Umfrage: Infratest sieht die Sozialdemokraten auf einem historischen Tiefstand. Die Grünen liegen vor den Liberalen.

Düsseldorf. CDU und FDP können bei der Kommunalwahl am 30.August mit einer satten Mehrheit rechnen - die SPD hingegen stürzt auf 20Prozent, ein historischer Tiefstand. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der WDR gestern veröffentlicht hat. Demnach kommt die CDU auf 43 Prozent und würde im Vergleich zur Wahl 2004 nur leicht verlieren. Stark im Aufwind ist Bündnispartner FDP: Sie kann laut Umfrage ihr Ergebnis von vor fünf Jahren mehr als verdoppeln auf 13Prozent. Schwarz-Gelb hätte damit eine komfortable Mehrheit im Stadtrat.

Während sich die Grünen mit sehr guten 15Prozent als drittstärkste Kraft behaupten können, trifft es die SPD knüppeldick: Sie landet nur noch bei 20 Prozent, das wäre ein Minus von 10,3 Prozentpunkten - und das schlechteste Ergebnis, das die Sozialdemokraten je in Düsseldorf hatten. Der Einbruch wäre auch erheblich größer als in anderen Städten: In Duisburg etwa soll das Ergebnis der SPD mit 38 Prozent stabil bleiben, in anderen Städten wie Köln oder Bonn droht nur ein leichtes Minus.

65 Prozent sind mit der Arbeit von Dirk Elbers zufrieden

Bei der Umfrage von Infratest dimap (1000 Befragte) sagten 65 Prozent der Befragten, sie seien mit der Arbeit von Oberbürgermeister Dirk Elbers zufrieden oder sehr zufrieden. Nur vier Prozent kannten seinen Namen nicht. Elbers nahm die Ergebnisse mit Genugtuung zur Kenntnis: "Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit." Gleichzeitig warnte er seine Parteifreunde vor Überheblichkeit: "Am Ende zählt nur das Ergebnis."

Die Sozialdemokraten geben sich trotz der verheerenden Zahlen kämpferisch. "Stimmungen sind noch keine Stimmen. Die letzte Bundestagswahl hat gezeigt, dass man das Ruder in den letzten 14 Tagen vor der Wahl noch herumreißen kann", sagt Fraktionschef Günter Wurm. Tatsächlich aber macht sich bei führenden Genossen Ratlosigkeit breit. Dass man in Düsseldorf so extrem schlecht abschneidet, sei der guten finanziellen Lage der Stadt geschuldet. Bei der Umfrage gaben 91 Prozent der Befragten an, sie seien mit den Lebensbedingungen in Düsseldorf zufrieden oder sehr zufrieden. Wurm folgert: "Es gibt keine Wechselbereitschaft in der Bevölkerung, deshalb sind wir nicht so gefragt."

Auch die vielen internen Streitereien dürften geschadet haben, etwa die Kampfkandidatur von Günter Wurm und Bürgermeisterin Gudrun Hock um den Fraktionsvorsitz oder der Streit der Bundestagsabgeordneten Karin Kortmann und Michael Müller um Listenplätze. "Das kommt jetzt alles auf die Rechnung", sagt ein Insider.

461037 Düsseldorfer wählen am 30. August den neuen Rat. 316 Kandidaten von neun Parteien treten an.

Jubel hingegen bei den Grünen. Fraktionschef Günter Karen-Jungen: "Das wäre das beste Ergebnis, das wir in Düsseldorf je hatten." Die Liberalen hoffen, vor den Grünen drittstärkste Kraft zu werden. Partei-Vize Manfred Neuenhaus: "Das Rennen ist noch nicht entschieden."

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