Der Platz ist von Baustellen gezeichnet. Einige Händler kämpfen, andere freuen sich auf Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie.

Jörg Müller-Behrendt, Chef der Schadow-Apotheke, stöhnt über die Bauarbeiten. „Im Laden ist nichts los, die Kunden gehen einfach nicht um den Bauzaun herum.“
Jörg Müller-Behrendt, Chef der Schadow-Apotheke, stöhnt über die Bauarbeiten. „Im Laden ist nichts los, die Kunden gehen einfach nicht um den Bauzaun herum.“

Jörg Müller-Behrendt, Chef der Schadow-Apotheke, stöhnt über die Bauarbeiten. „Im Laden ist nichts los, die Kunden gehen einfach nicht um den Bauzaun herum.“

Jörg Müller-Behrendt, Chef der Schadow-Apotheke, stöhnt über die Bauarbeiten. „Im Laden ist nichts los, die Kunden gehen einfach nicht um den Bauzaun herum.“

Düsseldorf. Der Schadowplatz bietet einen tristen Anblick dieser Tage - und das nicht nur wegen des nass-kalten Schmuddelwetters. Wie mit einem Keil eingeschlagen ragt die Baustelle für die Wehrhahn-Linie in den Platz hinein. Ein riesiger Bohrer hämmert Löcher in den Boden, unter dem 2014 die U-Bahn fahren soll.

Doch damit nicht genug, an der Ecke zur Schadowstraße neben der Apotheke bohrt und hämmert es ebenfalls. Das neue Geschäftshaus, in das Gerry Weber demnächst einziehen soll, befindet sich mitten in der Fertigstellung. Gleich gegenüber wird bis April der Esprit-Store umgebaut. Sind diese beiden Baustellen beendet, wird nebenan schon die nächste eröffnet. Das frühere Modeschlößchen, dass seit vergangenen Oktober leersteht, wird für einen Erweiterungsbau von Peek & Cloppenburg abgerissen.

Händler fordern Hilfe der Stadt für höhere Kundenfrequenz

"Das ist der Wahnsinn", klagt Jörg Müller-Behrendt, Chef der Schadow-Apotheke. "Im Laden ist nichts los, die Kunden gehen einfach nicht um den Bauzaun herum." Gemeint ist der Holzzaun des benachbarten neuen Gerry-Weber-Hauses. Von der Schadowstraße her finden kaum noch Passanten den Weg auf den Schadowplatz.

"Die Stadt muss sich etwas einfallen lassen, um für mehr Frequenz zu sorgen", fordert Müller-Behrendt. Einstweilen hilft sich der Apotheker, dessen Geschäft sich seit den 20er Jahren im Familienbesitz auf dem Schadowplatz befindet, selbst. Er hat ein Schild mit der Aufschrift "Das Leben ist eine Baustelle" und dem Hinweis auf sein Geschäft an den Bauzaun gehängt.

Auch Kathi Zieris, seit 20Jahren Inhaberin des Blumengeschäfts Sporrer auf der gegenüberliegenden Seite, hat zu kämpfen. "30 bis 40 Prozent der Laufkundschaft fehlen", sagt die 59-Jährige. "Den Verlust können Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie nicht ausgleichen. Dabei ist noch offen, ob wir überhaupt so lange durchhalten."

Der rund 15 Meter hohe Bohrer stößt mehrere tiefe Löcher in den Boden des Schadowplatzes, die mit so genannten Kompensationsinjektionen gefüllt werden. Die dadurch entstehenden Betonsäulen sollen die Fundamente der angrenzenden Gebäude stützen, da der U-Bahn-Tunnel unter dem Platz verlaufen wird.

Wie auch der Apotheker empfindet sie die von der Stadt aufgehängten Werbeplakate für die Geschäfte auf dem Schadowplatz als nicht ausreichend. Die Kommunikation mit den Anliegerbetreuern vor Ort sei aber gut. "Sie kündigen Neuerungen auf der Baustelle an und versuchen uns bei Kleinigkeiten entgegenzukommen", sagt Zieris.

"Viel mehr können wir nicht tun", sagt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Baumanagement. "Wir geben Ausnahmegenehmigungen für die Belieferung der Läden und das Parken von Ärzten. Dazu kommt die Sichtwerbung. Für weitere Vorschläge sind wir aber offen."

Kö-Bogen soll Schadowplatz zur 1a-Lage der Stadt machen

Andere Anlieger des Schadowplatzes nehmen die Bauarbeiten weniger schwer und blicken nach vorn. "Die Kundenfrequenz ist zurückgegangen, aber ich muss zum Glück nicht um meine Existenz fürchten", sagt Peter Vonwirth, Inhaber des Kindermodengeschäfts Ulrich und Ulrike. Er freut sich auf 2014. "Wenn der Kö-Bogen fertig ist, haben wir hier eine 1a-Lage und die U-Bahn wird den Weg hierher erleichtern."

Die Orthopädie-Praxis "Am Kö-Bogen" von Rüdiger Dohmann und Andreas Gassen ist sogar schon namentlich auf das zukünftige Stadtbild eingestellt. "Wir sind schon vor eineinhalb Jahren von der Baustelle Schadowstraße hierher geflüchtet", sagt Gassen. "Wir identifizieren uns mit dem Kö-Bogen, die Stadt wird letztlich davon profitieren."

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