Unterbacher Ehepaar (83 und 71 Jahre) zahlt seit vier Jahren keine Miete. Grund ist ein langer Rechtsstreit mit der Stadt.

Düsseldorf. Seit 1986 wohnt ein Rentner-Ehepaar, 83 und 71 Jahre alt, eine Wohnung in Unterbach. Bis vor vier Jahren wurde auch regelmäßig Miete bezahlt. Doch dann bekam die Stadt heraus, dass die beiden auf einem Bankkonto ein kleines Vermögen, angeblich mehrere zehntausend Euro, angesammelt hatten. Und das, obwohl die Rentner einen Wohngeldzuschuss erhielten. Das Sparbuch wurde beschlagnahmt, seitdem läuft ein Prozess vor dem Sozialgericht.

Der Hausbesitzer hielt lange still, zumal der 83-Jährige versprach, die Mietschulden von inzwischen 15 000 Euro zu begleichen, wenn der Prozess zu Ende sei. Doch inzwischen hat sich die Situation dramatisch zugespitzt. „Wir müssen die Wohnung nach einem Wasserschaden dringend sanieren“, erklärte die 48-jährige Ehefrau des Eigentümers. Doch der Rentner will keine handwerker ins Haus lassen, weil seine Frau so schwer krank ist. Die allerdings hat schon seit Jahren niemand mehr.

Zum Verhängnis wird dem Paar möglicherweise seine Sparsamkeit. „Die beiden bekommen nur eine kleine Rente und hatten damit ein Recht auf Wohngeld“, so Rechtsanwältin Bianca Moche. Doch die Rentner lebte so bescheiden, dass sie trotzdem Geld beiseite legen konnten. So kam mit den Jahren eine stattliche Summe zusammen. „Hätten sie alles ausgegeben, wäre nichts pasiert“,

Als Wohngeld wird ein Zuschuss des Staates zur Miete bezeichnet. Ihn bekommen Bürger, die ein geringes Einkommen haben.

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