Stadt prüft Protokolle, Firma hat Bauleiter suspendiert.

„Mit aller Sorgfalt“: Baudezernent Gregor Bonin.
„Mit aller Sorgfalt“: Baudezernent Gregor Bonin.

„Mit aller Sorgfalt“: Baudezernent Gregor Bonin.

„Mit aller Sorgfalt“: Baudezernent Gregor Bonin.

Düsseldorf. Mit Argus-Augen blicken die Chefs des Düsseldorfer U-Bahnbaus derzeit nach Köln. Täglich gibt es dort neue Enthüllungen über Schlamperei und Pfusch auf den dortigen U-Bahnbaustellen. Wie berichtet, ist das Unternehmen Bilfinger Berger in beiden Städten am Bau beteiligt. Einige Mitarbeiter haben hier wie dort gearbeitet, ein Bau- und ein Oberbauleiter sind mittlerweile suspendiert worden.

Dennoch glaubt die Stadt nicht, dass beim Bau der Wehrhahn-Linie ebenfalls gepfuscht wurde. Hier habe es andere Kontrollmechanismen gegeben. Schlamperei in Kölner Ausmaß sei nicht möglich. Dennoch prüft die Stadt zurzeit rund 700 mehrseitige Protokolle, die den Bau der Schlitzwände dokumentieren. Dabei haben sich bisher keine Auffälligkeiten gezeigt. Allerdings wird die Prüfung noch rund zwei Wochen dauern. Einen Zwischenbericht will Baudezernent Gregor Bonin in der Sitzung des Verkehrsausschusses am 24. Februar geben.

Eine akute Gefahr kann er aber schon jetzt definitiv ausschließen: "Die Schlitzwände für die U-Bahnstationen liegen noch im Erdreich und die Freilegung beziehungsweise der Tunnelausbau haben hier noch gar nicht begonnen. Insofern können die notwendigen Prüfungen mit aller Sorgfalt durchgeführt werden."

Aus diesem Grund stellt auch ein eventuelles Hochwasser die U-Bahnbauer vor kein Problem: Außer am Startschacht in Bilk gibt es noch keine Baugruben, die überflutet werden könnten.

Verwaltung soll nachweisen, dass es keinerlei Risiko gibt

Politiker fordern indes eine belastbare Aussage der Verwaltung. Sie müsse nachweisen, "dass alles, was verbaut werden sollte, auch verbaut worden ist", fordert Manfred Neuenhaus (FDP). "Wenn nicht alle Risiken ausgeschlossen werden können, haben wir ein echtes Problem."

Dass Bilfinger Berger im Zuge möglicher Schadensersatzforderungen in Köln in eine finanzielle Schieflage geraten könnte, was im Extremfall auch den U-Bahnbau in Düsseldorf tangieren könnte, schließt CDU-Experte Andreas Hartnigk derweil aus: "Über solche Fragen wird man möglicherweise jahrelang prozessieren. Bis dahin ist unsere U-Bahn längst fertig." Die Wehrhahn-Linie soll im Jahr 2014 in Betrieb gehen. RS

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