Wirte mussten die Gäste in der Nacht zum Sonntag um „gefühlte vier Uhr“ vor die Türe setzen.

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Peter Klinkhammer ist sauer auf die Polizei.

Peter Klinkhammer ist sauer auf die Polizei.

Nanninga

Peter Klinkhammer ist sauer auf die Polizei.

Düsseldorf. Zeitumstellung ist normalerweise eine kleine Sache. In der Altstadt wird das Ganze schon mal etwas komplizierter, zumal die Uhren der Wirte und der Polizei anders gehen. Am Wochenende kam es dabei zu erheblichen Problemen. Am Schluss musste die längste Theke der Welt sogar geräumt werden.

Eine Stunde vorgestellt wurde die Uhr in der Nacht zum Sonntag: "Um fünf Uhr stand dann die Polizei vor der Tür. Für unsere Gäste war es aber erst gefühlte vier Uhr", erzählt Peter Klinkhammer, Chef vom Dä Spiegel, was sich an der Bolkerstraße abspielte. Die Beamten ließen auch nicht mit sich reden: "Die Polizisten haben gesagt, es ist jetzt eine neue Zeit und es ist Sperrstunde."

Am frühen Morgen war die Altstadt voller Menschen

Auch bei Dino Cesljas, dem das Louisiana, der Ballermann 6 und das Sub gehören, standen die Beamten pünktlich vor der Türe: "Um die Zeit legt sich niemand mit einer Behörde an. Also haben wir den Gästen gesagt, dass sie gehen müssen."

Da alle Wirte praktisch zur gleichen Zeit dicht machten, war die Bolkerstraße zu früher Stunde voller Menschen. Viele davon schlecht gelaunt, da sie eigentlich noch nicht nach Hause gehen wollten. Das wiederum erforderte einen weiteren Polizeieinsatz.

Wie Polizeisprecher Wolfgang Rodax erklärte, sei es zu Problemen auf der Bolkerstraße und am Bolker Stern gekommen: "Bedingt durch die Zeitumstellung waren dort jede Menge Leute auf der Straße. Da es zunehmend zu Konfliktsituationen kam, wurde entschieden, die Straße frei zu machen."

Klinkhammer: Polizei-Bus trieb die Leute vor sich her

"Die Leute wurden von einem VW-Bus der Polizei praktisch zur Heinrich-Heine-Allee getrieben", ärgert sich Klinkhammer, "wenn mir das als Tourist in der Altstadt passiert wäre, würde ich so schnell nicht wiederkommen." Der Spiegel-Chef ist überzeugt davon, dass die Situation vermeidbar gewesen wäre: "Die Leute wären in der nächsten Stunde ganz normal nach Hause gegangen wie an anderen Samstagen auch." In den vorigen Jahren habe es solche Szenen nicht gegeben.

Diplomatischer äußert sich Cesljas, der auch stellvertretender Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes ist: "Es wäre gut, wenn man in einem solchen Fall mit etwas mehr Augenmaß vorgehen würde. Ich bin selbst beim Runden Tisch dabei. Da hat Oberbürgermeister Dirk Elbers gesagt, die Altstadt sei die längste Theke der Welt und ein Markenzeichen für die Stadt. Es wäre schön, wenn alle das so sehen würden."

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