Nach dem bitteren Ausscheiden des Abwehrspielers mit der türkischen Nationalelf freut sich der 22-Jährige, in Fortunas Spielerkabine wieder andere Töne zu hören.

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Gemeinsam mit dem leicht angeschlagenen Havard Nielsen (l.) absolvierte Kaan Ayhan gestern nur eine längere Laufeinheit.

Gemeinsam mit dem leicht angeschlagenen Havard Nielsen (l.) absolvierte Kaan Ayhan gestern nur eine längere Laufeinheit.

Jos Mullers

Gemeinsam mit dem leicht angeschlagenen Havard Nielsen (l.) absolvierte Kaan Ayhan gestern nur eine längere Laufeinheit.

Zwei Tage hat Kaan Ayhan noch Zeit, um fit zu werden – für das nächste Ligaspiel der Fortuna am Samstag in Bielefeld (13 Uhr). Gestern musste der Abwehrspieler der Fortuna noch auf das Mannschaftstraining verzichten. Eine Dreiviertelstunde drehte er mit dem ebenfalls leicht angeschlagenen Havard Nielsen seine (Lauf-)Runden um das Trainingsgelände an der Arena. „Ich hatte eine leichte Muskelverhärtung im Oberschenkel“, berichtet Ayhan. „Deshalb habe ich auch auf einen Einsatz mit der türkischen Nationalmannschaft in Finnland (2:2) am Montag verzichtet.“

Doch ein wenig mehr nagt an der Spielerseele des Profis das Ausscheiden der Türkei in der WM-Qualifikation. Im entscheidenden Spiel vor einer Woche gegen Island stand Ayhan (als Rechtsverteidiger) 90 Minuten auf dem Platz, konnte aber nicht verhindern, dass die Türkei wegen der 0:3-Niederlage das Ticket für Russland verpasste. „Die Enttäuschung ist für das ganze Land riesengroß, nachdem wir uns zuvor eine so gute Ausgangsposition erspielt hatten“, sagte der türkische Nationalspieler in Diensten der Fortuna. „In der Mannschaft hat es gestimmt, die Qualität war jedenfalls da.“ Für Ayhan selbst war es wichtig, „auf dieser Ebene Erfahrungen sammeln zu können. Jedes Länderspiel ist ein Bonus für mich.“

Kaan Ayhan: Wir müssen als Mannschaft noch weiter reifen

Die sportliche Situation für Ayhan ist beim Zweitliga-Tabellenführer sicherlich anders – deutlich positiver. „Hier ist alles ein wenig ruhiger und entspannter. So war ich froh, dass ich heute in der Kabine positive Stimmung aufsaugen konnte.“ Die Länderspiele hat er mit dem Betreten des Fortuna-Team-Quartiers hinter sich gelassen, und der 22-Jährige sieht für einen möglichen Einsatz am Samstag auch kein Problem.

Ayhan geht mit bestimmten Vorstellungen in die nächsten Spiele mit der Fortuna. „Es wäre schön, wenn wir dahinkommen, dass wir die Spiele nicht immer bis zur 90. Minute so spannend gestalten“, sagt er. „Der Nervenkitzel ist schön für die Fans, für uns wäre es gut, wenn wir das nächste Spiel gegen einen sehr guten Gegner wie Bielefeld mit noch mehr Ruhe und Verstand angehen würden.“ Die Kontrolle über 90 Minuten wäre hilfreich. „Das haben wir bisher noch nicht geschafft, und deswegen stellt uns das bisher Erreichte auch noch nicht zufrieden.“

Das Klagen auf hohem Niveau soll davor bewahren, dass Fortunas Profis abheben. „Das Ziel ist in erster Linie nicht, Tabellenführer zu bleiben, sondern eine sehr gute Leistung zu zeigen und an die Erfolge der vergangenen Spiele anzuknüpfen“, sagt Fortunas Abwehrchef, der von sich und seinen Mitspielern fordert, nach einem Vorsprung mutiger zu spielen und den Ballbesitz besser auszunutzen. Allerdings sieht Ayhan auch, dass seine Mannschaft über die gesamte Saison noch reifen muss und die jüngeren Spieler natürlich auch noch viel lernen müssen.

Dass ein Wegbegleiter in Peter Hermann nicht mehr da ist, findet Ayhan sehr schade: „Das ist eine hohe Wertschätzung der Bayern für seine Arbeit. Er war wichtig für mich, aber letztlich hat er in den Spielen nicht auf dem Platz gestanden. Und wir haben eine gute Lösung gefunden.“

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