Pünktlich zum 100. Geburtstag steigen die Fußballer auf. Auch sonst geht es mit dem Klub bergauf, Probleme bereitet nur die Anlage.

Bilk
Die Aufstiegsmannschaft von Sparta Bilk. Am letzten Spieltag der Saison wurde gefeiert.

Die Aufstiegsmannschaft von Sparta Bilk. Am letzten Spieltag der Saison wurde gefeiert.

Sergej Lepke

Die Aufstiegsmannschaft von Sparta Bilk. Am letzten Spieltag der Saison wurde gefeiert.

Düsseldorf. Dirk Vobis glaubt nicht an Zufälle. Zumindest wenn es um Fußball geht. „Das ist keine glückliche Fügung gewesen, wir haben das genau so geplant“, sagt der 49-Jährige und muss unweigerlich lachen. Denn natürlich war der dramatische Aufstieg der Fußballer von Sparta Bilk im Jubiläumsjahr eben nicht geplant. Das weiß auch der Vorsitzende. Aber wenn man schon mal stolze 100 Jahre alt wird und die Vorzeigemannschaft der wichtigsten Abteilung des Vereins nach fast zwei Jahrzehnten in der Kreisliga am letzten Spieltag den Aufstieg geschafft hat, dann darf man ruhig mal so tun, als stecke System dahinter.

Was allerdings wirklich nichts mit Zufall zu tun hatte, war der voll besetzte Sportplatz am Tag des Entscheidungsspiels gegen Homberg. „Wir haben vorher ordentlich Werbung bei den Freunden der Sparta gemacht. Und alle sind gekommen. Am Ende waren fast 800 Leute hier und haben gefeiert“, freut sich der Vorsitzende Vobis, der Ende kommender Woche schon wieder feiern darf. Dann steht das Jubiläumsfest zum 100. Geburtstag an.

Los geht es am Freitag, 12. Juli, um 18.30 Uhr mit dem offiziellen Festakt im Vereinshaus auf der Anlage an der Fährstraße 51. Am Samstag stehen dann Freundschaftsspiele sowie die große Party an. „Die Vorbereitungen sind durch, die Ehrengäste aus Sport, Politik und Kirche sind geladen und die kleine Ausstellung über die Vereinsgeschichte steht“, sagt Vobis und wirkt dabei rundum zufrieden.

Denn im Gegensatz zu anderen Vereinen, kann die Sparta auf ein umfangreiches Archiv zurückgreifen. „Unser ehemaliger Vorsitzender Peter Merbecks hat im Laufe der Jahre eine Menge gesammelt. Zeitungsausschnitte, Fotos und Urkunden. Nicht nur über den Sportbetrieb, auch von Ausflügen und Vereinsfesten.“

Sparta entstand aus ursprünglich drei eigenständigen Vereinen

Das bezieht sich allerdings vornehmlich auf die Zeit ab den 70er Jahren. Aus der Anfangszeit vor 100 Jahren ist naturgemäß nicht mehr viel vorhanden. Das liegt auch daran, dass die Sparta ein typischer Fusionsverein ist und durch den Zusammenschluss einiges verloren ging. Heute besteht die Sparta aus dem Düsseldorfer Spielverein 1913, besser bekannt als „Bilk 13“, der DJK Sparta 1919 und dem Spielverein Hamm 1949, der vor allem durch seine erfolgreiche Faustballabteilung bekannt wurde.

Die Sparta ist wie viele andere ein typischer Fusionsverein, bestehend aus dem Düsseldorfer Spielverein 1913 (bekannt geworden als „Bilk 13“), der DJK Sparta von 1919 und dem Spielverein Hamm von 1949.

Fußball, Faustball, Tischtennis und Turnen/Gymnastik

rund 450

DJK Sparta Bilk e. V.
Fährstrasse 51
40221 Düsseldorf
Telefon: 304857
E-Mail: info@sparta-bilk.de
Geschäftszeit: dienstags von 18 bis 19.30 Uhr

Was über die Jahre geblieben ist, ist das Einzugsgebiet. „Unserer Mitglieder kommen überwiegend aus Hamm, Unterbilk, Friedrichstadt und Bilk. Ab Flehe gehen die meisten zur Tusa“, sagt Vobis, der von einem „freundschaftlichen Verhältnis“ zur Tusa spricht. Das war früher auch mal anders. „Vereinfacht gesagt, gingen zur Tusa früher die etwas besser gestellten Familien. Wir hatten nicht immer den besten Ruf“, sagt Vobis, der sich sicher ist, dass „das heute nicht mehr stimmt“.

Innerhalb von drei Jahren wurden aus zwei Jugendteams mehr als zehn

Im Gegenteil: Aktuell erlebt der Klub wie so viele Sportvereine einen Aufschwung. Hatte die Sparta vor drei Jahren nur noch zwei Jugendmannschaften im Fußball, sind nun alle Altersklassen besetzt, teilweise sogar doppelt. Dazu gibt es nun auch Mädchenteams, und die Tischtennis-Abteilung blüht seit der Umstrukturierung ebenfalls auf.

Also läuft alles rund zum Jubiläum? Nicht ganz. „Unsere Anlage ist unser Sorgenkind“, sagt Vobis. In der Tat sind der alte Kunstrasenplatz und das Vereinshaus in die Jahre gekommen. Duschen, Heizung und Dach sind marode. Seit Jahren müssen sich die Fußballer in Containern umziehen. Die versprochene Sanierung ist erst mal auf Eis gelegt. „In den nächsten fünf Jahren ändert sich hier vorerst nichts. Langsam muss aber etwas geschehen, sonst sieht es langfristig düster aus“, sagt Vobis, den das dieser Tage aber weniger stört: „Jetzt wird erst mal gefeiert.“ War ja alles geplant.

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