Katharina Grosse erzählt im WZ-Gespräch über ihr Werk für Düsseldorf und über ihre Professur an der Kunstakademie.

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Die Skulptur hängt bis zum 16. Januar an der Johanneskirche.

Die Skulptur hängt bis zum 16. Januar an der Johanneskirche.

Nanninga

Die Skulptur hängt bis zum 16. Januar an der Johanneskirche.

Düsseldorf. Katharina Grosse gilt als eine der wichtigsten Malerinnen der mittleren Generation. Ihr Beitrag zur Quadriennale ist ein 48 Quadratmeter großes, nach vorn gewölbtes Oval aus gesprayter Malerei. Ein Hingucker an der Johanneskirche in der Innenstadt. Im Herbst fängt sie als Professorin an der Kunstakademie an.

Frau Grosse, Ihre Wandarbeit hat eine ungeheure Strahlkraft. Wie ist sie entstanden?

Grosse: Sie besteht aus Schaumstoff, Glasfaser und Harz, wie in der Bootsbautechnik. Sie hängt an drei Ankerpunkten an der Kirchenfassade.

Sind Sie die erste Künstlerin im Rheinland, die sich auf die Spray-Technik konzentriert?

Grosse: Ja. 1998 habe ich damit angefangen. Vorher entstanden Wandarbeiten mit dem Pinsel.

Gibt es einen Anlass für Ihre Technik?

Grosse: Ja, sie erlaubt mir, die Malerei auf große Flächen auszudehnen. Und ich kann sehr schnell arbeiten.

Ihre Hilfsmittel für eine sechs Mal acht Meter große, bemalte Fläche?

Grosse: Leiter, Hebebühne und Kran. Ich muss mich ja irgendwie als Urheberin meiner Malerei aufblasen.

Trotz des spontanen Malens scheinen die Farben genau kalkuliert zu sein. Wie fangen Sie an?

Die Künstlerin wurde 1961 in Freiburg geboren, machte 1981 ihr Abitur in Bochum, studierte Anglistik und Kunstgeschichte, wechselte 1982 von der Theorie der Kunst zur Praxis und schloss ihr Studium bei Gotthard Graubner in Düsseldorf ab. Seit 2000 ist sie Professorin in Berlin.

Grosse: Wichtig ist das Modell für die Werkstatt. Mit den Farben fange ich einfach an. Die Spritzpistole ist für mich so vertraut wie die Töne für den Musiker.

Die Farben wirken synthetisch, aufscheinend. Wollen Sie mit der Backsteinfassade der Kirche konkurrieren?

Grosse: Mich interessiert das Gelb-Orange der Ziegel. Es gibt sonst kaum in der Stadt diesen Farbton. Mir gefällt, dass die Kirche so prononciert auf dem Platz steht. Und ich bewundere die Haltung, wie sich die Gemeinde für Kunst engagiert.

Sie werden ab Herbst Professorin in Düsseldorf. Behalten Sie Ihre Professur in Berlin-Weißensee bei oder wollen Sie sich ganz auf Düsseldorf konzentrieren?

Grosse: Ich werde ausschließlich in Düsseldorf unterrichten.

Welche Klasse übernehmen Sie?

Grosse: Gar keine. Studenten können sich bewerben. Anfang Oktober sehe ich mir die Mappen an und gucke, wen ich gern haben möchte.

Ist es eine Malereiklasse?

Grosse: Mal sehen. Ich bin da nicht festgelegt. Alles hängt von den Anlagen der Studenten ab.

Sie haben in Düsseldorf studiert, sind Meisterschülerin von Gotthard Graubner. Kehren Sie aus Berlin zurück?

Grosse: Nein, ich werde weiterhin in Berlin leben und arbeiten.

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