Lieblingsgegner Fulda und nicht gegen Saarbrücken ging.

1. HALBFINALE

 
TTC Bergneustadt - Borussia 0:3
 
Spiele Steffen Mengel - Patrick Franziska 0:3 (4:11, 6:11, 5:11)
Benedikt Duda - Timo Boll 1:3 (4:11, 6:11, 13:11, 7:11)
Ricardo Walther - Panagiotis Gionis 1:3 (10:12, 15:13, 3:11, 8:11)
 
2. Halbfinale
 
Fulda-Maberzell- Saarbrücken 3:1
 
FINALE
 
TTC Fulda-Maberzell - Borussia 2:3
 
Spiele Wang Xi - Timo Boll 2:3 (11:3, 13:15, 2:11, 12:10, 5:11)
Ruwen Filus - Patrick Franziska 0:3 (6:11, 7:11, 6:11)
Jonathan Groth - Panagiotis Gionis 3:2 (10:12, 6:11, 11:2, 11:6, 12:10)
Wang - Franziska 3:0 (11:6, 11:7, 11:9)
Filus - Boll 0:3 (6:11, 10:12, 2:11)
 

Zum vierten Mal hintereinander standen sich die Düsseldorfer und Fulda im Pokalfinale gegenüber. Rechnet man die beiden Bundesliga-Finals mit ein, haben die Hessen jetzt das sechste Endspiel um einen nationalen Titel gegen die Borussia verloren. Das Duell in Ulm war dabei symptomatisch für den Saisonverlauf des Rekordmeisters. Erneut war es die fehlende Konstanz, die beinahe den Sieg gekostet hätte. Spielten Gionis und Franziska im Halbfinale gegen Bergneustadt souverän, fehlte beiden im möglichen entscheidenden Einzel die Ruhe. Doch es gab da ja noch das „Phänomen Boll“.

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