Nach internem Zoff trat der jüngste Ortsvereinsvorsitzende aus der Partei aus.

Adam Kociuba tritt Knall auf Fall aus der SPD aus.
Adam Kociuba tritt Knall auf Fall aus der SPD aus.

Adam Kociuba tritt Knall auf Fall aus der SPD aus.

Adam Kociuba tritt Knall auf Fall aus der SPD aus.

Düsseldorf. Vor zwei Jahren noch war Adam Kociuba stolz. Und die SPD war es auch. Der gebürtige Pole war mit 29 Jahren beim Ortsverein Holthausen-Itter-Himmelgeist zum jüngsten Vorsitzenden in Düsseldorf gewählt worden.

Doch am Montagabend endete die Geschichte buchstäblich mit einem Knall - Kociuba warf den Genossen bei einer Vorstandssitzung sein Parteibuch hin. Raus aus der SPD, weg mit seiner Direktkandidatur für Hassels bei der Kommunalwahl.

"Ich wollte einfach nicht mehr", sagt Kociuba, der seinen Rückzug freilich nur zaghaft begründet. Politische Aspekte spielen offenkundig nur eine Nebenrolle, auch wenn der 31-Jährige sagt: "Es geht bei uns im Ortsverein kaum noch um Politik, sondern nur noch um Posten- und Listenplätze." Nackte Panik vor weiteren Wahldesastern und damit Mandatsverlusten habe die Partei im Klammergriff, "ich aber wollte politisch was bewegen".

"Er war sehr engagiert, aber nicht teamfähig"

Dass Kociuba sehr engagiert war, spricht ihm niemand ab. "Er hat sich wirklich reingekniet. Aber er neigte zu Alleingängen, war nicht teamfähig", sagt Ratsfrau Angelika Wien-Mroß, Vize im Holthausener Ortsverein. Deshalb habe man Kociuba am Montag einen "sanften Amtsverzicht" nahegelegt, "doch sein Entschluss stand wohl schon fest, sonst hätte er kaum sein Parteibuch dabei gehabt", sagt Wien-Mroß. Offenbar hat sich also auch Kociuba besonders über seinen "Pöstchenverlust" geärgert.

Auch der Düsseldorfer SPD-Geschäftsführer Günter Freitag versuchte noch, Kociuba umzustimmen - vergebens. Übel nehmen Kociuba die Genossen, dass er seinen Austritt sogleich der Presse meldete. Denn an schlechten Nachrichten mangelt es der Partei seit Jahren nicht.

Genauso wenig wie an Parteiaustritten. So gab gerade erst Dirk Bernecker, der für Bilk und Flehe kandidieren sollte, sein rotes Büchlein zurück, weil er nur auf Platz 36 der Reserveliste für den Rat landete. Ein angesichts der Wahlaussichten für die SPD in der Tat aussichtsloser Rang.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer