Die Stuttgarterin Marie-Luise Barwitzki (54) ist eine von 550 freiwilligen Helfern, die beim ESC mit anpacken.

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Willkommen zur Backstage-Tour: Volunteer Marie-Luise Barwitzki führt Promis und Sponsoren über das Gelände des Song Contests. Fotos (4): Stephan Eppinger

Willkommen zur Backstage-Tour: Volunteer Marie-Luise Barwitzki führt Promis und Sponsoren über das Gelände des Song Contests. Fotos (4): Stephan Eppinger

Stephan Eppinger

Willkommen zur Backstage-Tour: Volunteer Marie-Luise Barwitzki führt Promis und Sponsoren über das Gelände des Song Contests. Fotos (4): Stephan Eppinger

Düsseldorf. Ihr Erkennungszeichen sind die roten Kapuzenjacken und T-Shirts mit der Aufschrift „May I help you?“ (Darf ich Ihnen helfen?) Sie sind freiwillig rund um den Eurovision Song Contest im Einsatz, helfen Teilnehmern bei der Orientierung auf dem riesigen Gelände, sind im Fahrdienst unterwegs und arbeiten im Akkreditierungsbüro. Eine der rund 550 Freiwilligen ist Marie-Luise Barwitzki, die hinter den Kulissen des Musikspektakels sofort ihre Hilfe anbietet.

Mit neun weiteren Freiwilligen führt Barwitzki Promis über das Gelände

„Ich bin Düsseldorferin, lebe aber inzwischen in der Nähe von Stuttgart“, berichtet die Frau, die sonst als Intensivkrankenschwester und freischaffende Künstlerin arbeitet. „Als ich gehört habe, dass beim Song Contest Helfer gesucht werden, habe ich mich sofort gemeldet. Das ist doch als Düsseldorferin Ehrensache“, sagt die 54-Jährige.

Sie wurde schließlich unter mehr als 2000 Bewerbern ausgewählt. Gemeinsam mit neun weiteren Helfern bietet sie Prominenten und Sponsoren Führungen in den Backstage-Bereich des ESC an. Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers gehörte zu ihren Kunden.

Bei den Führungen sieht die Helferin Dinge, die anderen verborgen sind

Bei der einstündigen Führung geht es an der Bühne vorbei zu den drei Technikzentralen im hinteren Teil der Arena, wo Bild, Ton und Licht geregelt werden. Wer möchte, kann auch eine kleine Bergtour zu den Moderatorenkabinen unter dem Hallendach machen. Was man angucken kann, entscheidet die aktuelle Lage: „Ich muss überall nachfragen, ob wir rein dürfen“, sagt Barwitzki.

Für ihre Aufgabe hat sie extra zwei Wochen von ihrem Jahresurlaub abgezwackt. „Ich wusste rechtzeitig Bescheid, da war der Urlaub schnell genehmigt.“ Auch ihr Mann gab seine Zustimmung zum ESC-Abenteuer seiner Frau: „Er hat gesagt, da bist du gut aufgehoben. Bedingung war nur, dass ich ihm ein paar Mahlzeiten vorkoche und einfriere“, sagt die Helferin lachend.

Englisch und Französisch sitzen, Russisch kommt jetzt durch den ESC

Ursprünglich wurden nur 500 Volunteers gesucht, jetzt sind 50 mehr im Einsatz. 2000 Menschen hatten sich für den Einsatz beworben.

Die Jüngsten sind 18 Jahre alt, der Älteste ist 72. 60 Prozent von ihnen sind Frauen.

Die Titelverteidigerin hat sich per Videobotschaft bedankt: „Ihr macht einen riesengroßen Job. Ihr bringt das Ganze zum Laufen.“

Nach der Arena-Besichtigung geht es nun ins Cateringzelt, wo es nicht lange dauert, bis Barwitzki ESC-Gäste aus Übersee entdeckt und gleich freudig begrüßt. „Ich spreche hochdeutsch, englisch, französisch und inzwischen auch schwäbisch. Russische Begrüßungsfloskeln habe ich inzwischen beim Song Contest auch gelernt.“

Die Freiwillige will zurückgeben, was sie selbst bei Reisen erfahren hat

Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-Betrieb. „Ich mache das gern. In meinem Leben bin ich viel durch die Welt gereist und bin überall freundlich empfangen worden. Von dem, was mir entgegengebracht wurde, will ich nun als Gastgeberin wieder etwas zurückgeben“, sagt Barwitzki und winkt dem nächsten Bekannten im Pressezentrum, der letzten Station der Backstage-Tour, freudig zu.

Als sich die Gäste verabschieden, ist die Frage „Haben Sie alles gesehen, was Sie wollten. Kann ich Ihnen sonst irgendwie weiterhelfen?“ weit mehr als nur eine höfliche Floskel.

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