Das Team von Christof Kreutzer siegt vor 6894 Fans nach konzentrierter Arbeit im Topspiel.

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Jubel bei der DEG über den Sieg und hier das Tor zum 2:0 gegen den EHC München durch Alexander Preibisch (2. von links).

Jubel bei der DEG über den Sieg und hier das Tor zum 2:0 gegen den EHC München durch Alexander Preibisch (2. von links).

Birgit Häfner

Jubel bei der DEG über den Sieg und hier das Tor zum 2:0 gegen den EHC München durch Alexander Preibisch (2. von links).

Düsseldorf. Wer regelmäßig in Düsseldorf zum Eishockey geht, der ist aufbrausende Trainer gewohnt. Normalerweise ist es DEG-Coach Christof Kreutzer, der seinen Emotionen gern mal freien Lauf lässt. Am Sonntag war der 48-Jährige aber auffallend ruhig, dafür bekam sich Don Jackson kaum noch ein. Mehrmals stürmte er von seinem angestammten Platz hinter der Bank nach vorne an die Bande, knallte die Tür auffallend laut zu oder schrie gleich die Schiedsrichter oder seine Mannen an. Das lag nicht nur daran, dass der von ihm trainierte EHC München die meiste Zeit zurücklag und am Ende mit 1:4 bei der Düsseldorfer EG verlor, das lag vor allem an daran, wie fehlerhaft das Dank des Brause-Imperiums Red Bull hochgezüchtete Team auftrat.

„Wir haben von Anfang an zu viele Strafen genommen, das hat uns das Spiel gekostet, während wir selbst kein Powerplay-Tor geschossen haben“, sagte der EHC-Trainer. Denn es waren in der Tat die Special-Teams, die den Unterschied im Topspiel der Deutschen Eishockey Liga zwischen dem Vierten und dem Dritten ausgemacht hatten. Fünf Mal waren die Münchener in Überzahl, fünf Mal überstand die DEG das schadlos. „Unser Unterzahlspiel war ganz hervorragend“, sagte Kreutzer, dessen Team ebenfalls fünf Mal mit einem Mann mehr auf dem Eis war – und dabei gleich zwei Tore erzielte. Zum 1:0 durch Norm Milley nach 13 Minuten, und nachdem Alexander Preibisch kurz vor Drittelende das 2:0 geschossen hatte, legte Manuel Strodel Mitte des zweiten Abschnitts auch noch das 3:0 in Überzahl nach.

Die Spieler der DEG nahmen diesmal jeden Zweikampf an

Entsprechend erleichtert war Kreutzer hinterher: „Das war einganz wichtiges Spiel für uns. Die Jungs haben von Anfang an sehr gut umgesetzt, was wir besprochen haben“, freute sich der Erfolgscoach, dessen Team zuvor zwei Mal verloren hatte und vor allem beim 3:4 am Freitag in Hamburg einiges in Sachen Einsatz und Laufbereitschaft hatte vermissen lassen.

Das war am Sonntag ganz anders: Von der ersten Sekunde an war die DEG voll im Spiel, nahm jeden Zweikampf an, warf sich in Schüsse und ging keinem Handgemenge aus dem Weg. Und davon gab es einige, weil die Münchener über weite Teile dreckig spielten und gern auch nach einem Pfiff der Schiedsrichter noch nachstocherten. Ihre Becher werfenden Fans standen ihnen da in nichts nach.

„Jeder hat hart gearbeitet“, sagte Ken-André Olimb, der zwei Treffer vorbereitet hatte und mit Norm Milley und Manuel Strodel (je ein Tor und eine Vorlage) wieder die entscheidende Reihe gebildet hatte. Als Lohn der Mühen zog die DEG wieder am EHC vorbei und steht vor dem ausverkauften Derby am Freitag gegen Köln wieder auf Rang drei.

Düsseldorfer EG, Tor Niederberger (Bick); Abwehr Conboy, Davis - Daschner, Ebner - Rönnberg, Mapes; Angriff Dmitriev, Lewandowski, Preibisch - Bowman, Collins, Kreutzer - Milley, Olimb, Strodel - Minard, Brandt, Fischbuch

München, Tor Aus den Birken (Leggio/Lang); Abwehr St. Denis, Smaby - Regehr, Kettemer - Boyle, Söderholm; Angriff Pinizzotto, Aucoin, D. Sparre - Wörle, Christensen, Wolf - Y. Seidenberg, Jaffray, Samson - Ramoser, Eder, Maurer

Schiedsrichter Markus Krawinkel (Moers) und Didier Massy (Schweiz)

Zuschauer 6894

Tore 1:0 (12:58) Milley (Olimb,Strodel/5-4); 2:0 (18:21) Preibisch (Dmitriev, Lewandowski); 29:10 Strodel (Milley, Olimb/5–4); 3:1 (37:32) Wörle (Christensen); 4:1 (59:27) Lewandowski (Kreutzer, Collins/5–6)

Strafminuten Düsseldorfer EG 18 plus 10 Minuten Bernhard Ebner, München 18 plus 10 Minuten für Pinizzotto und Sparre

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