Eine Studentin schafft mit Jungen und Mädchen ein Werk für den Rundgang.

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Die Kunststudentin Claudia Robles mit einigen ihrer jungen Assistenten.

Die Kunststudentin Claudia Robles mit einigen ihrer jungen Assistenten.

BS

Die Kunststudentin Claudia Robles mit einigen ihrer jungen Assistenten.

Düsseldorf. Jovana ist acht Jahre alt und war in ihrem Leben noch nicht sehr oft in einer Kunstausstellung. Der nächste Besuch wird aber ein besonderer, denn dann wird das Mädchen nicht nur Besucherin sein, sondern auch Ausstellerin.

Die Kunststudentin Claudia Robles schafft mit Kindern der Kronprinzenschule eine Plastik, die bald gezeigt wird: beim Rundgang an der Kunstakademie.

Claudia Robles hat in ihrer Werkstatt über 80 Holzfaser-Quader gezimmert, die sie mit in die Schule gebracht hat. Die hat sie den Kindern vorgesetzt, ihnen Pinsel und Acrylfarben hingestellt und sie gebeten, die Quader zu bemalen - egal wie.

Die Schüler malen am liebsten, wenn sie keine Vorgaben bekommen

Fast alle Schüler der Ganztagsbetreuung haben mitgemacht, zum Beispiel Luca aus der ersten Klasse: "Ich habe einfach ein Muster gemalt." Andere haben nur eine Farbe benutzt oder eine Winterlandschaft gemalt mit grünem Weihnachtsmann.

Erzieherin Mechthild Kindler ist ganz begeistert von der Aktion: "Ich glaube, den Kindern hat besonders gut gefallen, dass sie keine Vorgaben hatten und machen konnten, was sie wollten."

Doch mit der Malaktion im Kreativraum der Kronprinzenschule ist das Kunstwerk erst im Anfangsstadium. Claudia Robles, Studentin bei Prof. Vermeiren, wird die Quader in ihrem Atelier zerschneiden und aus den Einzelstücken ein Relief fertigen: "Was genau es werden soll, weiß ich noch nicht." Einen Namen gibt es aber schon: Rompecabezas, spanisch für Puzzle.

Die Arbeit mit den Einzelteilen, aus denen etwas Neues entstehen soll, erinnert die Künstlerin an ihre Kindheit, in der sie viel mit Lego gespielt hat: "Das ist jetzt so, als hätte man eine Kiste mit Legosteinen vor sich stehen und schaut, was man bauen will."

Künstlerisch arbeiten und spielen, Claudia Robles findet, dass der Unterschied manchmal nicht sehr groß ist. Deshalb arbeitet sie auch gern mit Kindern.

Trotzdem steckt in der Aktion viel Arbeit. Viele Monate habe sie gebraucht, die Quader zu zimmern. Als sie im Herbst bei einer Vernissage eine Mutter von der Kronprinzenschule kennen lernte, war das der endgültige Anstoß für die Künstlerin-Kinder-Kooperation.

Zum nächsten Zusammentreffen aller Beteiligten wird es Anfang Februar beim Rundgang in der Kunstakademie kommen. Dort wird Claudia Robles den Kindern zeigen und erklären, was aus ihren kleinen Kunstwerken geworden ist: "Ich hoffe nur, dass sie nicht enttäuscht sind darüber, was ich mit ihren Quadern gemacht habe."

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