Der Zug war insgesamt bunter, es gab interessante neue Fußgruppen – aber kaum Promis.

Karneval 2013 Düsseldorf , Rosenmontagszug , politische Mottowagen
Rosenmontagszug 2013 , Mottowagen , Foto: Lepke

Rosenmontagszug 2013 , Mottowagen , Foto: Lepke

Lepke

Rosenmontagszug 2013 , Mottowagen , Foto: Lepke

„Och dat noch“, dachten sich viele Narren, als sie am Montag ihre Bollerwagen für den Zoch parat machten. Selten war es an einem Rosenmontag so kalt und „uselig“, wie der Rheinländer sagt. Und nicht alles am Zugrand wollte einen richtig erwärmen.

Tops Jahrelang konnte man einen Haken an die Fußgruppen machen, es waren immer die gleichen. Diesmal wirkte der Zoch erheblich bunter, ob es die Gugge-Musiker „Titanigg“ aus der Schweiz mit ihren Popeye-Masken, die Piratengruppe mit ihren zu Schiffen umgebauten Segways oder der Paddelverein Wasserwanderer im Schachfiguren-Outfit waren. Großartig auch wieder die Riesentruppe der KG Regenbogen als Samba-Karnevalisten. Vieles wirkte bunter als im vergangenen Jahr.

Absolut spitze auch das Prinzenpaar: Selten hatten die Narren zwei Majestäten mit so viel Ausstrahlung. Carsten und Ursula konnte man auch am Montag anmerken, dass sie mit jeder Menge „Häätz“ dabei sind.

Flops Es müssen ja nicht immer die Toten Hosen oder Nena sein, aber für ein bisschen Glamour im Zug haben prominente Gäste auf den Wagen viele Jahre gesorgt. Bis auf ein paar Fortuna-Profis gab es diesmal keine Stars und Sternchen zu bestaunen.

Weltoffen war der Düsseldorfer Karneval schon immer. Darum war es grundsätzlich auch nett, dass diesmal eine koreanische Gruppe mitgezogen ist. Aber sind die Narren wirklich reif für den „Gangnam-Style“? Eher nicht, hatte man den Eindruck.

Rund 900 000 Narren jubelten Rosenmontag

am Straßenrand. Vor allem an der Königsallee waren es ein paar weniger als im vergangenen Jahr.

105 Wagen waren unterwegs, darunter 54 Gesellschaftswagen, 15 Gast- und Sponsorenwagen, zehn Mottowagen und 26 Kutschen. 6500 Teilnehmer, darunter 1500 Musiker, waren im Zoch dabei.

Rund 50 Tonnen Kamelle, Schoko-Riegel, aber auch Fortuna-Schals wurden unters Narrenvolk gebracht.

Mal so, mal so Auch Jacques Tilly kann den Wagenbau nicht immer neu erfinden. Bei manchen Motiven – zum Beispiel dem Berlusconi-Wagen – hatte man das Gefühl, so etwas Ähnliches schon mal gesehen zu haben. Der Wagen zum neuen Stadtlogo „:D“, der die Frage doll oder doof stellt, fuhr wohl nicht zufällig erst kurz vor Schluss. Das war kein Geniestreich. Auf der anderen Seite gab es natürlich satirische Leckerbissen wie den Wagen zur Feuerwehr-Affäre oder die „Plagianette“ Schavan. Insgesamt allerdings gab es schon Züge mit originelleren Einfällen.

Es mag ein subjektiver Eindruck gewesen sein – aber am Wurfmaterial wird offenbar gespart, fanden einige Narren. Dafür konnten auch praktische Dinge eingesammelt werden, zum Beispiel Tempo-Taschentücher oder Kräuter-Bonbons.

Langweilig. Ja, „Tage wie diese“ ist der Hit des vergangenen Jahres gewesen. Aber muss der Song auf jedem zweiten Wagen als Dauerbeschallung laufen? Das ist schon ein bisschen einfallslos.

Kurios Auch die Strategen der Werbeagenturen haben den Zoch entdeckt. Kurz bevor es losging, flog ein Hubschrauber mit einem Werbebanner für die neue Modelinie eines Discounters über die Stadt. Ob das Carnevals Comitee da eine Rechnung schickt? Geht gar nicht Lange Schlangen vor Toiletten-Häuschen – da weichen viele Jecken auch schon mal aus und erleichtern sich in Grünanlagen. Schlimmer: Oft reicht es nur bis zum nächsten Hauseingang. Die „Wildpinkler“ sind ein zunehmendes Ärgernis geworden. Eine echte Aufgabe für den Ordnungs- und Servicedienst.

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