Der Grand Départ in Düsseldorf hat unterm Strich gut funktioniert. Die Stadt wird das Spektakel aber letztlich mehr kosten als die geplanten 13 Millionen Euro.

Man sah ihn lächeln auf dem Kurs der Tour durch Düsseldorf: OB Thomas Geisel flirtet in einem Begleitfahrzeug mit den Fans.
Man sah ihn lächeln auf dem Kurs der Tour durch Düsseldorf: OB Thomas Geisel flirtet in einem Begleitfahrzeug mit den Fans.

Man sah ihn lächeln auf dem Kurs der Tour durch Düsseldorf: OB Thomas Geisel flirtet in einem Begleitfahrzeug mit den Fans.

dpa

Man sah ihn lächeln auf dem Kurs der Tour durch Düsseldorf: OB Thomas Geisel flirtet in einem Begleitfahrzeug mit den Fans.

Düsseldorf. Das Echo ist positiv: Düsseldorf und die Tour de France – das hat unter dem Strich gut funktioniert. Wohl auch deswegen stieg am Montag bereits die zweite Bilanz-Pressekonferenz der Stadt, auf der Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) die gute Zusammenarbeit in der Region lobte und ob der nationalen und internationalen Pressestimmen strahlte. Aber auch gestand, dass das Ganze richtig teuer war. Auf die Stadt würden mehr Kosten zukommen, als die geplanten 13 Millionen Euro. Man rechne mit „etwas höheren Kosten“, formulierte Geisel, vereinzelt gehen Spekulationen von rund 17 Millionen Euro aus – und mehr.

„Ich fürchte, dass die tatsächlichen Aufwendungen noch höher liegen werden“, sagte am Montag Rüdiger Gutt, Chef der CDU-Fraktion. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ hatte die FDP-Stadtpolitikerin Agnes Strack-Zimmermann schon vorher gemahnt, dass rund „80 Prozent“ der Kosten am Ende an der Stadt hängen bleiben, weil unter den „privaten“ Sponsoren, die laut Geisel etwa acht Millionen Euro abdeckten, viele 50- oder hundertprozentige Stadttöchter seien.

Geisel aber rechnet anders. Man spricht im Rathaus vom hohen „Werbeäquivalenzwert“ der Tour und stellte am Montag fest, dass man 300 Millionen Euro für vergleichbare Marketing-Effekte hätte zahlen müssen. Dazu hätten Gastronomie und Einzelhandel stärker als erwartet profitiert, genauere Zahlen folgen später, man rechnet noch. Aber: Wer will das alles angesichts weltweiter TV-Ausstrahlung und schwer zu bemessender Imagepflege am Ende seriös berechnen?

Hohe Kosten durch Fußgängerbrücken und nicht verkaufte VIP-Karten

Nach Angaben von Geisel ergebe sich die Kostensteigerung unter anderem durch die elf Fußgängerbrücken, die über die Strecke gebaut wurden. Auch seien nicht alle VIP-Karten verkauft worden. Von den Souvenir-Artikeln dagegen hätten deutlich mehr verkaufen werden können. Davon war schlicht zu wenig da. Kommt jetzt doch der Tour-Kater? Geisel befand, er habe „wenig Neigung, endlos eine Diskussion über Kosten“ des Sportereignisses zu führen. Jeder Euro dafür sei ein gutes Investment.

In Mönchengladbach schien am Montag derweil die Sonne – vom Himmel und aus der Stadtverwaltung. „Es war alles toll, alles hat funktioniert, alle waren auf den Beinen, keine Zwischenfälle“, sagte ein Stadtsprecher. 155 000 Menschen feierten die Durchfahrt in Mönchengladbach, 30 000 Menschen im Stadtzentrum die Fahrer bei der Sprintwertung. Gerechnet wird am Niederrhein weniger. Das überlässt man der Landeshauptstadt. kup/A.S./dpa

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