Seit elf Jahren feiern die Narren der KG Regenbogen mit. Der schwul-lesbische Verein gehört bereits zu den drei größten Gesellschaften.

Der Tuntenlauf wechselt von der Königsallee in den Henkelsaal.
Der Tuntenlauf wechselt von der Königsallee in den Henkelsaal.

Der Tuntenlauf wechselt von der Königsallee in den Henkelsaal.

Der Tuntenlauf wechselt von der Königsallee in den Henkelsaal.

Düsseldorf. Genau elf Gründungsmitglieder waren dabei, als im Wespennest am 16. April 2000 die schwul-lesbische KG Regenbogen aus der Taufe gehoben wurde.

Erster Präsident war damals Lothar Hörning, der am Donnerstag zum elfjährigen Bestehen des Vereins eine Erfolgsgeschichte erzählte. Denn mit 440 Narren gehört die KG Regenbogen inzwischen zu den drei größten Gesellschaften in Düsseldorf.

Eine Überraschung hatte der 49-Jährige auch zu bieten: "Wir haben uns entschlossen, den Tuntenlauf zu retten."

Wie die WZ berichtete, war das schrill-buntes Spektakel auf der Königsallee vom Carnevals Comitee aus Kostengründen vom Terminplan gestrichen worden. "Das hat weit über Düsseldorf hinaus für Enttäuschung gesorgt", sagt Hörning, "wer, wenn nicht wir, soll den Tuntenlauf organisieren?"

Wegen der kurzen Vorlaufzeit wird der Parcours am Karnevalssamstag allerdings diesmal im Henkelsaal aufgebaut. Immerhin 1000 Zuschauer finden dort Platz. Fürs nächste Jahr soll dann ein neuer Standort unter freiem Himmel gesucht werden: "Vielleicht auf der Ratinger Straße. Das wäre eine Vision."

Narren wurden kritisch beäugt, haben aber nie Ablehnung gespürt

Anders als schwul-lebische Vereine in Köln wurde die KG Regenbogen sehr schnell ins Carnevals Comitee aufgenommen. Hörning: "Die anderen Vereine haben uns zwar kritisch beäugt, wir haben aber nie Ablehnung erfahren." Dafür trumpften die Jecken sehr schnell mit ihrem rosafarbenen Bergischen Löwen und den wunderschönen Kostümen im Rosenmontagszug auf.

"Aber die Farbe, die wir in den Karneval bringen wollen, bezieht sich auch auf die Menschen", macht der Regenbogen Präsident deutlich.

Inzwischen ist der kunterbunte Verein aus dem Düsseldorfer Karneval nicht mehr wegzudenken. Unter anderem wegen seines musikalischen Talents, denn die Jecken haben jedes Jahr ein neues Sessionslied geschrieben, einige Titel wie der "Schäker-Song" sind zu Dauerbrennern geworden.

Hörning: "In der nächsten Session sind wir bei 40 Vereinen eingeladen." Zum Jubiläum wird es eine CD mit allen 14 Regenbogen-Titeln geben.

Mit Thorsten und Lars Schmidt präsentierte die KG Regenbogen das erste schwule Tanzpaar. Mit den Sitzungs-Partys im Stahlwerk wurde eine neue, lockere Form des Karnevals kreiert, die inzwischen auch von anderen Vereinen abgekupfert wird. Die Veranstaltung ist regelmäßig ausverkauft.

Auf der anderen Seite haben die schwul-lesbischen Jecken aber auch Traditionen wiederbelebt, wie die Nachtsitzung, die früher im Apollo an der Königsallee stattfand.

Alle zwei Jahre wird die Mixtur aus Karneval, Kabarett und Revue im Capitol präsentiert. Nach dem Jubiläum wird übrigens weitergefeiert: Eine Woche lang steht das Vereinslokal Nähkörbchen während des Eurovision Song Contest Kopf.

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