Einspruch: Der Landeskonservator lehnt Abriss des Tausendfüßlers und die Riegel-Bauten am Gustaf-Gründgens-Platz ab.

Der oberste Denkmalschützer hält den Tausendfüßler als Denkmal für erhaltenswert.
Der oberste Denkmalschützer hält den Tausendfüßler als Denkmal für erhaltenswert.

Der oberste Denkmalschützer hält den Tausendfüßler als Denkmal für erhaltenswert.

Bernd Schaller

Der oberste Denkmalschützer hält den Tausendfüßler als Denkmal für erhaltenswert.

Düsseldorf. Das Landesamt für Denkmalpflege protestiert gegen den zweiten Bauabschnitt des Großprojektes Kö-Bogen. Professor Udo Mainzer, der Landeskonservator, lehnt vor allem den Abriss des - unter Denkmalschutz stehenden - Tausendfüßlers ab: "Diese Hochstraße ist das Denkmal einer zeitgeschichtlichen Epoche der Stadtentwicklung", sagt Mainzer. Er hat im Rahmen der Beteiligung Träger öffentlicher Belange eine umfassende Stellungnahme an die Stadt geschickt. Und lässt darin kaum ein gutes Haare am gesamten zweiten Bauabschnitt.

Generell empfindet Mainzer hier "viele Verluste, aber keine Gewinne". Die Verlängerung der Kö in den Hofgarten sei noch "absolut in Ordnung", auch am Gründgens-Platz müsse natürlich etwas getan werden: "Aber nicht mit großen Riegel-Bauten, das ist kein schlüssiges Konzept." Das einzigartige Ensemble mit Drei-Scheiben- und Schauspielhaus "wäre dann von der Tuchtinsel kaum noch zu sehen", mahnt der oberste Denkmalpfleger im Rheinland.

Die Stadt kann und wird den Denkmalschutz aufheben

Sein Gesamturteil für den Kö-Bogen II fällt vernichtend aus: "Diese Planung ist weitgehend abhängig von den Wünschen der privaten Investoren." Ebenfalls problematisch sei die Anlage der großen, den Tausendfüßler ersetzenden Rampen für den Autotunnel rund um die Johanneskirche.

Die gesalzene Stellungnahme wird die Stadtspitze kaum überraschen. Jedoch hat sie keinerlei bindende Wirkung, weil die Planungshoheit bei der Stadt liegt. Die muss nur stichhaltig begründen, warum die Neugestaltung der Innenstadt eine Verbesserung darstellt. Mainzer: "Dann kann ein Denkmal aus der Schutzliste entlassen werden."

Und OB Elbers, Planungsdezernent Bonin und die CDU-FDP-Mehrheit im Rat wollen den Tausendfüßler abreißen: "Er hat gute Dienste geleistet, aber er ist ein Anachronismus. Deshalb muss er dem Zukunftsprojekt Kö-Bogen weichen", sagt Bonin.

Der Landeskonservator wacht als Chef der Denkmalbehörde im Rheinland über 100000 Baudenkmäler - vor allem Kirchen, Schlösser, Industriebauten oder Wohnhäuser.

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