Fifty-fifty führt ein Soziaticket für die Rheinbahn ein – „um zu zeigen, dass es geht“.

Düsseldorf. Ab sofort können die 1500 Menschen, die bei der Obdachlosen-Hilfsorganisation fifty-fifty als Verkäufer registriert sind, ein Monatsticket der Rheinbahn für 15 Euro bekommen. Preisstufe A, täglich von 9 Uhr an zu benutzen. 44,40 Euro kostet die Monatskarte üblicherweise, die Differenz zum gesponsorten Fahrausweis übernimmt fifty-fifty.

"Wir wollen zeigen, dass es geht", sagt Streetworker Oliver Ongaro, der am Montag die ersten Tickets ausgegeben hat. Zeigen, dass es geht, meint, der Stadt zu demonstrieren, dass gesponsorte Tickets aus fifty-fifty-Sicht eine sinnvolle Sache sind. "Dass wir die Monatskarten finanzieren, meint aber nicht, dass wir die Stadt aus der Pflicht nehmen."

Hinter dem Modellprojekt, das je nach Nachfrage bis zum Sommer laufen soll, steht die Forderung, ein Sozialticket für alle Düsselpass-Inhaber einzuführen. 30 000 Stück sind derzeit davon ausgegeben, berechtigt sind aber 50 000 Düsseldorfer.

 Die Forderung war zuletzt im Dezember Thema im Rat. Die schwarz-gelbe Mehrheit lehnte den rot-grünen Antrag auf ein Sozialticket allerdings ab. Mit dem Hinweis, dies sei Sache des Bundes, nicht der Kommune. "In Dortmund geht es doch auch", sagt Ongaro.

Dort haben in diesem Jahr nach Angaben der Stadt 23 500 Menschen ein Sozialticket beantragt. "Der Ansturm hat uns überrascht", sagt eine Stadtsprecherin. "Gerechnet haben wir mit 5000 Anträgen." Bis Ende des Jahres läuft das Projekt in Dortmund, dann entscheidet die Politik, ob es weitergeführt wird.

Ob das Beispiel die Diskussion in Düsseldorf befeuert, ist eher unwahrscheinlich. Dennoch tragen die fifty-fifty-Verkäufer jetzt nicht nur ein Monatsticket bei sich, sondern auch die Forderung nach dem Sozialticket: Gestern gab es für jeden eine Regenjacke: "Für ein Sozialticket in Düsseldorf" ist darauf zu lesen.

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