Die Stadtbücherei im Rathaus an der Luegallee bietet eine eigene Jugendetage.

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Büchereileiterin Ursula Weißer und Theresa (9) zeigen die Pinnwand voller Büchertipps von Kindern für Kinder in der ersten Etage der Bücherei Oberkassel.

Büchereileiterin Ursula Weißer und Theresa (9) zeigen die Pinnwand voller Büchertipps von Kindern für Kinder in der ersten Etage der Bücherei Oberkassel.

Judith Michaelis

Büchereileiterin Ursula Weißer und Theresa (9) zeigen die Pinnwand voller Büchertipps von Kindern für Kinder in der ersten Etage der Bücherei Oberkassel.

Düsseldorf. Steigende Ausleihen, 6000 Besucher mehr als im Vorjahr und ein Plus von gut zehn Prozent bei den Neuanmeldungen. Über diese positive Entwicklung freut sich Diplombibliothekarin Ursula Weißer, die seit 18 Jahren die Stadtteilbücherei Oberkassel leitet. Die 56-Jährige weiß, wem sie die tolle Bilanz in erster Linie zu verdanken hat: Es sind die Kinder und Jugendliche im Linksrheinischen, vor allem Sechs- bis Achtjährige, die hier ihre Bücher auswählen. "Die Kinder kommen mit gezielten Wünschen zu uns. Auch bei den Sachbüchern wissen sie genau, was sie wollen."Das Besondere in dieser Stadtteilbücherei: Hier haben die Kinder und Jugendlichen ihre Medienwelt auf einer eigenen Etage. 168 junge Leser haben gerade beim Sommerleseclub mitgemacht. Einmalig auch: An eine Säule heften sie ihre "Clubempfehlungen", geben den gelesenen Bücheren Noten oder sie freuen sich einfach, wenn sie Aktuelles finden. "Endlich gibt es wieder die verrückten und lustigen Geschichten von Greg", schreibt ein Zehnjähriger, der gerade das freche Tagebuch Nummer 4 aus der beliebten Reihe verschlungen hat.

Auf dieser oberen Etage will Ursula Weißer mit ihren Jugendbibliothekarinnen älteren Jugendlichen ein weiteres Angebot machen: Neben der Zentralbücherei gehört Oberkassel zu den sechs Stadtteilbüchereien, die ein eigenes Schülercenter bekommen. Dazu werden neue Arbeitsplätze für Schülergruppen eingerichtet und die Medien werden nach Alter und Fächern sortiert angeboten. 100 000 Euro werden insgesamt in alle Schülercenter investiert.

Medienwünsche werden möglichst rasch erfüllt

Im Rahmen des Masterplans wurde die Bücherei, die sich im Untergeschoss des Rathauses Oberkassel befindet, vor acht Jahren renoviert. Wer mit dem Kinderwagen oder dem Rollator kommt, kann den barrierefreien Zugang an der Friesenstraße wählen. Im selben Haus befinden sich das Bürgerbüro, die Bezirksverwaltung und die Polizei, die ebenfalls zur Lese-Kundschaft gehört.

Büchereileiterin Ursula Weißer bezeichnet ihre Besucher, die übrigens auch aus Meerbusch kommen, als "sehr aufgeschlossen." Sie äußern Wünsche und die werden möglichst rasch erfüllt. So wurde gerade der Bestand englischsprachiger Literatur-CDs erhöht. Außerdem weiß die Leiterin, dass die linksrheinischen Düsseldorfer besonders reiselustig sind. Deshalb bietet sie ihnen 1700 Reiseführer an, die am meisten gefragteste Sachgruppe hier. Nur die Griechenland-Bücher blieben zuletzt in den Regalen stehen.

Damit die jungen Oberkasseler ihre Bücherei aber in den Ferien nicht vergessen, laufen seit Jahren Wettbewerbe. Mal ist die originellste Postkarte gefragt, mal - wie in diesem Jahr - ein Ferienbild.

Stadtteilbücherei Luegallee 63, Telefon 89-94108

25 000 Medien

169 507 (im Jahr 2009)

1911 gegründet als Büchereiverein Düsseldorf-Oberkassel in einem Raum des Comenius-Gymnasiums, 1920 Übernahme ins Düsseldorfer Bücherei-System, 1930 Umzug in das Verwaltungsgebäude Luegallee 63-65, im Krieg zum Teil zerstört, 1989 Einzug in die umgebauten Räume Luegallee 63-65, 2002 Modernisierung der 401 Quadratmeter für 96 000 Euro.

Mo+Do 14-19 Uhr, Mi+Fr 11-13 Uhr und 14-17 Uhr sowie Sa 11 -13 Uhr

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