Der Polier, der in Köln gepfuscht haben soll, war auch in Düsseldorf beschäftigt. Jetzt wird alles überprüft.

OB Elbers hat Prüfungen angekündigt, Projektleiter Gerd Wittkötter (re.) rechnet nicht mit Verzögerungen.
OB Elbers hat Prüfungen angekündigt, Projektleiter Gerd Wittkötter (re.) rechnet nicht mit Verzögerungen.

OB Elbers hat Prüfungen angekündigt, Projektleiter Gerd Wittkötter (re.) rechnet nicht mit Verzögerungen.

OB Elbers hat Prüfungen angekündigt, Projektleiter Gerd Wittkötter (re.) rechnet nicht mit Verzögerungen.

Düsseldorf. Nach der Aufdeckung von Pfusch am Bau der Kölner U-Bahn hat Oberbürgermeister Dirk Elbers eine Sonderprüfung beim Bau der Wehrhahn-Linie angekündigt sowie eine Ausweitung und Verschärfung der Kontrollen. Hintergrund: Ein Teil der Arbeiten hier wird von einer auch beim Kölner U-Bahn-Bau tätigen Firma ausgeführt.

In der Domstadt sollen Bauarbeiter der Firma Eisenbügel gestohlen haben, die für Stützmauern in U-Bahn-Schächten vorgesehen waren. Die nicht verbauten Metallteile sollen die Mitarbeiter an Schrotthändler verkauft haben. Einer der Beschuldigten hat auch in Düsseldorf gearbeitet. "Der Mann war auf der Baustelle, ist aber nicht mehr hier", erklärt Projektleiter Gerd Wittkötter. Suspendiert worden sei der Mann von seiner Firma aber nicht.

"Bis zur Klärung der Vorwürfe will ich möglicherweise involvierte Personen nicht mehr auf U-Bahn-Baustellen in Düsseldorf sehen."

Oberbürgermeister Dirk Elbers

Elbers erklärt deshalb: "Bis zur Klärung der Vorwürfe will ich möglicherweise involvierte Personen nicht mehr auf U-Bahn-Baustellen in Düsseldorf sehen."

Laut Wittkötter sind Vorfälle wie in Köln hier ausgeschlossen: "90 Prozent der Eisenkörbe, die mit derartigen Bügeln verbunden sind, werden bei uns als Komplettkörbe angeliefert." Sie würden schon im Werk miteinander verschweißt und dann mit einem Kran vollständig eingesetzt.

Wenn die Bügel anschließend geklaut werden sollten, müssten sie herausgeflext werden. "Das kann nicht passiert sein", sagt Wittkötter. Die Bauleitung sei zudem immer anwesend, wenn die Körbe eingelassen worden. Alles werde genau protokolliert.

Dennoch sollen nun alle Dokumente überprüft werden, "ob da irgendwelche Ungereimtheiten sein könnten", erläutert der Projektleiter. Die Stadt hat angeordnet, zunächst die so genannten Schlitzwand-Protokolle zu überprüfen, bei denen der Mitarbeiter der Kölner Vorfälle beteiligt war. Danach erfolge eine erneute Kontrolle der von der Bauüberwachung angefertigten Dokumente.

Schließlich würden auch die Abnahmen der jeweiligen Prüf-Ingenieure untersucht. Dabei werde noch kontrolliert, ob die vom Statiker vorgegebenen Stahlmengen auch tatsächlich in die Schlitzwände eingebaut worden seien.

Zu Verzögerungen der Bauarbeiten werde es nicht kommen, sagt Wittkötter. "Wir arbeiten weiter." Unterdessen haben die Grünen eine Sondersitzung der Kleinen Kommission Wehrhahn-Linie gefordert, in der die Prüfwege erläutert werden sollen.

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