Beste Imagewerbung, mehr Einnahmen als geplant, aber auch höhere Kosten: Die Stadt zieht eine vorläufige Grand-Départ-Bilanz.

Locker fuhren sich die Profis im Medienhafen ein.
Locker fuhren sich die Profis im Medienhafen ein.

Locker fuhren sich die Profis im Medienhafen ein.

Locker fuhren sich die Profis im Medienhafen ein.

Düseldorf. Das große Tour-de-France-Wochenende: Außer dem Wetter lief alles gut, von überall war Lob zu hören: Natürlich lassen sich Stadtspitze und Marketing-Strategen eine solche Vorlage nicht entgehen. Und baten deshalb am Montag bereits zur zweiten Bilanz-Pressekonferenz, nach der Sommerpause – wenn es handfestere Zahlen gibt – folgen weitere.

Ein Erfolg will ausgeschlachtet werden: „Das Feedback für die Stadt in den Medien, aber auch in persönlichen Mitteilungen von Besuchern, ist überwältigend“, fasste ein nach kräftezehrenden Wochen der Vorbereitung sichtlich gelöster Thomas Geisel zusammen. Er habe noch nie in so viele heitere Gesichter geschaut wie auf den ersten 60 Kilometern der zweiten Etappe, die er im Begleitfahrzeug mitfuhr. Das Image Düsseldorfs werde nachhaltig profitieren. Auch die regionale Zusammenarbeit habe bestens funktioniert.

77 Prozent der Zuschauer sollen nicht aus Düsseldorf gewesen sein

Und deshalb verspürte er auch keine große Lust, über Kostensteigerungen für die Stadt nachzudenken: „Eine genaue Abrechnung folgt später. Aber die Kosten für uns werden sicher höher ausfallen als die geplanten 13 Millionen Euro“, kündigte er vorsorglich an. Das liege vor allem an höheren Sicherheitsvorkehrungen, etwa an den zusätzlichen Fußgängerbrücken über die Strecke. Man habe halt für noch viel mehr Besucher am Samstag planen müssen, die garantiert bei sonnigem Wetter auch gekommen wären, so der OB.

Frank Schrader, Chef der Marketing und Tourismus-Gesellschaft, glaubt, dass der Grand Départ Düsseldorf das bringt, was es – jedenfalls beim Stadtmarketing – am meisten benötigt: „National und international verbinden viel zu wenig Leute ein Bild mit Düsseldorf, das wird sich jetzt ändern.“

Allerdings war die TV-nationale Einschaltquote eher mau. Dennoch taxiert Schrader den „Werbeäquivalenzwert“ der Tour auf 300 Millionen Euro (so viel müsste man ausgeben, um mit herkömmlicher Reklame den gleichen Effekt zu erzielen). Zu gut weggingen die Merchandising-Artikel, so Schrader, schon am Freitag waren Dinge wie das Grand-Départ-Trikot oder der Null-Euro-Tour-Schein ausverkauft.

Der beauftragte Wirtschaftsprüfer von Deloitte hob den ökonomischen Wert des Spektakels hervor. Erste Befragungen an der Strecke hätten ergeben, dass die Einnahmen für Gastronomie und Einzelhandel (58 Millionen Euro) sowie in der Hotellerie über den Erwartungen lägen. 77 Prozent der Zuschauer, so eine Hochrechnung, seien nicht aus Düsseldorf gewesen, 25 Prozent aus dem Ausland.

Die Düsseldorfer wiederum nahmen offenkundig die Verkehrseinschränkungen und Sperrungen gelassen hin: „Es gab kaum Probleme, die Leute haben ganz toll mitgemacht“, sagte Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke. Und dankte an dieser Stelle auch den vielen ehrenamtlichen Verkehrskadetten und freiwilligen Helfern an der Strecke, ohne die das Wochenende gewiss nicht so toll gelaufen wäre.

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