In den betroffenen Stadtteilen gibt es Kritik an den Sparplänen. Insgesamt 18 Filialen sollen dicht machen.

Düsseldorf. Gleich 18 Filialen schließt die Stadtsparkasse in den kommenden Jahren. Wie die WZ berichtete, werden 13 Zweigstellen zu Selbstbedienungsstandorten umfunktioniert. Fünf weitere werden ersatzlos gestrichen. Bereits im kommenden Jahr ist unter anderem für die Filialen am Hansaplatz/Ostendorfstraße 2 in Düsseltal und an der Hansaallee in Oberkassel Schluss. Die WZ hat sich an beiden Standorten umgehört und Reaktionen von Kunden eingeholt.

„Die Sparkasse tut sich damit keinen Gefallen“, sagt Martin Müller vor der Filiale in Oberkassel neben der Haltestelle Heerdter Sandberg. Er nutze auch Online-Banking, „aber der Vor-Ort-Service ist auch wichtig. Zum Beispiel nutze ich grundsätzlich keine Geldautomaten, hebe das Geld immer am Schalter ab“. Vor allem für ältere Kunden sieht er viele Nachteile. „Am Schalter werden zum Beispiel die Überweisungsträger noch mal kontrolliert. Die Möglichkeit gibt es dann nicht mehr.“

Jüngere Kunden haben mehr Verständnis für die Kürzungen

Aus für Bank um die Ecke

Die Sparkasse verfügt auch nach den angekündigten Schließungen noch über eine solide Zahl an Filialen und schneidet im Vergleich mit anderen Banken besser ab. mehr

Das sieht eine andere Kundin, die mit dem Rollator unterwegs ist, genauso. „Hier im Viertel wohnen viele ältere Menschen. Für die ist jeder Meter mehr schon eine Herausforderung.“ Allerdings räumt sie ein: „Viel los ist hier meistens nicht. Von daher ist der Schritt wohl naheliegend.“ Dass auch viele Senioren mittlerweile Online-Banking nutzen und sich die Zahl von Papierüberweisungen innerhalb der vergangenen zwölf Jahre mehr als halbiert hat, lässt Martin Müller nicht als Argument gelten. „Wenn sich die Sparkasse zunehmend dem Online-Bereich widmet, konkurriert sie mit Banken, die darauf spezialisiert sind. Da wird sie nicht mithalten können.“

Am Hansaplatz in Düsseltal sorgt sich Gregor Frechen vor allem um die Lebensqualität im umliegenden Viertel insgesamt. „Der Stadtteil blutet immer mehr aus. Erst war die Post weg, dann ein kleiner Supermarkt, jetzt die Sparkasse.“ Zwei- bis dreimal wöchentlich nutzt er den Service der Filiale. „Man trifft auch oft Nachbarn, was ein schöner Nebeneffekt ist.“

Die nächstgelegene Filiale am Brehmplatz ist zwei Bahnstationen oder zehn stramme Gehminuten entfernt. Für ältere Leute sei das zu weit, findet Gregor Frechen. Die Auszubildende Stefanie Brauhoff sieht der Schließung gelassener entgegen. „Ich laufe lieber etwas länger, als dass ich mehr Gebühren bezahlen muss.“ Ihr Kollege Stefan Klein sieht das ähnlich. „Meine Großeltern machen seit kurzem auch fast alles im Internet.“ Er selbst nutze lediglich die Geldautomaten an der Filiale.

© WhatsBroadcast

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