An der St. Franziskus Schule laufen ausländische Eltern Sturm. Sie glauben, dass ihre Kinder diskriminiert werden.

Düsseldorf. Ilaz Leka wollte seinem Kind den ersten Schultag nicht verderben. Also hielt er den Mund, obwohl er sehr aufgebracht war, als er feststellte, dass für die Klasse seiner Tochter fast ausschließlich Schüler mit Migrationshintergrund aufgerufen wurden.

Jedoch scheint sich knapp drei Wochen nach Schuljahresbeginn die 1c der katholischen St. Franziskus Schule in Mörsenbroich zu einem Problemfall zu entwickeln.

Drei erste Klassen hat die Schule gebildet, doch während in zwei Klassen das Verhältnis zwischen deutschen und ausländischen Schülern so gut wie ausgeglichen ist, hat die 1c einen deutlichen Migrantenüberschuss.

Das wird von Leka und anderen Eltern heftig kritisiert. "Ich möchte, dass mein Kind mit deutschen Schülern gemeinsam unterrichtet wird."

Leka stammt aus dem Kosovo und weiß, wie viele Schwierigkeiten mit der Eingewöhnung in einem fremden Land verbunden sind. "Unsere Tochter ist hier geboren. Im Gegensatz zu mir hat sie also die Chance, die deutsche Sprache akzentfrei zu erlernen.

Um das durchzusetzen, haben er und Catherine Makodem Kamgaing beim ersten Elternabend das Thema Integration angesprochen. Eine Antwort wollen sie nicht bekommen haben.

"Stattdessen hieß es, gerade weil der Anteil ausländischer Schüler so hoch sei, habe man eine strenge Klassenlehrerin ausgesucht", sagt Danny Fuhrmeister, dessen Tochter ebenfalls in die 1c geht. "Was ist das für ein Argument?"

Die Eltern fühlen sich nicht ernst genommen. "Angeblich bilden wir uns das alles nur ein", sagt eine andere Mutter. Sie ist alleinerziehend und hat einen Sohn, lebt in Flingern-Süd, arbeitet in Neuss und fährt ihr Kind jeden Morgen nach Mörsenbroich zur Schule.

"Ich nehme jeden Weg in Kauf, wenn es um die Förderung meines Kindes geht." An der St. Franziskus-Schule jedoch fühle sie sich "schlecht behandelt".

Diesen Eindruck will die Schulaufsichtsbehörde, die Bezirksregierung, nicht bestätigen. "Die Klassen sind von der Schulleitung nicht willkürlich zusammengestellt worden", sagt Behördensprecher Bernd Hamacher. Zwar räumt er ein, dass in der 1c "ein Schwergewicht von Kindern mit Migrationshintergrund" vorliege.

Dessen Zustandekommen rechtfertigt er jedoch. "Bei den Eltern wurde abgefragt, welche Wünsche sie haben, ob Freundinnen in eine Klassen gehen möchten." Dazu kämen Kriterien wie Wohnortnähe und gemeinsamer Kindergartenbesuch. Gesetzliche Vorgaben gebe es für die Zusammensetzung einer Schulklasse indes nicht.

Handlungsbedarf sieht Hamacher nicht. "Es gibt keine Fakten, das spielt sich alles auf der emotionalen Ebene ab", sagt er mit Blick auf die Eltern. Die wollen sich das nicht gefallen lassen.

"Ich habe am Montag einen Termin in einer anderen Schule", sagt Danny Fuhrmeister. Makodem Kamgaing für ihr Kind bereits einen Platz an einer anderen Grundschule gefunden. Andere suchen noch.

Die Leiterin der St. Franziskus Schule war trotz mehrmaligen Bemühens der WZ nicht zu sprechen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer