Erste Golfclubs gab es in Düsseldorf erst 1930. Zum Start der Saison 2010 sind die Anlagen voll. Kinder und Familien sind die neue Klientel.

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Johann von Ulft (rechts vom Baum) beim Abschlag 1706. Der erste Drive der Region wurde als Gemälde festgehalten.

Johann von Ulft (rechts vom Baum) beim Abschlag 1706. Der erste Drive der Region wurde als Gemälde festgehalten.

Deutsches Golfarchiv Köln

Johann von Ulft (rechts vom Baum) beim Abschlag 1706. Der erste Drive der Region wurde als Gemälde festgehalten.

Düsseldorf. Mit dem sonnigen Frühlingswetter starten auch die Golfer in Düsseldorf und Umgebung in die neue Saison. Höhepunkt wird die fünfte Düsseldorfer Golfwoche vom 9. bis 12. September sein. Die ist zwar noch einige Monate entfernt, doch schon jetzt müssen sich die Teilnehmer anmelden, um noch einen Platz auf dem Grün der vier Teilnehmerclubs zu ergattern. Auch andere Turniere und Veranstaltungen (siehe Infokasten) locken besonders jüngere Leute auf die Plätze.

Denn Golf ist in Düsseldorf und Umgebung populär. Die Vereine haben ihr elitäres Image abgelegt und wollen für jedermann offen sein. Das war früher anders. Seit rund 110 Jahren gibt es Golfclubs in Deutschland, der erste im Rheinland wurde 1905 in Köln gegründet. Düsseldorf hing da noch lange hinterher. 1930 zog der Rochusclub nach.

"Davon wussten die Verantwortlichen heute selbst nichts mehr", sagt Professor Dietrich Quanz. Der Leiter des Deutschen Golfarchivs in Köln hat die Geschichte des Sports um den kleinen weißen Ball in Deutschland studiert. "Neben ihren Tennisplätzen haben wir noch Hinweise auf frühere Golfanlagen gefunden."

Erster Drive der Region im Jahr 1706 - 30 Kilometer nördlich von Düsseldorf

Was Quanz noch herausfand: Zwar kamen die Golfclubs spät nach Düsseldorf, aber das erste bildliche Zeugnis eines Golfspielers in Deutschland entstand schon 1706 weniger als 30 Kilometer nördlich in Voerde am Rhein.

"Ein Gemälde zeigt den Holländer Johann Carselis von Ulft alias Doornick beim Abschlag", erzählt Quanz. "Das war praktisch der erste Drive in der Region." Damals seien die Niederländer im Golf viel weiter gewesen als die Deutschen.

Schnuppergolf auf der Neusser Anlage Hummelbachaue. www.actiondates.de/events

Golf-Erlebnistag u.a. auf der Anlage in Grafenberg und auf der Lausward. Mehr Infos unter www.golf-erlebnistag.de

5. Düsseldorfer Golfwoche mit Turnieren in Ratingen, Krefeld, Heiligenhaus und Meerbusch. Anmeldung unter www.duesseldorfer-golfwoche.de

Das änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg. Ab den 60er Jahren gründeten sich mehrere Vereine in und um Düsseldorf, die bis heute Mitgliederzuwächse erreichen. Den Anfang machte 1961 der Düsseldorfer Golfclub (DGC) in Ratingen. Bernhard Langer hält hier immer noch den Platzrekord.

1978 wurde am Hafen Auf der Lausward der erste kommunale Golfclub Deutschlands gegründet, der inzwischen vom Golfsportverein geführt wird. Zuletzt kamen 1996 der Golfclub Meerbusch und die Golfanlage in Grafenberg dazu.

Insgesamt sind rund 10000 golfbegeisterte Mitglieder in den neun Vereinen der Region. Und die Zahlen steigen stetig. "Wir haben eine Obergrenze an Mitgliedern, um keine Staus auf dem Grün zu verursachen", sagt Matthias Nicolaus, Manager des Golfclubs Hösel in Heiligenhaus.

Im Golfclub Mitglied zu sein, hat heute geringeren Gesellschaftswert

"In einem Golfclub zu spielen, hat heute nicht mehr einen so hohen gesellschaftlichen Wert", meint Bernhard Lindenbuß vom Golfclub Meerbusch. "Darum melden sich auch immer mehr Familien und jüngere Leute an.

Durch Schnuppermitgliedschaften und flexible Laufzeiten ist Golf auch für einfache Angestellte interessant, die öfter wegen eines Jobwechsels umziehen oder weniger Geld zur Verfügung haben." Dazu verzeichnen die Clubs mit Golftrainings für Schulklassen und günstigen Kindermitgliedschaften Zuwächse bei den Jüngeren. Allein beim DGC trainieren etwa 120 Kinder und Jugendliche regelmäßig.

Wer Golf einmal ausprobieren will, muss dafür erstmal gar nicht tief in die Tasche greifen. "Zum Probetraining verleihen die Clubs Schläger und Zubehör", sagt Alexander Töpfer vom Golfhouse in der Bahnstraße. "Lange Hosen und ein Polohemd mit Kragen sind aber Vorschrift", sagt der Fachmann, der jahrelang auf Profiturnieren gespielt hat.

Möchte man den Sport langfristig betreiben, wird es allerdings happig: "Ab 500 Euro gibt es ein Schlägerset, Golfschuhe kosten 100 Euro", so Töpfer. Beim Ball können Anfänger dafür sofort in die Premiumklasse einsteigen. Das Top-Modell kostet nur 5,60 Euro.

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