Quadriennale: Ab Freitag präsentiert sich Düsseldorf mit einem Feuerwerk starker Ausstellungen als Kunstmetropole.

Kinder lassen sich von Nam June Paiks Video-Decke „Fish Flies on Sky“ (Köder am Himmel) zum Träumen anregen.
Kinder lassen sich von Nam June Paiks Video-Decke „Fish Flies on Sky“ (Köder am Himmel) zum Träumen anregen.

Kinder lassen sich von Nam June Paiks Video-Decke „Fish Flies on Sky“ (Köder am Himmel) zum Träumen anregen.

Horst Kolberg

Kinder lassen sich von Nam June Paiks Video-Decke „Fish Flies on Sky“ (Köder am Himmel) zum Träumen anregen.

Düsseldorf. Mit der Quadriennale, dem Fest der bildenden Kunst, untermauert die Landeshauptstadt ihren Ruf als Kunstmetropole und unterstützt sie mit 4,5 Millionen Euro. Am Freitagabend wird der Reigen hochrangiger Ausstellungen eröffnet. Dabei erinnern zehn Museen und Institutionen an die goldenen 60er bis 80er Jahre, als Beuys, die Bechers und Paik hier lehrten, Broodthaers entdeckt wurde und Byars vom Dach der Kunsthalle sein Publikum begrüßte.

Rückblick und Ausblick unter dem Motto "Kunstgegenwärtig"

Mit der Rückschau sind zugleich wichtige Neu-Interpretationen verbunden. Erstmals rückt auch die Kunst nach Beuys in den Blickpunkt, als sich Thomas Schütte, Reinhard Mucha oder der heutige Akademie-Professor Richard Deacon eben nicht dem Trend der wilden Malerei beugten, sondern ihre eigenen, sehr konzeptuellen Stile entwickelten. Unter dem Generalthema "Kunstgegenwärtig" geht es bei der Quadriennale sowohl um den Blick zurück zu den Wurzeln als auch um den Ausblick auf die aktuelle Kunst.

Joseph Beuys: Die Kunstsammlung K20 am Grabbeplatz präsentiert 300Arbeiten, darunter zehn große Installationen. Dazu gehört "Blitzschlag", ein riesiges Bronze-Gebilde, das Beuys von seinem Lehmberg im Berliner Gropius-Haus 1982 abgießen ließ. Ursprünglich wollte er eine Rampe bauen, damit die Hasen über die Berliner Mauer kämen.

Auswertung der Flugdaten: Die Schau im K21 widmet sich unter anderem der Bildhauerin Katharina Fritsch, die Alltagsgegenstände wie Tische und Töpfe minimal verfremdete und ihre Objekte fast magisch auflud. Auch Thomas Schütte, Isa Genzken, die Struffkys (Struth, Ruff und Gursky) sowie ihr amerikanischer Kollege Jeff Wall legten durch eigenwillige Konzepte die Grundlagen zu ihrem internationalen Ruhm.

Nam June Paik: Der Popstar der Medienkunst erhält im Kunstpalast eine Schau mit vielen frühen Werken, als er sich vom klassischen Komponisten zum Performer und Video-Pionier entwickelte. Paik war von 1979 bis 1995 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf.

Freier Eintritt in alle Museen am Freitag von 20 bis 24Uhr, danach Party in der Bar des K21. Kostenloser Bus-Shuttle alle zehn Minuten bis 1 Uhr. Ausstellungen bis Januar 2011, Paik bis 21.11.

Das Zwei-Tages-Ticket kostet 20 Euro und gilt für alle Museen, VRR und Bus-Shuttle.

Der rote Bulli: Das NRW-Forum geht den Impulsen nach, die die US-Kunst auf die Fotografie der Becher-Klasse hatte. Deren frühe Werke korrespondieren mit den poetisch aufgeladenen Farbfotografien von Stephen Shore.

Weitere Ausstellungen gelten dem Konzeptkünstler James Lee Byars in Schloss Benrath, der Primadonna der Videokunst, Katharina Sieverding im NRW-Forum, und dem britischen Filmemacher Derek Jarman in der Stoschek Collection.

Lageplan zur Qnadriennale (PDF)

 

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