SPD und Grüne fühlten sich schlecht informiert. Am Ende gab es breite Zustimmung.

Düsseldorf. Alle Bürger mitnehmen möchte Oberbürgermeister Dirk Elbers beim Eurovision Song Contest. Nicht mitgenommen fühlten sich am Donnerstagabend viele Ratsmitglieder, als im nichtöffentlichen Teil vorgelegt wurde, was das Spektakel die Stadt kosten wird: Rund 7,8 Millionen für Fortuna-Umzug, Arena oder Security sind fällig.

Verärgert waren vor allem SPD und Grüne darüber, dass sie das Zahlenwerk so kurzfristig auf den Tisch bekamen. Denn bereits am 8. Oktober, vier Tage, bevor der Vertrag mit dem NDR unterzeichnet wurde, hatte Elbers die Gelder als Dringlichkeitsbeschluss zusammen mit Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) genehmigt.

"Seitdem wäre genug Zeit gewesen, die anderen Fraktionen zu informieren", kritisierte Grünen-Fraktionssprecher Günter Karen-Jungen das Verfahren. Auch SPD-Fraktionschef Markus Raub erinnerte daran, dass der Oberbürgermeister Transparenz versprochen hatte: "Der erste Versuch dazu ist Dirk Elbers nicht gelungen. Auf der anderen Seite war jedem klar, dass der Song Contest Geld kostet."

Wie Elbers im Gespräch mit der WZ betonte, sei er vom Norddeutschen Rundfunk um Verschwiegenheit gebeten worden: "Auch nach der Vertragsunterzeichnung. Man hätte den Fraktionen die Zahlen vielleicht einen Tag vorher zur Verfügung stellen können. Aber das hätte nichts geändert."

Marie-Agnes Strack-Zimmermann hält die 7,8 Millionen für gut angelegtes Geld: "Wenn man sich Gäste einlädt, muss man einkaufen und es ein bisschen schön machen. Das weiß jeder. Ich würde jederzeit wieder so entscheiden."

Trotzdem gab es am Ende breite Zustimmung. CDU und FDP stimmten geschlossen für die Vorlage, bei der SPD gab es nur eine Enthaltung. Auch die Mehrheit der Grünen billigte die Freigabe des Geldes.

Bei der Summe handelt es sich ohnehin nur um eine Schätzung, bis die endgültige Planung feststeht.

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