Die Stadtsparkasse kommt dieses Jahr mit einem blauen Auge durch die Finanzkrise und das WestLB-Desaster.

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Die Sparkasse muss dieses Jahr geplatzte Kredite in Höhe von rund 90 Millionen Euro verkraften.

Die Sparkasse muss dieses Jahr geplatzte Kredite in Höhe von rund 90 Millionen Euro verkraften.

Die Sparkasse muss dieses Jahr geplatzte Kredite in Höhe von rund 90 Millionen Euro verkraften.

Düssseldorf. Finanz-Krise, Vorstands-Wechsel, die Affäre um den geplatzten Millionen-Kredit an die Firma von Franjo Pooth - die Sparkasse hat unruhige Jahre hinter sich. Doch wie groß ist der Schaden? Steht das Geldinstitut noch auf sicheren Beinen? Am Mittwoch legte der Vorstand Fakten auf den Tisch. Unter dem Strich steht die Erkenntnis: Die Bank kommt mit einem blauen Auge davon. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Arbeitet die Sparkasse überhaupt profitabel?

Ja. Für dieses Jahr wird ein Betriebsergebnis vor Bewertung von gut 110 Millionen Euro erwartet - damit gemeint ist der Gewinn aus dem laufenden Geschäft. Durch verschiedene Belastungen wird sich dieser Gewinn aber deutlich reduzieren.

Warum wurden so viele Kredite vergeben, die jetzt platzen?

Die Bank muss geplatzte Kredite in Höhe von rund 90 Millionen Euro abschreiben, das ist deutlich mehr als bei anderen Sparkassen. Laut Sparkassen-Chef Peter Fröhlich handelt es sich um Kredite, "die außerhalb von Düsseldorf abgeschlossen wurden" - offenbar ohne ausreichende Risikoabwägung. Die meisten dieser Kredite stammen angeblich aus der Zeit von Fröhlichs Vorgänger, dem im Zuge der Pooth-Affäre geschassten Heinz-Martin Humme. Der hatte sich jahrelang in glänzenden Bilanz-Zahlen gesonnt. Die bekommen jetzt Kratzer, innerhalb der Sparkasse spricht man von "Eigentoren".

Reißt das Wertpapiergeschäft ein weiteres Loch in die Bilanz?

Dieses Jahr offenbar nicht. 2008 hatten die abgestürzten Kurse zu einer solch großen Abschreibung geführt, dass unter dem Strich sogar ein Verlust von rund 47 Millionen Euro ausgewiesen werden musste. 2009 ist es besser gelaufen, die Papiere sind wieder etwas mehr wert.

Gibt es 2009 unter dem Strich wieder einen Gewinn?

Ja. Erwartet wird trotz aller Schwierigkeiten ein Plus von mehr als 60 Millionen Euro.

Wird die Sparkasse nochmal für die WestLB bluten müssen?

Im Zuge der Pooth-Affäre wurde der Vorstand komplett umstrukturiert. Chef ist seit 2008 Peter Fröhlich. Sein Ziel: "Konzentration auf den Kernmarkt." In der Folge wurden auch alle anderen Vorstandsposten neu besetzt.

Neuen Ärger gibt es um einen Beratungsvertrag mit der Firma Eurogroup, die seit März für die Sparkasse tätig ist. Sie ist Sponsor einer Oldtimer-Rallye im Vorarlberg, an der Fröhlich 2005 teilgenommen hat. Laut seiner Aussage gibt es aber keinen Zusammenhang. Er habe die Rechnungen (Hotel, Startgeld) damals selbst bezahlt.

Mit Sicherheit. Im Laufe der vergangenen Jahre hat die Sparkasse, die einen Anteil von knapp zwei Prozent an der maroden Landesbank hat, schon mehr als 100 Millionen Euro an die WestLB gezahlt. Dieser Anteil steht mit einem Wert von rund 60 Millionen Euro in den Büchern. Ob er bei einem WestLB-Verkauf erzielt werden kann, ist fraglich. Noch schmerzlicher dürften aber die Rückstellungen sein, die die Sparkasse für drohende weitere Verluste der WestLB bilden muss. Die Rede ist von jährlich sieben bis acht Millionen Euro - in den nächsten 25 Jahren.

Werden wegen der WestLB Gebühren und Sollzinsen teurer?

Nein. Fröhlich sagt klipp und klar: "Es wird für unsere Kunden keinen WestLB-Aufschlag geben." Es handele sich um Summen, "die wir verkraften können".

Gibt es noch Belastungen aus der Pooth-Affäre?

Durchaus. Der ebenfalls geschasste frühere Generalbevollmächtigte Christoph Flohr hat nach einem Urteil noch 25 Jahre lang Anspruch auf die Zahlung von 11.000 Euro monatlich. Die Sparkasse prüft noch, ob sie das Urteil anfechten soll. Tut sie es nicht, muss sie zahlen,

Stehen das Filialnetz oder das Sponsoring auf dem Prüfstand?

Laut Sparkasse nicht. Trotz aller Probleme sind weder Einschnitte ins Filialnetz (65 Geschäftsstellen gibt es), noch bei den Summen fürs Sponsoring geplant. Der Etat für Kultur-, Sport- und sonstiges Sponsoring liegt bei rund 7,1 Millionen Euro.

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