Warum nicht samt Pavillon-Gastro zum Kurort werden?

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Zur Jazz Rally wird der Pavillon auf dem Heine-Platz genutzt, künftig will dort der Breidenbacher Hof eine Gastronomie einrichten.

Zur Jazz Rally wird der Pavillon auf dem Heine-Platz genutzt, künftig will dort der Breidenbacher Hof eine Gastronomie einrichten.

David Young

Zur Jazz Rally wird der Pavillon auf dem Heine-Platz genutzt, künftig will dort der Breidenbacher Hof eine Gastronomie einrichten.

Düsseldorf. Wohnraum ist bekanntlich knapp in Düsseldorf. Dafür werden immer mehr Hotels gebaut, allein am Bahnhof gerade drei. Und die wollen nicht nur in Messezeiten vermietet sein. Auch zwischendurch. Fünf-Sterne-Hotels haben wir inzwischen genug, sogar vielfach ausgezeichnete. Doch so ein richtiges Grand-Hotel, so eines mit einem Plus zu den Fünf Sternen, das fehlt mir eigentlich noch in Klein-Paris.

Hat eigentlich noch irgendeines unserer Hotels außer Tagungsräumen ohne Tageslicht einen wirklich festlichen Ballsaal? Ich schiel’ ja schon auf den trotzigen Turm der Commerzbank an der Breite Straße. Da soll es Pläne geben für einen Hotel-Palast mitten im so genannten Business-District.

Bei den bisherigen ersten Adressen fehlt mir bisher immer irgendwas. Die eine Nobel-Herberge scheint trotz oder wegen aufwendiger Renovierungen irgendwie in ihrem plüschigen 50-Jahre-Charme gefangen. Könnte man ja augenzwinkernd zum Konzept erklären. Aber da bremsen sicher die Betreiber.

Das andere Haus hat zwar auch die Top-Adresse Kö, aber auch keine echte Verbindung zum Boulevard, sieht man mal ab vom üblichen Rein-Raus der Gäste und von denen, die in winzigen Glas-Verschlägen mangels hochherrschaftlicher Terrasse wie im Käfig vor der Fassade hocken. Wenn die Gäste Wellness wünschen, werden sie im Bademantel vom 5-Sterne-Komfort in einen unterirdischen Premium Sport-Club geschleust, der sich alle Mühe geben muss, den Spagat zwischen seinen verschiedensten Zielgruppen hinzukriegen.

Luxus-Hotels als urbane Oasen, wie man sie aus Weltstädten kennt, inzwischen auch aus Berlin, am liebsten mit Weitblick und Dachterrasse, die sucht man in Düsseldorf bisher vergebens. Vielleicht das Hyatt im Hafen, dessen Pebbels-Terrasse im Sommer der Hit ist. Es liegt eben an der noblen Wasserstraße Rhein. Tut die Düsseldorfer Jugendherberge übrigens auch. 

Branchen-Blätter schreiben über Außenterrassen als Mega- und Ganzjahrestrend, wie wir ihn aus dem wahren Paris kennen. Aber da hoffen wir ja mit dem Breidenbacher Hof, dass es in diesem Frühling endlich klappt mit der Bewirtschaftung des Pavillons vor dem Carsch-Haus. Völlig unverständlich, warum Lokal-Politik und Verwaltung so lange rumzicken. Dabei wird ihnen die Verschönerung und Belebung eines, wenn nicht des wichtigsten optischen Knotenpunktes unserer Stadt quasi auf dem Kaffeetablett serviert. Das wäre nun wirklich mal ein Stadt-Teilchen mit Sahne!

Bei allem Luxus: Gute Budget-Hotels (billig würde zu billig klingen) kann man nie genug haben in einer Stadt. Düsseldorf ist da gut aufgestellt mit einladenden und originellen Häusern. Und in den alten Stern-Verlag an der Friedrichstraße soll ein weiteres Motel One einziehen. Das wird der darbenden Friedrichstadt bestimmt guttun!

 

Fehlt noch was? Ja, vielleicht ein Kurhotel! Warum nicht zur Erholung in einer Großstadt, Beispiele gibt es genug: Aachen. Oder Budapest. Dafür fehlen uns Heil- und Geld-Quellen? Nicht unbedingt, es gibt ja neue alte Trends: Waldbaden. Könnte man auch in Grafenberg. Und Wiesenbaden, wenn der Rhein Hochwasser führt. Pfarrer Kneipp lässt grüßen. Ich seh’ schon die Protagonisten die Hosen hochkrempeln fürs Pressefoto. Weltbad statt Weltstadt - Willkommen in Bad Düsseldorf.

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