Vier junge Düsseldorfer Spieledesigner haben ein eigenes Unternehmen gegründet. Die Finanzierung erweist sich als schwierig.

Die Firmengründer Dominik Lau, Sebastian Kreutz, Jessica Karger und Julian Reinartz (v.l.) in ihrem Büro der Media-Design-Hochschule.
Die Firmengründer Dominik Lau, Sebastian Kreutz, Jessica Karger und Julian Reinartz (v.l.) in ihrem Büro der Media-Design-Hochschule.

Die Firmengründer Dominik Lau, Sebastian Kreutz, Jessica Karger und Julian Reinartz (v.l.) in ihrem Büro der Media-Design-Hochschule.

Bunt statt düster: Das erste Spiel der Düsseldorfer ist eine schrille und lustige Monsterspielwelt.

Sergej Lepke, Bild 1 von 2

Die Firmengründer Dominik Lau, Sebastian Kreutz, Jessica Karger und Julian Reinartz (v.l.) in ihrem Büro der Media-Design-Hochschule.

Düsseldorf. „Der klassische Finanzierungsweg über Banken oder Venture Capital ist für Gründer, die Computerspiele entwickeln, sehr schwierig, da es schwer ist, auf herkömmlichem Weg die Erfolgschancen eines neuen Spiels am Markt zu beurteilen“, sagt Sebastian Kreutz vom Düsseldorfer Unternehmen Frame6.

Dieses hat er zusammen mit drei Kommilitonen von der Media-Design-Hochschule gegründet. Mit speziell für Spieleentwickler vorgesehenen Fördermitteln der Film- und Medienstiftung haben die Gründer ihren Prototyp entwickelt, mit dem sie jetzt ab Anfang Februar versuchen, einen Publisher zu finden, der das Spiel vertreiben will und dafür die Rechte erwirbt.

„Auch das gestaltet sich nicht einfach, weil solche Unternehmen bei Spieleentwicklern, die sich neu auf dem Markt präsentieren, eher zurückhaltend sind. Aber ein spielfähiger Prototyp macht die Suche einfacher“, sagt Kreutz. Außerdem könne man sich auch vorstellen, das Unternehmen über das sogenannte Crowdfunding zu finanzieren. Hier sind die Kapitalgeber eine Vielzahl von Personen – in aller Regel bestehend aus Internetnutzern, da zum Crowdfunding meist im Internet aufgerufen wird.

Kreutz und seine Geschäftspartner haben sich beim gemeinsamen Studiengang Gamedesign in Düsseldorf kennengelernt. „Neben der schriftlichen Arbeit für den Bachelor müssen wir auch ein gemeinsames Projekt im Team abliefern. Dabei geht es um ein Promo oder einen Prototypen für ein 3D-Game“, sagt der Gründer.

Dabei entdeckt das Team das Potenzial für die Zusammenarbeit und das gemeinsame Produkt. „Uns haben die flachen Hierarchien und die kreative Arbeitsatmosphäre gefallen. Allerdings war das im Studium entwickelte Spiel als Einstieg zu groß für uns, weshalb wir ein neues Spielprojekt in Angriff genommen haben“, erinnert sich Kreutz an die Anfangsphase vor einem Jahr.

Zum Gründerteam gehören die beiden Geschäftsführer Sebastian Kreutz (29, zuständig unter anderem für das Producing und das Projektmanagement) und Julian Reinartz (29, zuständig unter anderem für das Gamedesign). Dazu kommen Domink Lau (22, zuständig für 3D-Modelle) und Jessica Karger (23, zuständig unter anderem für Konzeptzeichnungen).

Das junge Unternehmen hat seinen Sitz an der Media-Design-Hochschule an der Werdener Straße.

Das erste Spiel des Unternehmens hat den Namen „Spleemo & Gløb: Monster Defense“ und gehört ins Genre der „Tower Defense Games“. „Dabei geht es darum zu verhindern, dass der Kontrahent im Spiel zur eigenen Basis gelangt. Dafür werden Verteidigungstürme gebaut“, erklärt Kreutz.

 

Anders als in den klassischen Varianten ist das neue Spiel der Düsseldorfer nicht linear aufgebaut, sondern geht über ein offenes Spielfeld mit eigenen Aufbauten und Pfaden, auf dem sich zwei Spieler interaktiv gegeneinander messen können. „Wir haben auch das klassische Umfeld wie Mittelalter oder Science-Fiction verändert und bieten nun eine schrill-bunte und lustige Monsterspielwelt an“, berichtet der Gründer. Gedacht ist das Spiel für PCs und später auch für Konsolen.

Die Gründer haben sich ein zweites Standbein aufgebaut

Um das Unternehmen stabil aufbauen zu können, haben die vier Gründer sich einen weiteren Unternehmenszweig zugelegt, bei dem sie die Technik und das Wissen der Spieleentwickler nutzen, um beispielsweise für ein Unternehmen ein geplantes Projekt ansprechend zu visualisieren. „Dabei geht es bei einem Kunden darum, geplante Umspannwerke und Stromtrassen für Bürgermeister und Kommunen anschaulich zu präsentieren.“

„Dieses Brot- und Butter-Geschäft ist wichtig, um sich nicht voll von einer externen Finanzierung abhängig zu machen. Auch wenn ein Spiel mal nicht auf dem Markt funktioniert, ist so das Unternehmen nicht in Gefahr“, erläutert Kreutz.

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